Rinne, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rinne · Nominativ Plural: Rinnen
Aussprache
WorttrennungRin-ne
Wortbildung mit ›Rinne‹ als Erstglied: ↗rinnenförmig  ·  mit ›Rinne‹ als Letztglied: ↗Ablaufrinne · ↗Fahrtrinne · ↗Tiefdruckrinne
eWDG, 1974

Bedeutung

lange, schmale Vertiefung, in der meist Wasser fließt, abfließt
Beispiele:
eine Rinne aus Blech, Holz
eine flache, tiefe, schmale Rinne
das abfließende Regenwasser hatte lange Rinnen in den Sand gewaschen
eine Rinne im Meeresboden, im Eis
in dieser Rinne ist der See bis zu achtzig Meter tief
längs der Küste wird eine Rinne (= Fahrrinne) ausgebaggert
Eisbrecher halten für die Schiffe eine Rinne offen
das Dach und die Rinne (= Dachrinne) müssen repariert werden
in ihrem Gesicht sind tiefe Rinnen (= Falten) eingegraben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rinnen · Rinne · Rinnstein · Rinnsal
rinnen Vb. ‘(stetig, langsam) fließen’, ahd. rinnan ‘fließen, laufen’ (8. Jh.), mhd. rinnen ‘fließen, von einer Flüssigkeit fortgetragen werden, schwimmen, triefen, laufen, rennen’, asächs. rinnan, mnd. mnl. rinnen, afries. rinna, renna, aengl. rinnan (engl. to run mit dem vom Perf. stammenden schwundstufigen -u-), anord. renna, rinna, schwed. rinna, got. rinnan ‘rennen, laufen’ (germ. *rennan) ist ein ursprüngliches Nasalpräsens, das sich außergerm. vergleichen läßt mit aind. riṇā́ti ‘läßt strömen, läßt laufen, entblößt’, rī́yatē ‘rinnt, gerät ins Fließen’, lat. rīvus ‘Bach’, aslaw. rěka, russ. reká (река) ‘Fluß’, aslaw. rinçti sę ‘sich stürzen’, russ. rínut’sja (ринуться) ‘sich stürzen, jagen’. Als Ausgangsform ist ansetzbar ie. *rei- ‘fließen’, das sich an die unter ↗Ernst und ↗Reise (s. d.) angeführte Wurzel ie. *er-, *or-, *r- ‘sich in Bewegung setzen, erregen, in die Höhe bringen (auch von Bewegung nach abwärts)’ anschließen läßt. S. auch ↗gerinnen. Rinne f. ‘lange, schmale Vertiefung im Boden, offenes Abflußrohr, Rille’, ahd. rinna (8. Jh.), mhd. rinne ‘Wasserfluß, Quell, Dachtraufe, Wasserleitung, -röhre’, got. rinnō ‘Gießbach’; vgl. ablautend mhd. mnd. renne, schwed. ränna sowie mnd. runne, aengl. rynel(e), rinnele ‘Wasserlauf, Strom’, engl. runnel ‘Rinnsal, Rinnstein’. Rinnstein m. ‘in Stein gehauene, gemauerte Rinne im Straßenpflaster’ (Ende 16. Jh.). Rinnsal n. (früher auch m.), älter Rinnsel, ‘kleiner Wasserlauf’ (19. Jh.), zuvor ‘Flußbett, Rinne’ (16. Jh.), rinsel, rintzel ‘Lab, Milchgerinnungsmittel’ (15. Jh.); zum Suffix s. ↗-sal, ↗-sel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Rinne · ↗Rutschbahn · ↗Rutsche
Synonymgruppe
Abfluss · ↗Abflusskanal · Ablasskanal · ↗Abzugskanal · ↗Entwässerungsgraben · Rinne  ●  ↗Gosse  ugs. · ↗Gully  ugs.
Synonymgruppe
Furche · Gebirgsrinne · Lahner · Rinne

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fels Grat Grube Hang Kanal Mulde Oberlippe Rille Rohr Sand Vertiefung auffangen ausgewaschen betoniert breit durchziehen eisig eiszeitlich flach fließen geleiten graben hölzern norwegisch rinnen schmal steil steinern tief verlaufend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rinne‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Oder hat er eine 14 Meter tiefe Rinne gerissen.
Bild, 23.08.2002
Kleine Bäche, sonst nur feuchte Rinnen, kommen lärmend die Böschung herunter.
Süddeutsche Zeitung, 29.11.1997
Eine Stunde von hier in der Rinne ist man wie von der Erde verschluckt.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 429
Und an die Schalen und Rinnen stelle ich mich nie.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 38
Mit blauer und weißer Farbe streichen Sie nach dem Trocknen den Wasserlauf in diese Rinne.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 88
Zitationshilfe
„Rinne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rinne>, abgerufen am 23.10.2019.

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