Rippe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rippe · Nominativ Plural: Rippen
Aussprache
WorttrennungRip-pe (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rippe‹ als Erstglied: ↗Rippchen · ↗Rippenbogen · ↗Rippenbruch · ↗Rippenfell · ↗Rippenheizkörper · ↗Rippenknochen · ↗Rippenknorpel · ↗Rippenmuster · ↗Rippenpaar · ↗Rippenpulli · ↗Rippenpullover · ↗Rippenresektion · ↗Rippensamt · ↗Rippenspeer · ↗Rippenstoß · ↗Rippenstück · ↗Rippentabak · ↗Rippespeer · ↗Rippgestrick · ↗Rippsamt · ↗Rippspeer · ↗Rippstruktur · ↗Rippware · ↗rippenförmig
 ·  mit ›Rippe‹ als Letztglied: ↗Blattrippe · ↗Felsenrippe · ↗Felsrippe · ↗Gewölberippe · ↗Hochrippe · ↗Kreuzrippe · ↗Kühlrippe · ↗Schiffsrippe · ↗Schokoladenrippe · ↗Schweinerippe · ↗Schweinsrippe · ↗Tabakrippe
 ·  mit ›Rippe‹ als Binnenglied: ↗Zwischenrippenmuskel  ·  mit ›Rippe‹ als Grundform: ↗rippig  ·  formal verwandt mit: ↗Gerippe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
einer der flachen, schmalen, bogenförmigen Knochen, die mit der Wirbelsäule gelenkig verbunden sind und, von dort nach beiden Seiten paarweise ausgehend, die Brusthöhle umschließen
siehe auch Rippchen
Beispiele:
die sieben oberen, echten, wahren Rippen (= Rippen, die direkt am Brustbein befestigt sind)
die fünf unteren, falschen Rippen (= Rippen, die indirekt am Brustbein ansetzen oder frei enden)
er hat sich bei dem Unfall eine Rippe (an)gebrochen, gequetscht
wenn er hustet, tun ihm alle Rippen weh
er stieß seinem Opfer ein Messer in, zwischen die Rippen
umgangssprachlich er jagte seinem Opfer ein Messer in, zwischen die Rippen
jmdm., jmdn. vertraulich, aufmunternd, derb in die Rippen stoßen
salopp jmdm. eins in die Rippen geben (= jmdn. grob stoßen, knuffen)
salopp, derb pass auf, sonst breche ich dir alle Rippen! (= Drohung)
salopp, bildlich
Beispiele:
ich kann es (mir) doch nicht aus den Rippen schneiden, schwitzen (= ich kann es unmöglich beschaffen)
ich kann es doch nicht durch die Rippen schwitzen
2.
übertragen Dinge, die einer Rippe (Lesart 1) äußerlich ähnlich sind
a)
lange schmale Erhöhung
Beispiele:
Rips mit in Quer- oder Längsrichtung verlaufenden Rippen
sie strickt Rippen (= Rippenmuster)
b)
Riegel, Streifen
Beispiel:
Er gab jedem von uns eine Rippe gefüllte Schokolade [KreuderGesellschaft19]
c)
Ader eines Blatts
Beispiel:
die Rippen (= Blattteile) aus den Tabakblättern entfernen
d)
Teil eines Heizkörpers, einer Kühlvorrichtung
Beispiele:
ein Heizkörper mit zwölf Rippen
die Rippen (= Kühlrippen) eines Kühlaggregats
e)
Bauelement bei Schiffen, Flugzeugen
Beispiele:
die Rippen der Tragflächen
die Rippen (= Schiffsrippen, Spanten) einer Schiffskonstruktion
f)
Architektur
Beispiel:
die Rippen einer Kuppel, eines gotischen Gewölbes, einer Decke aus Stahlbeton
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rippe · Gerippe · Rippenspeer
Rippe f. einer der gebogenen Knochen, die den Brustkorb von Menschen und Wirbeltieren bilden, ahd. ribbi, rippi n. (9. Jh.), ribba, rippa f. (10. Jh.), mhd. rippe, rib(b)e, riebe f. n., asächs. ribbi n., mnd. ribbe, rebbe m. n., mnl. ribbe, rebbe, nl. rib(be), afries. rib, reb m. n., aengl. rib(b), engl. rib, anord. rif, auch ‘Riff’ (s. ↗Riff), schwed. rev führen als j-Ableitungen (germ. *rebja-) mit der ro-Ableitung aslaw. rebro ‘Rippe, Seite’, russ. rebró (ребро) ‘Rippe’ sowie mit griech. eréphein (ἐρέφειν) ‘überdecken, überdachen’ und (ablautend) órophos (ὂροφος) ‘Bedeckung, Dach’ auf eine Wurzel ie. *rebh- ‘überwölben, überdachen’. Die Rippen sind also die Bedeckung der Brusthöhle. Gerippe n. ‘Knochengerüst der Brust, des Körpers, Skelett’ (17. Jh.), gebildet mit kollektivem ↗ge- (s. d.). Rippenspeer m. ‘gepökeltes Rippenstück vom Schwein’, Rippspeer (18. Jh.), mnd. ribbespēr; das Grundwort (s. ↗Speer) bezeichnet zunächst den Bratspieß, auf den das Rippenstück gesteckt wird, danach im Kompositum das Fleisch selbst.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brustbein Brustkorb Ellbogen Ellenbogen Fraktur Gewölbe Haarriss Halswirbel Lungenflügel Messer Nasenbein Prellung Sauerkraut Schlüsselbein Schulterblatt Speck Stoß T-Bone-Steak Wirbel Wirbelsäule angebrochen angeknackst durchbohren gebrechen gebrochen geprellt geschmort knuffen leiern prellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rippe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oder er hat sich die Rippen geprellt und ihm bleibt daher beinahe die Luft weg!
Süddeutsche Zeitung, 16.04.1996
Ein paar Kilo zu viel trägt er noch auf den Rippen.
Bild, 10.03.2004
Den Platz zwischen den Rippen musst du mit Eis wappnen.
Die Welt, 01.09.1999
Für seine doch sehr breiten Finger war das schon ein Erfolg, die fünfte Rippe auszumachen.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 625
So oft ich an diese traurigen Augen dachte, tat mir etwas unter meinen Rippen weh.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18220
Zitationshilfe
„Rippe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rippe>, abgerufen am 20.10.2019.

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