Riss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Risses · Nominativ Plural: Risse
Ungültige Schreibung Riß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Riss‹ als Erstglied: Risspilz · Risswunde · rissfest
 ·  mit ›Riss‹ als Letztglied: Bodenriss · Bänderriss · Dammriss · Felsenriss · Felsriss · Filmriss · Haarriss · Innenbandriss · Kreuzbandriss · Meniskusriss · Muskelfaserriss · Muskelriss
eWDG

Bedeutungen

1.
das gewaltsame Auseinanderreißen, Zerreißen, Entzweigehen eines Ganzen, das Trennen eines Ganzen in Teile
Beispiele:
der Riss des Fadens, Seils
ein plötzlicher, deutlich hörbarer Riss einer Saite beim Violinsolo hatte eine kurze Unterbrechung des Konzerts zur Folge
2.
durch gewaltsames Aufreißen, Auseinanderreißen, Zerreißen entstandener Spalt, ritzenförmiger Schaden innerhalb eines Ganzen
Beispiele:
ein großer, kleiner, langer, kurzer, breiter, schmaler, tiefer, unbedeutender Riss
ein Riss im Erdboden, Holz, Mauerwerk, Schornstein
über Nacht hatten sich in der Eisdecke des Sees Risse gebildet
die Mauern bekommen, haben Risse
in der Wand klafft ein Riss
eine alte Kaffeetasse, Emailleschüssel mit vielen feinen Rissen (= Sprüngen)
einen Riss beseitigen, kitten, verschmieren, flicken
die Mutter näht den Riss in der Hose ihres Jungen zu
3.
übertragen Bruch, Kluft, Spaltung
Beispiele:
ein Riss geht mitten durch sein Inneres, durch die Familie
ein (unüberwindlicher) Riss klafft zwischen ihnen, ihren Auffassungen
ihre Freundschaft, Ehe hat einen (großen, tiefen) Riss bekommen
das hatte ihm einen Riss gegeben (= hatte ihn innerlich geschmerzt, erschüttert)
durch den Tod seiner Mutter hat es einen Riss in seinem Leben gegeben
politischer Gegensatz
Beispiel:
Risse in der Koalition, zwischen den Bündnispartnern
antagonistischer Klassengegensatz
Beispiel:
Und ich lernte, wieso und weswegen / Da ein Riß ist durch die Welt! [ BrechtLied vom Klassenfeind]
4.
Jägersprache Beute des Haarraubwildes
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riß · rissig
Riß m. ‘das Auseinanderreißen, durch (Zer)reißen eines festen Körpers entstandener Spalt, Ritze’, ahd. riʒ ‘Furche, Riß, Strich, Schriftzeichen’ (9. Jh.), mhd. riʒ ‘Riß, Ritze, Wunde’, frühnhd. Riß (auch ‘Linie einer Zeichnung, Zeichnung’, 16. Jh.), mnd. mnl. rēte, nl. reet ‘Riß, Spalte’, aengl. writ ‘Buchstabe, Schrift’, engl. writ ‘Schreiben, behördlicher Erlaß, Verfügung, Urkunde’, anord. rit, (älter) vrit ‘Schrift, Schreiben’, got. writs ‘Strich’ stehen als ablautende Abstrakta zu dem unter reißen (s. d.) behandelten Verb. rissig Adj. (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Riss‹ (berechnet)

Achillessehne Aorta Außenband Außenmeniskus Hauptschlagader Innenband Innenmeniskus Kreuzband Patellasehne Rotatorenmanschette Seitenband Sprachlosigkeit Syndesmose Syndesmose-band Syndesmosebandes Trommelfell Zugseil auftreten auftun aufweisen durchziehen entdecken fein feststellen haarfein kitten klaffen klaffend zuziehen

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Riss‹ und ›Riß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Riss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch die Einheit, die unsere Kraft gewesen war, ging ein blutender Riß. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1605]
Der beklagenswerte Riß der letzten Jahre lasse sich gewiß nicht von einem Tag auf den anderen völlig überbrücken. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]]
Unten klaffte der Riß einen halben Meter, oben unterm Dach erheblich mehr. [Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 195]
Am fernen Horizont, durch einen Riß, zeigte sich eine erste leuchtende Bahn. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 9]
Mit einem Ruck hat das kleine Taschentuch einen Riß bekommen. [Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 33]
Zitationshilfe
„Riss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Riss#1>.

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Riss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Risses · Nominativ Plural: Risse
Ungültige Schreibung Riß
Rechtschreibregel § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Riss‹ als Erstglied: Risswerk  ·  mit ›Riss‹ als Letztglied: Bauriss · Grundriss · Linienriss · Längsriss · Schattenriss · Seitenriss
eWDG

Bedeutungen

1.
Bauwesen, Technik (Entwurf für eine) technische Zeichnung
Beispiele:
den Riss einer Maschine anfertigen, zeichnen
der Architekt erläutert dem Intendanten die Risse des neuen Schauspielhauses
das Blatt Papier, der Bogen, auf dem sich (der Entwurf für) eine technische Zeichnung befindet
Beispiel:
der technische Zeichner rollt den Riss zusammen, entrollt die Risse
2.
Technik Anriss
Beispiel:
das Blech am, auf Riss schneiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Riß · rissig
Riß m. ‘das Auseinanderreißen, durch (Zer)reißen eines festen Körpers entstandener Spalt, Ritze’, ahd. riʒ ‘Furche, Riß, Strich, Schriftzeichen’ (9. Jh.), mhd. riʒ ‘Riß, Ritze, Wunde’, frühnhd. Riß (auch ‘Linie einer Zeichnung, Zeichnung’, 16. Jh.), mnd. mnl. rēte, nl. reet ‘Riß, Spalte’, aengl. writ ‘Buchstabe, Schrift’, engl. writ ‘Schreiben, behördlicher Erlaß, Verfügung, Urkunde’, anord. rit, (älter) vrit ‘Schrift, Schreiben’, got. writs ‘Strich’ stehen als ablautende Abstrakta zu dem unter reißen (s. d.) behandelten Verb. rissig Adj. (17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Riss‹ (berechnet)

Achillessehne Aorta Außenband Außenmeniskus Hauptschlagader Innenband Innenmeniskus Kreuzband Patellasehne Rotatorenmanschette Seitenband Sprachlosigkeit Syndesmose Syndesmose-band Syndesmosebandes Trommelfell Zugseil auftreten auftun aufweisen durchziehen entdecken fein feststellen haarfein kitten klaffen klaffend zuziehen

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Riss‹ und ›Riß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Riss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die von seiner Werkstatt vorgelegten Risse entsprechen nach den Gesetzen der Tafelmalerei komponierten Bildern. [o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337]
Nun kommt der Riss auf dem Gebiet der Schule zutage. [Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik, 1911, Bd. 43]
Ein leichter Riß in unserer sanften Haut läßt Blut hervorquellen. [Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 79]
Durch die Einheit, die unsere Kraft gewesen war, ging ein blutender Riß. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1605]
Langsam beginnt die eben noch cremige Masse anzutrocknen, die ersten kleinen Risse zeigen sich. [Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Riss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Riss#2>.

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