Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rist(e)s · Nominativ Plural: Riste
Aussprache  [ʀɪst]
Wortbildung  mit ›Rist‹ als Erstglied: Ristgriff · Risthaltung · Risthang
 ·  mit ›Rist‹ als Letztglied: Außenrist · Fußrist · Handrist · Innenrist · Widerrist
eWDG

Bedeutungen

1.
Fußrücken, Spann
Beispiel:
die Schuhe sind über dem Rist zu eng
selten Handrücken
2.
erhöhter Übergang vom Hals zum Rücken, besonders beim Pferd
Beispiel:
[der Fürst] hatte den Helm abgetan und ihn vor sich auf den Rist seines Pferdes gesetzt [ BobrowskiBoehlendorff51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rist m. ‘Fuß-, Handrücken, Übergang vom Hals zum Rücken (besonders beim Pferd)’, ahd. (w)rist m. (Hs. 13. Jh.), mhd. rist m. n., riste f. n. ‘Hand-, Fußgelenk’, spätmhd. ‘Halsgelenk an der Schulter des Pferdes, gebogener Rücken des Fußes’, frühnhd. ‘Wölbung des Fußes’, riß ‘Fußfessel, Fußschlinge, Zehe’, afries. -wrist ‘Hand-, Fußwurzel’, mnl. wrist, aengl. engl. wrist ‘Handgelenk’, anord. rist, (älter) vrist ‘Spann des Fußes’, schwed. vrist führen auf eine st-Bildung germ. *wrihst-. Verwandt sind ahd. (w)rīho ‘Kniekehle, Wade’ (9. Jh.), mhd. rīhe ‘Rist des Fußes’, mnd. wrīch ‘verdreht’ sowie (mit grammatischem Wechsel) mnl. wrīgen ‘krumm wachsen’, aengl. wrīgian ‘gehen, drehen, wenden’ und außergerm. griech. rhoikós (ῥοικός) ‘gekrümmt, gebogen, krummbeinig’, lat. rīca ‘Kopftuch’, lit. ríeša(s) ‘Handgelenk, -wurzel, Fußgelenk, -wurzel, -knöchel’. Sie führen auf ie. *u̯reik̑- ‘drehen, umwickeln, binden’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’. Zu einer Dentalableitung der gleichen Wurzel gehört das starke Verb ahd. (w)rīdan ‘drehen, winden’ (8. Jh.), aengl. wrīþan ‘winden, flechten, fesseln’, engl. to writhe ‘(sich) winden, drehen’, anord. rīða ‘flechten, knüpfen’; ferner s. auch werfen und Wurm.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fußrücken · Rist · Spann

Verwendungsbeispiele für ›Rist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die scharfen Hornkanten des Hufes drückten sich in den Rist meines Fußes. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 52]
Ein winziger Fuß mit extrem hohem Rist, der durch die lebenslang notwendigen Bandagen noch verstärkt wird, ist die Folge. [Süddeutsche Zeitung, 08.01.2001]
Meine Zunge erreichte den Rist ihres Fußes und dann die Zehenspitzen. [konkret, 1985]
Rist vertraute dem jungen Mann und wurde von seiner Arbeit überrascht. [Bild, 21.11.1997]
Ob er bei Rist bleibt, ist auch eine Frage des Geldes. [Bild, 05.03.2004]
Zitationshilfe
„Rist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rist>.

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