Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rohstoff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rohstoff(e)s · Nominativ Plural: Rohstoffe
Aussprache 
Worttrennung Roh-stoff
Wortzerlegung roh Stoff
Wortbildung  mit ›Rohstoff‹ als Erstglied: Rohstoffarmut · Rohstoffbedarf · Rohstoffkosten · Rohstoffkrieg · Rohstofflieferant · Rohstofflieferantin · Rohstoffmarkt · Rohstoffpreis · Rohstoffquelle · Rohstoffreichtum · Rohstoffreserve · Rohstoffsektor · Rohstoffversorgung · rohstoffarm · rohstoffreich
 ·  mit ›Rohstoff‹ als Letztglied: Energierohstoff · Faserrohstoff · Sekundärrohstoff · Textilrohstoff
eWDG

Bedeutung

Naturprodukt, das für eine Bearbeitung, Verarbeitung geeignet, bestimmt ist
Beispiele:
die Einfuhr an Rohstoffen steigt ständig an
metallischer, tierischer Rohstoff
übertragen
Beispiel:
das Leben selbst hat dem Dichter den Rohstoff für seine Erzählungen geliefert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

roh · Roheit · Rohling · verrohen · Rohstoff
roh Adj. ‘nicht zubereitet, ungekocht, unbehauen, ungeschliffen, ungebildet, gewalttätig’, ahd. (h)rō, Genitiv (h)rōwes (9. Jh.), mhd. rou, , , rōch, rouch, asächs. hrāo, mnd. , mnl. raeu, rau, nl. rauw, aengl. hrēaw, engl. raw, anord. hrār, schwed. (germ. *hrawa-) und außergerm. aind. krūráḥ ‘wund, roh, blutig, grausam, hart’, air. crūaid ‘hart, fest’, lat. crūdus ‘ungekocht, blutend, unreif, unverdaut, rauh, unbearbeitet, gefühllos’ sowie aind. kravíḥ ‘rohes Fleisch’, mir. crū ‘Blut’, kymr. crau ‘Blut’, griech. kréas (κρέας) ‘Fleisch, Fleischstück’, lat. cruor ‘rohes, dickes Blut außerhalb des Körpers’, lit. kraũjas ‘Blut’, apoln. kry, poln. krew, aslaw. krъvь, russ. krov’ (кровь) ‘Blut’ führen auf eine Wurzel ie. *kreu(ə)-, *krū- ‘dickes, stockendes Blut, blutiges, rohes Fleisch’. Roheit f. ‘roher Zustand, rohe Gesinnung, rohes Benehmen, Grausamkeit’ (15. Jh.). Rohling m. ‘grausamer, niederträchtiger Mensch’ (15. Jh.), dann auch Bezeichnung für bestimmte noch zu bearbeitende Werkstücke. verrohen Vb. ‘gefühllos, grausam werden’ (Ende 19. Jh.). Rohstoff m. ‘Naturprodukt vor der Bearbeitung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Technik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
  • Fertigungsgegenstand · Produktionsgegenstand

Typische Verbindungen zu ›Rohstoff‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rohstoff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rohstoff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die deutsche Industrie hat keine Rohstoffe, das Volk hat kein Brot. [Schädlich, Hans Joachim: Tallhover, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 134]
Und noch schneller als die erbeuteten Rohstoffe mehrte sich die Kunst, etwas, das nie vorhanden war, aus ihnen zu machen. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 188]
Wie sollte man sonst genug Rohstoff für die vielen Seren erhalten, die benötigt wurden? [Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 24]
Man kann aber auswählen aus einer Liste der verwertbaren Rohstoffe. [Die Zeit, 05.01.2000, Nr. 2]
Er wollte bessere Rohstoffe, aber wo sollte er die hernehmen? [Die Zeit, 02.06.1999, Nr. 23]
Zitationshilfe
„Rohstoff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rohstoff>.

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