Rokoko, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rokokos · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRo-ko-ko (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Rokoko‹ als Erstglied: ↗Rokokomöbel · ↗Rokokostil
eWDG, 1974

Bedeutung

Kunststil von etwa 1720–1780, der durch zierliche, beschwingte Formen, zarte Farbtöne und helle Räume gekennzeichnet ist
Beispiel:
die Malerei des Rokokos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rokoko n. im 18. Jh. auf das Barock folgender, durch zierliche, beschwingte, heitere Formen gekennzeichneter Stil der europäischen Kunst. Frz. rococo Adj. ‘dem mit Ornamenten überladenen Baustil des 18. Jhs. zugehörig, altmodisch, veraltet’, Subst. ‘Baustil des 18. Jhs., Überfülle an äußeren Ornamenten’ entsteht in der 1. Hälfte des 19. Jhs. als Spottbezeichnung des Pariser Künstlerjargons für den überladenen Dekorationsstil der Zeit Ludwigs XV. und XVI. und wird in substantivischer Verwendung sogleich ins Dt. übernommen. Es handelt sich um eine mit Reduplikation versehene Kürzung von frz. rocaille ‘kleine Steine, Muscheln, Einlegearbeit aus Steinchen, Muschelwerk’ (als Grotten nachahmende Verzierungen), einer Bildung zu afrz. rochal, rocal ‘Fels’, abgeleitet von afrz. frz. roche ‘Fels, Stein’, das ein nicht genau bestimmbares, wohl vorlat. *rocca ‘Fels’ fortsetzt (vgl. mlat. roc(c)a, roc(c)ha ‘Fels, Felsenhöhle, Burg auf einem Felsen’).

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Rokokoklassizismus · ↗Zopfstil
  • Josephinischer Barock · Josephinischer Klassizismus · Josephinischer Stil
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Barock Biedermeier Empire Epochen Gotik Herrenmode Historismus Jugendstil Klassik Klassizismus Malerei Manierismus Mittelalter Moderne Porzellan Raumkunst Renaissance Romanik Romantik Spätbarock Zeitalter ausgehenden friderizianischen heiteres preußischen sterbenden süddeutschen venezianischen verspieltem Übergang

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sein Bruch mit dem Rokoko erfolgt kurz vor der Französischen Revolution.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 279
Wenn man sie anschaut, möchte man am Bild vom unbeschwerten Rokoko zweifeln.
Süddeutsche Zeitung, 24.03.1994
Das Rokoko geht zu Ende, bald ergreifen die wüsten Kinder die Macht.
Die Zeit, 07.10.1983, Nr. 41
Auch durch preziös-erotische Verkleinerung wirkt das Rokoko hierfür konzentrierend, mindestens isolierend.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 366
Die ist nun wundervoll rund gegliedert, heiter barock, fast Rokoko innen, mit ihren Rängen übereinander wie ein großes Theater.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 219
Zitationshilfe
„Rokoko“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rokoko>, abgerufen am 24.08.2017.

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