Rokoko, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rokoko/Rokokos · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ro-ko-ko
Wortbildung  mit ›Rokoko‹ als Erstglied: Rokokomöbel · Rokokostil
Herkunft aus gleichbedeutend rococofrz < rocaillefrz ‘kleine Steine, Muscheln, Einlegearbeit aus Steinchen, Muschelwerk’
eWDG

Bedeutung

Kunststil von etwa 1720 bis 1780, der durch zierliche, beschwingte Formen, zarte Farbtöne und helle Räume gekennzeichnet ist
Beispiel:
die Malerei des Rokokos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rokoko n. im 18. Jh. auf das Barock folgender, durch zierliche, beschwingte, heitere Formen gekennzeichneter Stil der europäischen Kunst. Frz. rococo Adj. ‘dem mit Ornamenten überladenen Baustil des 18. Jhs. zugehörig, altmodisch, veraltet’, Subst. ‘Baustil des 18. Jhs., Überfülle an äußeren Ornamenten’ entsteht in der 1. Hälfte des 19. Jhs. als Spottbezeichnung des Pariser Künstlerjargons für den überladenen Dekorationsstil der Zeit Ludwigs XV. und XVI. und wird in substantivischer Verwendung sogleich ins Dt. übernommen. Es handelt sich um eine mit Reduplikation versehene Kürzung von frz. rocaille ‘kleine Steine, Muscheln, Einlegearbeit aus Steinchen, Muschelwerk’ (als Grotten nachahmende Verzierungen), einer Bildung zu afrz. rochal, rocal ‘Fels’, abgeleitet von afrz. frz. roche ‘Fels, Stein’, das ein nicht genau bestimmbares, wohl vorlat. *rocca ‘Fels’ fortsetzt (vgl. mlat. roc(c)a, roc(c)ha ‘Fels, Felsenhöhle, Burg auf einem Felsen’).

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Rokoko · Spätbarock
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Rokokoklassizismus · Zopfstil
  • Josephinischer Barock · Josephinischer Klassizismus · Josephinischer Stil

Typische Verbindungen zu ›Rokoko‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rokoko‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rokoko‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Weg, auf dem die Barockarchitektur immer mehr dekorativen Charakter annimmt, führt ins Rokoko.
Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 383
Sein Bruch mit dem Rokoko erfolgt kurz vor der Französischen Revolution.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 279
Die ist nun wundervoll rund gegliedert, heiter barock, fast Rokoko innen, mit ihren Rängen übereinander wie ein großes Theater.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 219
Als Hochzeit für den dekorativen Vignettenschmuck in Büchern gilt das Rokoko.
o. A. [hg]: Vignette. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990]
Zu seiner Zeit aber standen Barock und Rokoko als kurzvergangene und daher noch nicht eingeordnete Epochen nicht eben hoch im Kurs.
Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 201
Zitationshilfe
„Rokoko“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rokoko>, abgerufen am 25.09.2021.

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