Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Roller, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rollers · Nominativ Plural: Roller
Aussprache  [ˈʀɔlɐ]
Worttrennung Rol-ler
Wortzerlegung rollen -er
Wortbildung  mit ›Roller‹ als Erstglied: Rollerrennen  ·  mit ›Roller‹ als Letztglied: Blattroller · City-Roller · Cityroller · E-Roller · Edelroller · Elektroroller · Hubroller · Kabinenroller · Kinderroller · Motorroller · Punktroller · Tretroller
eWDG

Bedeutungen

1.
Fahrzeug für Kinder mit zwei Rädern, Trittbrett und Lenkstange
Beispiel:
ein luftbereifter Roller
2.
Motorroller
Beispiel:
am Sonntag fährt er mit dem Roller ins Grüne
3.
männlicher, schön singender Kanarienvogel
Beispiel:
ein Harzer Roller
4.
große, schwere Brandungswelle
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rollen · Roller · Rollmops · Rolladen · Rollstuhl
rollen Vb. ‘sich durch Drehen um die eigene Achse oder auf Rädern fortbewegen, etw. drehend bewegen, zusammenwickeln, ein rumpelndes Geräusch verursachen’, mhd. (vereinzelt) rollen ‘sich herumdrehen’ (und ‘poltern’?), dann (Ende 15. Jh., zuerst am Niederrhein und wohl vermittelt durch mnl. rollen ‘dahinrollen, hinabkugeln’) frühnhd. rollen, auch im Sinne von ‘etw., sich auf Walzen, Rädern, durch Drehen fortbewegen’, ist entlehnt aus afrz. mfrz. roeler, mfrz. rouler ‘(sich) drehend bewegen, kopfüber zu Boden stürzen, niederwerfen’, Ableitung von afrz. roele ‘runde Scheibe, kleines Rad’ (frz. rouelle), aus spätlat. rotella, Deminutivum zu lat. rota ‘Rad, rollende Scheibe, Rolle’ (s. Roulett). Dieses Verb vermischt sich im Mfrz. mit gleichlautendem mfrz. rouler ‘zusammenwickeln, zu einer Rolle formen’, abgeleitet von afrz. mfrz. rol(l)e, mfrz. roul(l)e, roole ‘(Pergament-, Papier)rolle, Verzeichnis’ (frz. rôle, aus ebenfalls zu lat. rota gebildetem lat. rotulus ‘Walze, Rolle’, s. Rolle, Roulade), so daß frz. rouler beide Bedeutungen in sich vereinigt; daher nhd. rollen seit dem 18. Jh. auch ‘zusammenwickeln’ (wie schon mnd. rullen ‘auf Rollen, Walzen bewegen, sich rollend bewegen’ und ‘auf-, zusammenrollen’, rollen ‘in einer Schriftrolle verzeichnen’). Im Dt. erfolgt schon früh (im Frz. erst im 18. Jh.) Übertragung des Verbs auf rumpelnde Geräusche, die denen eines fahrenden Wagens ähneln. – Roller m. ‘zweirädriges Kinderfahrzeug mit Trittbrett und Lenkstange’ (1. Hälfte 20. Jh., hierzu Motorroller, Mitte 20. Jh.), als Nomen agentis zum Verb rollen zuvor Personen-, Tier- oder Gerätebezeichnung in unterschiedlichen, teilweise fachsprachlichen Verwendungen, vgl. im älteren Nhd. Roller ‘Fuhrmann’ (Ende 15. Jh.), ferner Harzer Roller ‘wegen seines rollenden Gesangs gezüchteter Kanarienvogel’ (19. Jh.). Rollmops m. ‘zusammengerolltes, mit Gurke, Zwiebel und Gewürz gefülltes mariniertes Heringsfilet’; Rolladen m. ‘aufrollbare Vorrichtung zum Verschluß von Fenstern und Türen’; Rollstuhl m. ‘fahrbarer Stuhl für Körperbehinderte’ (alle 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Roller‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Roller‹.

Verwendungsbeispiele für ›Roller‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kleine Roller hat Power, wir flitzen den Berg hinauf. [Die Zeit, 11.02.2013, Nr. 06]
Vor den Roller möchte die Wissenschaft die ärztliche Untersuchung setzen. [Die Zeit, 30.10.1970, Nr. 44]
Jeder von uns hatte seinen eigenen Roller, eine Vespa, knallrot war meine, gebraucht gekauft. [Süddeutsche Zeitung, 24.11.2003]
Der nimmt den Roller in seinem Auto mit, ich gehe zu Fuß weiter. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.2002]
Er hatte sich einen Roller gekauft und probierte ihn abends aus; so war er herübergekommen. [Gaiser, Gerd: Schlußball, München: Hanser 1958 [1958], S. 151]
Zitationshilfe
„Roller“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Roller>.

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