Rollmops, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rollmopses · Nominativ Plural: Rollmöpse
Aussprache  [ˈʀɔlmɔps]
Worttrennung Roll-mops
Wortzerlegung rollen Mops
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Rollmöpse
Rollmöpse
(Ra Boe, CC BY-SA 2.5)
D , CH sauer mariniertes Heringsfilet, das um ein Stück Essiggurke (und Zwiebel) gewickelt und mit Stäbchen zusammengehalten wird
Beispiele:
Der Klassiker beim Katerfrühstück ist der Rollmops. Und das ist er völlig zu recht, denn er bringt wichtige Mineralien mit, die der Körper im Alkoholrausch verloren hat. [Die 9 besten Tipps gegen einen Kater, 2020, aufgerufen am 20.08.2020]
Wenn du jedoch richtigen Appetit verspürst, solltest du als Katerfrühstück zu Rollmöpsen oder Heringssalat greifen. [Was hilft gegen Kater?, 01.02.2018, aufgerufen am 01.09.2020]
Ein Rollmops ist ein in Essig und Salz eingelegter, ausgenommener und entgräteter Hering ohne Kopf und Schwanzflosse mit eingerollten Gewürzen sowie Gurken und/oder Zwiebeln. Sie sind im Allgemeinen mit einem Holz‑ oder Plastikspiess fixiert. […] Der Rollmops gilt als Spezialität der Berliner Küche und soll auch dort in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Biedermeier entstanden sein. Damals soll das Aussehen mit der Form der Hunderasse Mops assoziiert worden sein. Der Rollmops war damals in den Berliner Kneipen eine beliebte Zwischenverpflegung. [Basler Zeitung, 07.05.2016]
Es handelt sich dabei [beim Labskaus] um einen rosafarbenen Brei aus gepökeltem Rind, Kartoffeln und Roter Bete – weltmännisch garniert mit Rollmops und Spiegelei. [Welt am Sonntag, 24.04.2016]
Von früher weiß ich noch, daß es viele Imbißstuben gab, in denen hauptsächlich gebratenes Fischfilet mit Kartoffelsalat sowie Rollmöpse, Bratheringe und Marinaden angeboten wurden. [Neues Deutschland, 06.07.1971]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rollen · Roller · Rollmops · Rolladen · Rollstuhl
rollen Vb. ‘sich durch Drehen um die eigene Achse oder auf Rädern fortbewegen, etw. drehend bewegen, zusammenwickeln, ein rumpelndes Geräusch verursachen’, mhd. (vereinzelt) rollen ‘sich herumdrehen’ (und ‘poltern’?), dann (Ende 15. Jh., zuerst am Niederrhein und wohl vermittelt durch mnl. rollen ‘dahinrollen, hinabkugeln’) frühnhd. rollen, auch im Sinne von ‘etw., sich auf Walzen, Rädern, durch Drehen fortbewegen’, ist entlehnt aus afrz. mfrz. roeler, mfrz. rouler ‘(sich) drehend bewegen, kopfüber zu Boden stürzen, niederwerfen’, Ableitung von afrz. roele ‘runde Scheibe, kleines Rad’ (frz. rouelle), aus spätlat. rotella, Deminutivum zu lat. rota ‘Rad, rollende Scheibe, Rolle’ (s. Roulett). Dieses Verb vermischt sich im Mfrz. mit gleichlautendem mfrz. rouler ‘zusammenwickeln, zu einer Rolle formen’, abgeleitet von afrz. mfrz. rol(l)e, mfrz. roul(l)e, roole ‘(Pergament-, Papier)rolle, Verzeichnis’ (frz. rôle, aus ebenfalls zu lat. rota gebildetem lat. rotulus ‘Walze, Rolle’, s. Rolle, Roulade), so daß frz. rouler beide Bedeutungen in sich vereinigt; daher nhd. rollen seit dem 18. Jh. auch ‘zusammenwickeln’ (wie schon mnd. rullen ‘auf Rollen, Walzen bewegen, sich rollend bewegen’ und ‘auf-, zusammenrollen’, rollen ‘in einer Schriftrolle verzeichnen’). Im Dt. erfolgt schon früh (im Frz. erst im 18. Jh.) Übertragung des Verbs auf rumpelnde Geräusche, die denen eines fahrenden Wagens ähneln. Roller m. ‘zweirädriges Kinderfahrzeug mit Trittbrett und Lenkstange’ (1. Hälfte 20. Jh., hierzu Motorroller, Mitte 20. Jh.), als Nomen agentis zum Verb rollen zuvor Personen-, Tier- oder Gerätebezeichnung in unterschiedlichen, teilweise fachsprachlichen Verwendungen, vgl. im älteren Nhd. Roller ‘Fuhrmann’ (Ende 15. Jh.), ferner Harzer Roller ‘wegen seines rollenden Gesangs gezüchteter Kanarienvogel’ (19. Jh.). Rollmops m. ‘zusammengerolltes, mit Gurke, Zwiebel und Gewürz gefülltes mariniertes Heringsfilet’; Rolladen m. ‘aufrollbare Vorrichtung zum Verschluß von Fenstern und Türen’; Rollstuhl m. ‘fahrbarer Stuhl für Körperbehinderte’ (alle 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dicke · Dicker  ●  dicker Mensch  Hauptform · Brecher  ugs. · Brocken  ugs. · Brummer  ugs. · Dampfwalze  ugs. · Dickerchen  ugs. · Dickmadam  ugs. · Dickwanst  derb · Elefantenküken  ugs. · Fass  derb · Fettbauch  derb · Fettkloß  derb · Fettmops  ugs. · Fettsack  derb · Fettwanst  derb · Fleischberg  derb · Koloss  ugs. · Kugel  ugs. · Moppel  ugs. · Mops  ugs. · Person von Gewicht  ugs., ironisch · Prachtexemplar  ugs., ironisch · Pummelchen  ugs. · Quetschwurst  derb · Rollmops  ugs. · Schwergewicht  ugs., ironisch · Tonne  derb · fette Sau  derb · fettes Schwein  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rollmops‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rollmops‹.

Zitationshilfe
„Rollmops“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rollmops>.

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