Romancier, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Romanciers · Nominativ Plural: Romanciers
Aussprache  [ʀomãˈsi̯eː]
Worttrennung Ro-man-ci-er
Herkunft Französisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Dichter, Schriftsteller, der vor allem als Verfasser von bedeutenden, künstlerisch wertvollen Romanen bekannt und berühmt ist
Beispiele:
ein bedeutender Romancier
der beliebteste Romancier der Gegenwart
Man mußte, um die Realität zum Sprechen zu bringen, eine epische Form wählen, was den Dramatikern sofort den Vorwurf einbrachte, sie seien keine Dramatiker, sondern verhüllte Romanciers [ BrechtSchriften z. Theater1,266]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Roman · Romancier
Roman m. epische Prosagroßform, die durch die Gestaltung ausgeprägter Individuen in ihren vielfältigen Beziehungen zu ihrer gesellschaftlichen Umwelt eine umfassende realistische Aussage ermöglicht. Die Gattungsbezeichnung (mit den frühen Varianten Romain, Romayn, Plur. Romans, bis Ende 18. Jh. Romanen) wird in der 1. Hälfte des 17. Jhs. entlehnt aus frz. roman ‘umfangreiche erzählende Prosadichtung’, dem afrz. mfrz. romanz, romant ‘Erzählung in französischer Sprache’ (anfangs in Versen, dann in Prosa) vorausgeht. Afrz. romanz, romant gilt zuerst für die meist in erzählender Form abgefaßte, auf Übersetzung oder Bearbeitung beruhende volkssprachliche Version eines ursprünglich lat. Textes und schließt sich in dieser Verwendung an afrz. mfrz. romanz, roman(t) ‘galloromanische Volkssprache Nordfrankreichs, Altfranzösisch’ (im Unterschied zum Latein der Gelehrten) an. Der afrz. Substantivbildung liegt (wie mehrfach daneben bezeugtem afrz. romanz Adv. ‘in romanischer Volkssprache’) das im Lat. nicht nachweisbare Adverb vlat. *Rōmānicē ‘auf romanisch, in der Volkssprache’ (vgl. mlat. Romanice, 11. Jh.; auszugehen ist wohl von der Fügung vlat. *Rōmānicē loquī ‘romanisch sprechen’) zugrunde. Dieses gehört formal zum Adjektiv lat. Rōmānicus ‘aus Rom stammend’, könnte aber in nachklassischer Zeit (nach dem Muster anderer bedeutungsgleicher Doppelformen wie lat. barbarē, spätlat. barbaricē ‘ausländisch, fremd’) auch unmittelbar von dem üblicherweise mit Bezug auf die Sprache gebrauchten lat. Rōmānus ‘römisch, lateinisch’ (mlat. Romanus ‘volkssprachlich, romanisch’, zu lat. Rōma, s. ↗romanisch) abgeleitet sein. Romancier m. ‘Romanschriftsteller’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus gleichbed. frz. romancier.

Thesaurus

Synonymgruppe
Romanautor · Romancier · ↗Romanschreiber · ↗Romanschriftsteller
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Romancier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Romancier‹.

Verwendungsbeispiele für ›Romancier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch dem angehenden Romancier fehlte es an der nötigen Inspiration.
Der Spiegel, 19.10.1981
Daß die Sätze dieses Romanciers so überwältigend authentisch klingen, kommt nicht von ungefähr.
Die Welt, 15.08.2005
So kam Heinrich Mann als Romancier, Zeitkritiker und Agitator zu früh und zu spät.
Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82
Daher kann die Oper nicht Charaktere nach Art eines Romanciers darstellen.
Süddeutsche Zeitung, 29.05.2000
James Baldwin, 62jähriger Romancier, Essayist und US-Bürgerrechtler, lebt seit 16 Jahren in Südfrankreich.
konkret, 1986
Zitationshilfe
„Romancier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Romancier>, abgerufen am 31.10.2020.

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