Romanik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Romanik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRo-ma-nik
HerkunftLatein
Wortzerlegungromanisch-ik
Wortbildung mit ›Romanik‹ als Letztglied: ↗Hochromanik
eWDG, 1974

Bedeutung

mittelalterlicher Kunststil von etwa 1000 bis 1250, für den in der Baukunst der Rundbogen, von Würfelkapitellen gekrönte Säulen sowie die blockhaft schwer wirkende Form charakteristisch sind
Beispiele:
die dreischiffige Basilika mit flacher Decke ist typisch für den Kirchenbau der Romanik
die Bildhauerei, Plastik, Malerei der Romanik
eine Wandmalerei im Stile der späten Romanik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

romanisch · Romanik · Romanist · Romanistik · romanistisch
romanisch Adj. ‘dem europäischen Kunststil der hochfeudalen Epoche (etwa 1000 bis 1250) zugehörig, zur Familie der aus dem Lateinischen hervorgegangenen Sprachen gehörend oder für deren Sprecher charakteristisch’. Das nach lat. Rōmānus ‘römisch’ (vom Stadtnamen lat. Rōma) gebildete Adjektiv ist, zunächst in demselben Sinne, seit dem 16. Jh. gebräuchlich. Im 18./19. Jh. kommt es vereinzelt auch (als Ableitung von ↗Roman, s. d.) in der Bedeutung ‘romanhaft’ vor. Der im ausgehenden 18. Jh. einsetzenden terminologischen Verwendung in der Sprachwissenschaft folgt Anfang des 19. Jhs. der kunstgeschichtliche Terminus, der sich auf die Feststellung gründet, daß im Baustil des Hochmittelalters Elemente der antiken römischen Baukunst fortleben; hierzu Romanik f. (Anfang 20. Jh.). Romanist m. ‘Lehrer, Forscher auf dem Gebiet der Romanistik’. Aus lat. Rōmānus ‘römisch’ und der (im Frühnhd. häufig negative Wertung ausdrückenden) Ableitungssilbe -ist, die auf lat. -ista, griech. -istēs (-ιστης) zurückgeht, wird im 16. Jh. Romanist ‘Anhänger des Papsttums’ geschaffen. Das Substantiv ist in diesem Sinne noch im 17. Jh. üblich, steht im 18. Jh. gelegentlich für ‘Romanschreiber’ (unter Einfluß von gleichbed. frz. romaniste), bezeichnet um die Mitte des 19. Jhs. (wie engl. romanist bereits vom 17. Jh. an) in der Rechtswissenschaft den Vertreter des römischen Rechts (im Unterschied zu ↗Germanist, s. d.) und findet sich schließlich seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. in der oben angegebenen modernen Bedeutung. Nach dem Modell von Romanist entstehen in der Wissenschaftssprache des 19. Jhs. zunächst ↗Germanist und ↗Slawist (s. d.); der Bildungstyp wird dann für die den verschiedenen Zweigen der Philologie entsprechenden Personenbezeichnungen geläufig, s. ↗Anglist, vgl. Nordist, Bohemist, Keltist, Orientalist. Romanistik f. Wissenschaft von den romanischen Sprachen und Literaturen (20. Jh.); romanistisch Adj. ‘in das Gebiet der Romanistik gehörend’ (2. Hälfte 19. Jh.), auch ‘das römische Recht vertretend’ (Mitte 19. Jh.), vorher schon ‘zur römischen Kirche, zum Papsttum gehörig’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Romanik · romanischer Stil · vorgotischer Stil
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Neoromanik · Neuromanik

Typische Verbindungen
computergeneriert

Architektur Barock Bauwerk Gotik Meisterwerk Renaissance Rokoko Romantik Straße Zeugnis vereinen Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Romanik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht im Barock, nicht in der Romanik hat sich Kunst am Bau derart üppig entfaltet.
Die Zeit, 20.11.1964, Nr. 47
Ob er die Romanik gekannt hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
In der Romanik erhält die Cuppa eine nahezu halbkugelige Gestalt.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 10183
Gegen Ende der Romanik gewann die sächsisch-thüringische Malerschule Einfluß auch auf den Norden.
Lehmann, A.: Malerei und Plastik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 5734
Die Wendung der Kunst von der Romanik zur Gotik bedeutet eine »gleichzeitige Umwälzung im Glauben« (S. 465).
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 430
Zitationshilfe
„Romanik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Romanik>, abgerufen am 22.10.2019.

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