Romantiker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Romantikers · Nominativ Plural: Romantiker
Aussprache
WorttrennungRo-man-ti-ker
HerkunftFranzösisch
WortzerlegungRomantik-er
Wortbildung mit ›Romantiker‹ als Letztglied: ↗Frühromantiker · ↗Neuromantiker
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Vertreter des Kunststils der Romantik
2.
Träumer, Phantast, Schwärmer
Beispiele:
Sein Ideal war »antiquarisch«, er war ein Sucher nach rückwärts, er war ein Romantiker [HesseDemian3,218]
Sie waren keine unklugen Romantiker – auch eine solche Entscheidung [das Land zu verlassen] kann, wenn sie der Lage entspricht, für Kommunisten richtig sein [R. WernerBenario240]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

romantisch · Romantik · Romantiker
romantisch Adj. ‘gefühlsbetont, schwärmerisch, verträumt, stimmungs-, geheimnisvoll’, zunächst (Ende 17. Jh.) in der Bedeutung ‘den Roman betreffend, nach Art der Romane’ (wofür im 18. Jh. romanhaft) entlehnt aus gleichbed. frz. romantique bzw. unmittelbar aus engl. romantic, das dem frz. Adj. zugrunde liegt. Die engl. Bildung gehört zu engl. (älter) romant, romaunt ‘Roman, abenteuerliche Prosa- oder Verserzählung’ (neben engl. romance), das seinerseits auf afrz. mfrz. romanz, romant ‘Vers-, Prosaerzählung’ (s. ↗Roman) zurückgeht. Unter erneutem Einfluß von engl. romantic und dessen semantischer Entwicklung im 17./18. Jh. wird romantisch einerseits gegen Mitte des 18. Jhs. im Sinne von ‘poetisch, phantastisch, abenteuerlich, wunderbar’ üblich, woran sich Ende des 18. Jhs. die auf Personen bezogene Verwendung ‘gefühlsbetont, von Stimmungen abhängig, schwärmerisch’ anschließt, andererseits steht es ebenfalls seit der Jahrhundertmitte für ‘stimmungsvoll, malerisch, düster, geheimnisvoll’ (namentlich von Landschaften und Natureindrücken). Seit dem späten 18. Jh. dient romantisch (als Gegenwort zu ↗klassisch, s. d.) der Charakterisierung von Dichtung, Kultur und Lebensauffassung des Mittelalters, die dem an der Antike orientierten Kunstideal der Klassik entgegengestellt werden; zu Beginn des 19. Jhs. wird es mit der Bedeutung ‘die Literatur, das Denken, die künstlerischen Anschauungen der Romantik betreffend, zu dieser Richtung gehörend’ kennzeichnend für die neuen geistigen Bestrebungen jener Epoche. Romantik f. Substantivbildung zu romantisch, zuerst (Ende 18. Jh.) für ‘das Romantische, Phantastische als Eigenart des Romans’, dann (Anfang 19. Jh.) vor allem Bezeichnung der nach der französischen Revolution sich in den Ländern Europas in unterschiedlicher Weise herausbildenden, in Deutschland etwa von 1790 bis 1830 herrschenden und durch Hinwendung zum Volkstümlichen und Nationalen, aber auch zum Gefühlsmäßigen, Irrationalen geprägten künstlerisch-philosophischen Bewegung; seit Mitte des 19. Jhs. daneben allgemein ‘romantische Wesensart, Verträumtheit, reizvolle, das Gefühl ansprechende Stimmung, Abenteuerlichkeit’. Dazu Romantiker m. ‘Vertreter des Kunststils der Romantik’, auch ‘gefühlsbetonter, schwärmerischer, unrealistisch denkender Mensch, Phantast’ (1. Hälfte 19. Jh.), zuvor ‘Verfasser von Romanen’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fantast · ↗Idealist · ↗Phantast · Romantiker · ↗Schwärmer · ↗Träumer · ↗Utopist
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufklärer Expressionist Idealist Impressionist Klassiker Klassizist Königsthron Mystiker Naturalist Naturliebhaber Nazarener Pragmatiker Preußenthron Rationalist Realist Symbolist Thron Träumer Verliebte Zyniker hemmungslos hoffnungslos reisend schwärmerisch unheilbar unverbesserlich verkappt verspätet weltfremd zivilisationsmüd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Romantiker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Erst mit den Romantikern erwachte das Interesse an älterer Musik.
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2004
Das hat in der Tat mit den Romantikern zu tun.
Der Tagesspiegel, 27.04.2003
Aber für alle drei mag jetzt das Wort Romantiker in einem neuen Sinne gelten.
Benz, Richard: Die romantische Geistesbewegung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 16497
Für sie hatten die eigentlichen Theoretiker dieses Gebietes auch unter den Romantikern nichts übrig.
Benjamin, Walter: Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1928], S. 353
Dann lernte der reife Mann den Begriff in der Verzerrung der Romantiker kennen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 26919
Zitationshilfe
„Romantiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Romantiker>, abgerufen am 08.12.2019.

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