Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rosinenbomber, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rosinenbombers · Nominativ Plural: Rosinenbomber · wird meist im Plural verwendet
Aussprache [ʀoˈziːnənˌbɔmbɐ]
Worttrennung Ro-si-nen-bom-ber
Wortzerlegung Rosine Bomber

Bedeutungsgeschichte

Rosinenbomber wurde ursprünglich als scherzhafte Bezeichnung für die ersten Flugzeuge während der sogenannten »Berliner Luftbrücke« verwendet, von denen aus vor der Landung kleine Beutel mit Rosinen, Kaugummi oder Schokolade für Kinder an kleinen Fallschirmen über West-Berlin abgeworfen wurden.
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

historisch, umgangssprachlich, meist D in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg   Flugzeug, mit dem während der Berliner Blockade durch die UdSSR zwischen 1948 und 1949 die Bevölkerung West-Berlins von den Alliierten mit Lebensmitteln, Hilfsmitteln o. Ä. versorgt wurde
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die berühmten, historischen, legendären Rosinenbomber
Beispiele:
20 noch lebende Piloten der legendären Rosinenbomber wollten anlässlich des 70. Jahrestags der Berliner Luftbrücke in Berlin landen und noch einmal Schokolade für die Kinder abwerfen – wie damals in der von den Sowjets belagerten und hungrigen Stadt. [Die Welt, 27.09.2019]
Es war der US‑Pilot Gail Halvorsen […], der die Idee hatte, kleine Beutel mit Süßigkeiten mittels selbstgebastelter kleiner Fallschirme kurz vor der Landung aus seiner Maschine abzuwerfen, wo sie von Berliner Gören begierig eingesammelt wurden. »Candy Bomber« hießen diese Flugzeuge fortan bis sie jemand »Rosinenbomber« nannte. [Bild am Sonntag, 10.03.2019]
Viele, die jetzt das Tempelhofer Feld erobern, schätzen auch die geschichtsträchtige Kulisse, die bereits Kult ist. In monumentalem Baustil liegt er da, der ehemalige Flughafen mit seinen Hangars. Ein Rosinenbomber steht am Rand des Geländes[…] [und] erinnert an die Berlin‑Blockade. [Berliner Morgenpost, 04.07.2011]
Lang ist’s her, dass Tempelhof der geschäftigste Flughafen Europas war, vor London und Paris. Fern die Tage, als die »Rosinenbomber« der Alliierten während der Berlin‑Blockade im 90‑Sekunden‑Takt landeten. [Welt am Sonntag, 26.10.2008]
Zwei Millionen Tonnen Güter – vor allem Kohle, aber auch Trockennahrung und sogar ein vollständig in seine Einzelteile zerlegtes Kraftwerk – brachten die sogenannten Rosinenbomber der Alli[i]erten vom 26. Juni 1948 an in die von der Sowjetunion abgeriegelte Stadt. [Der Standard, 29.03.2005]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Rosinenbomber‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rosinenbomber‹.

Zitationshilfe
„Rosinenbomber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rosinenbomber>.

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