Rosskastanie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungRoss-kas-ta-nie (computergeneriert)
WortzerlegungRossKastanie
Ungültige SchreibungRoßkastanie
Rechtschreibregeln§ 2
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Baum mit großen, handförmigen Blättern, meist weißen oder roten, in aufrecht stehenden Blütenständen angeordneten Blüten u. Kastanien als Früchten
2.
Kastanie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Roß1 · Rößlein · Rösselsprung · Roßkamm · Roßtäuscher · Roßkastanie
Roß1 n. ‘Pferd’. Das (mit Ausnahme des Got.) gemeingerm., verschiedentlich r-Metathese aufweisende Substantiv ahd. (h)ros (8. Jh.), mhd. ros, ors, asächs. hross, hors, mnd. ors, ros, aengl. hors, engl. horse, mnl. ors, hors (nl. ros wohl aus dem Nhd.), afries. hors, ros, anord. hross, aschwed. hors und (ablautend) asächs. afries. hars, hers, mnl. (h)ars, (h)ers bleibt trotz verschiedener Deutungsversuche unerklärt. Vielleicht kann germ. *hrussa- im Sinne von ‘Läufer, Renner’ mit mhd. hurren ‘sich schnell bewegen’, engl. to hurry ‘beschleunigen, sich beeilen’ verbunden werden; falls man (obwohl fraglich) außergerm. griech. epíkūros (ἐπίκουρος) ‘Helfer, Beistand, helfend, schützend’ sowie lat. currere (aus *k̑ṛs-) ‘laufen, rennen, eilen’ heranzieht, kann von ie. *k̑ers- ‘laufen’ ausgegangen werden. Oder man vergleicht Roß besser mit den unter ↗Scherz (s. d.) angeführten Formen und stellt es mit diesen zu einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘springen, herumspringen’, eigentlich ‘(sich) drehend bewegen, schwingen’. Da die Heimat des europäischen Pferdes in den asiatischen Tundren und Steppen vermutet wird, ist auch die Möglichkeit, daß es sich um ein östliches Wanderwort handelt, in Betracht zu ziehen. Bereits in mhd. Zeit wird Roß von ↗Pferd (s. d.) zurückgedrängt, behauptet sich jedoch im Obd. Im übrigen Sprachgebiet entwickelt sich Pferd zur allgemeinen Bezeichnung, Roß meint dagegen das wertvolle, edle Pferd und wird von daher ein Ausdruck gehobener Sprache. Rößlein n. obd. Rössel, ‘kleines Pferd’, mhd. rössel(īn); auch ‘Springer’ (Figur im Schachspiel). Rösselsprung m. Zug des Springers im Schachspiel (um 1800), dann eine Rätselart, bei der Wortteile in Feldern einer Figur nach Art des Springerzuges im Schachspiel zu ordnen sind (19. Jh.). Roßkamm m. ‘Pferdestriegel’, frühnhd. roskam, roszkamp (14. Jh.), übertragen ‘Pferdehändler’ (16. Jh.), der die Pferde vor dem Verkauf striegelt. Roßtäuscher m. ‘Pferdehändler’, anfangs im Tauschverfahren (s. ↗tauschen), daher schon früh pejorativ (hinsichtlich eines betrügerischen Tauschhandels) ‘Betrüger’, mhd. rostūscher, mnd. rostūsker. Roßkastanie f. Baum mit traubenförmigem Blütenstand und braunen Samen in stachligen Kapseln (16. Jh.). Die Samen dieser Kastanie dienten kranken Pferden als Heilmittel. Oder ist der Name als ‘ungenießbare Kastanie’ zu verstehen, da die Samen im Gegensatz zu den Früchten der Echten Kastanie nicht eßbar sind?

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahorn Birke Blatt Eiche Esche Platane Robinie befallen blühend gefährden weiß weißblühend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rosskastanie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ende 1999) dann soll eine elf Meter hohe Roßkastanie Schatten spenden.
Die Welt, 30.06.1999
Anders als der Name vermuten lässt, ist die Esskastanie nicht mit der Rosskastanie verwandt.
Süddeutsche Zeitung, 11.11.2003
Es hat normalerweise etwa kugelförmige Gestalt und ist ähnlich wie eine Roßkastanie von einer stacheltragenden Hülle umgeben.
Die Zeit, 14.04.1967, Nr. 15
In Thüringen wurden 285000 kg Roßkastanien für die menschliche Ernährung aufbereitet.
o. A.: 1947. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 19141
Vor dem Eingang zu Famas Laden, zwischen Obstkisten voll ledriger Äpfel, ausliegenden Salatköpfen, roten Rüben und getrockneten Roßkastanien, hatte Cotta den Ankömmling endlich erreicht.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 174
Zitationshilfe
„Rosskastanie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rosskastanie>, abgerufen am 06.12.2019.

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