Rotlauf, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRot-lauf (computergeneriert)
WortzerlegungrotLauf
Wortbildung mit ›Rotlauf‹ als Letztglied: ↗Schweinerotlauf
eWDG, 1974

Bedeutung

rasch zum Tode führende Infektionskrankheit der Schweine, bei der sich die Haut blaurot verfärbt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotlauf m. (früher auch n. und f.) infektiöse Hautkrankheit bei Schweinen (Schweinerotlauf), verbunden mit roten Flecken auf der Haut (19. Jh.), zuvor jede Art Hautentzündung, die mit Rotfärbung verbunden ist, auch beim Menschen, frühnhd. roit louff n. (1419), rotlauffen n., rothlauff f. (16. Jh.), Rothlauff m. (17. Jh.). Das Grundwort stellt sich (wohl im Sinne von ‘Bedeckung, Hülle, Haut’ bzw. ‘Rinde, Schorf’) zu einem in ahd. louft m. ‘Bast’ (9. Jh.), mhd. louft ‘Hülse, Bast’, löufel, loufel f. ‘grüne Hülse’ (der welschen Nuß und der Kastanie), nhd. (mundartlich) Läufel f. ‘Rinde, Schale’ belegten Substantiv und weiter zu der unter ↗Luft (s. d.) behandelten Wortgruppe, für die eine Ausgangsbedeutung ‘Bedeckung, Dach, Rinde, Bast’ angenommen werden kann. Die Krankheitsbezeichnung ist offenbar eine Übersetzung von griech. erysípelas (ἐρυσίπελας) ‘Rose, Rotlauf’ (eigentlich wohl ‘das die Haut Rötende’), zu griech. erythrós (ἐρυθρός) ‘rot’ und vielleicht pélma (πέλμα) ‘Sohle am Fuß’ (vgl. Frisk 1, 570). Die volkstümliche Anlehnung des Grundwortes an Lauf m. führt zur Festigung des mask. Genus.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Rotlauf · ↗Wundrose  ●  Erysipel  fachspr.
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Rotlauf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und wer läßt denn heute noch die ganze Herde gegen Rotlauf impfen?
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 64
Ich tippte auf Rotlauf, fuhr hin und spritzte allen Tieren relativ hohe Dosen eines Medikaments.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 236
Rotlauf oder Rose sind leicht erkannt an den hellroten, scharf abgegrenzten und angeschwollenen Flecken im Gesicht.
o. A.: Heumann-Heilmittel, o. O.: [1936], S. 184
Im Falle der bakteriellen Schweine-Seuche Rotlauf brauchte man dazu bislang Tierversuche.
Süddeutsche Zeitung, 27.11.2002
Der Rotlauf ist eine ansteckende Krankheit, eine Seuche, hervorgerufen durch einen Spaltpilz.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 622
Zitationshilfe
„Rotlauf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rotlauf>, abgerufen am 27.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
rotlackiert
Rotkupfererz
Rotkreuzschwester
Rotkraut
Rotkopf
rötlich
Rotlicht
Rotlichtbezirk
Rotlichtlampe
Rotlichtmilieu