Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rotz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rotzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ʀɔʦ]
formal verwandt mitRotze
Wortbildung  mit ›Rotz‹ als Erstglied: Rotzbengel · Rotzblag · Rotzbremse · Rotzfahne · Rotzgöre · Rotzhobel · Rotzjunge · Rotzkocher · Rotzlappen · Rotzlöffel · Rotzlümmel · Rotznase · rotzfrech · rotzig
 ·  mit ›Rotz‹ als Grundform: rotzen  ·  formal verwandt mit: Rotze
Mehrwortausdrücke  Graf Rotz · Graf Rotz von der Backe
eWDG

Bedeutungen

1.
vulgär schleimige Absonderung der Nase
Beispiele:
den Rotz von der Nase abwischen
der Rotz läuft ihm aus der Nase
frech wie Rotz (= sehr frech)
Rotz und Wasser (= heftig, hemmungslos) heulen
2.
Medizin mit Sekretion aus der Nase verbundene Infektionskrankheit der Einhufer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotz · rotznäsig · Rotznase · rotzen
Rotz m. ‘Nasenschleim’, ahd. (h)roz m. n. (8. Jh.), mhd. ro(t)z m. n. ‘(Nasen)schleim’, asächs. hrot m. n., aengl. hrot ‘Schleim, Schaum’ (westgerm. *hruta-) ist am besten wohl zu der unter Ruß (s. d.) behandelten Wortgruppe zu stellen. Erwogen wird allerdings auch Deutung als Verbalnomen zum starken Verb ahd. (h)rūʒan ‘schnarchen, brüllen’ (9. Jh.), asächs. hrūtan ‘schnarchen’, aengl. hrūtan, anord. hrjōta ‘schnarchen, knurren, brummen’, schwed. ryta ‘brüllen’, das an die unter Harke (s. d.) angeführte schallnachahmende Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- anschließbar ist. Vgl. Rotz und Wasser heulen ‘heftig weinen’ (17. Jh.). rotznäsig Adj. ‘mit Nasenschleim beschmutzt, an Schnupfen leidend’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘frech, vorlaut, unverschämt’ (19. Jh.). Zu Rotznase f. ‘laufende, triefende Nase’, besonders Scheltwort für Kinder (16. Jh.) rotzen Vb. ‘sich geräuschvoll schneuzen, ausspucken’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nasenschleim · Nasensekret  ●  Butzen  ugs. · Popel  ugs. · Rotz  derb · Rotze  derb · Schnodder  derb
Oberbegriffe
Medizin
Synonymgruppe
Hautwurm · Mürde · Rotz  ●  Malleus  lat.
Oberbegriffe
  • Ansteckungskrankheit · Infektionserkrankung · Infektionskrankheit · übertragbare Krankheit  ●  Infekt  fachspr. · ansteckende Krankheit  ugs.
  • (auf Menschen übertragene, ursprüngliche) Tierinfektion  ●  (auf Menschen übertragbare) Tierkrankheit  fachspr. · Zoonose  fachspr., griechisch

Typische Verbindungen zu ›Rotz‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rotz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rotz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Rotz lief aus ihrer Nase, aber das war ihr egal. [Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 299]
Mir gefriert der Rotz, jede Bewegung schmerzt, und Mobil meine Füße spüre ich schon nicht mehr. [Der Tagesspiegel, 26.01.2001]
Der Wagen ist da, haut den Rotz in den Graben. [Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 110]
Er zieht mit Kraft den Rotz in der Nase hoch und lacht versöhnlich. [Der Tagesspiegel, 18.06.2001]
Eklig, unbeschreibbar, schon gar nicht malbar, sollte man meinen, der Rotz. [Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Rotz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rotz>.

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