Rotz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rotzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
formal verwandt mitRotze
Wortbildung mit ›Rotz‹ als Erstglied: ↗Rotzbengel · ↗Rotzbremse · ↗Rotzfahne · ↗Rotzgöre · ↗Rotzhobel · ↗Rotzjunge · ↗Rotzkocher · ↗Rotzlappen · ↗Rotzlöffel · ↗Rotzlümmel · ↗Rotznase · ↗rotzfrech · ↗rotzig
 ·  mit ›Rotz‹ als Grundform: ↗rotzen  ·  formal verwandt mit: ↗Rotze
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
vulgär schleimige Absonderung der Nase
Beispiele:
den Rotz von der Nase abwischen
der Rotz läuft ihm aus der Nase
frech wie Rotz (= sehr frech)
Rotz und Wasser (= heftig, hemmungslos) heulen
2.
Medizin mit Sekretion aus der Nase verbundene Infektionskrankheit der Einhufer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotz · rotznäsig · Rotznase · rotzen
Rotz m. ‘Nasenschleim’, ahd. (h)roz m. n. (8. Jh.), mhd. ro(t)z m. n. ‘(Nasen)schleim’, asächs. hrot m. n., aengl. hrot ‘Schleim, Schaum’ (westgerm. *hruta-) ist am besten wohl zu der unter ↗Ruß (s. d.) behandelten Wortgruppe zu stellen. Erwogen wird allerdings auch Deutung als Verbalnomen zum starken Verb ahd. (h)rūʒan ‘schnarchen, brüllen’ (9. Jh.), asächs. hrūtan ‘schnarchen’, aengl. hrūtan, anord. hrjōta ‘schnarchen, knurren, brummen’, schwed. ryta ‘brüllen’, das an die unter ↗Harke (s. d.) angeführte schallnachahmende Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- anschließbar ist. Vgl. Rotz und Wasser heulen ‘heftig weinen’ (17. Jh.). rotznäsig Adj. ‘mit Nasenschleim beschmutzt, an Schnupfen leidend’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘frech, vorlaut, unverschämt’ (19. Jh.). Zu Rotznase f. ‘laufende, triefende Nase’, besonders Scheltwort für Kinder (16. Jh.) rotzen Vb. ‘sich geräuschvoll schneuzen, ausspucken’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nasenschleim · ↗Nasensekret  ●  ↗Butzen  ugs. · ↗Popel  ugs. · Rotz  derb · ↗Rotze  derb · ↗Schnodder  derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blut Eiter Erreger Milzbrand Nase Pest Schleim Trotz Träne Wasser heulen hochziehen spucken wischen Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rotz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mir gefriert der Rotz, jede Bewegung schmerzt, und Mobil meine Füße spüre ich schon nicht mehr.
Der Tagesspiegel, 26.01.2001
Rotz lief aus ihrer Nase, aber das war ihr egal.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 299
Der Wagen ist da, haut den Rotz in den Graben.
Rothmann, Ralf: Stier, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1991 [1991], S. 110
Eklig, unbeschreibbar, schon gar nicht malbar, sollte man meinen, der Rotz.
Die Zeit, 25.10.2000, Nr. 43
Genüßlich zog er sämtlichen Rotz aus der Nase hoch ins Gehirn.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 21
Zitationshilfe
„Rotz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rotz>, abgerufen am 25.04.2019.

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