Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rotznase, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rotznase · Nominativ Plural: Rotznasen
Aussprache 
Worttrennung Rotz-na-se
Wortzerlegung Rotz Nase
Wortbildung  mit ›Rotznase‹ als Erstglied: rotznasig · rotznäsig

Bedeutungsübersicht+

  1. [vulgär] laufende Nase, besonders eines Kindes
    1. [übertragen] Rotzjunge
    2. [Schimpfwort] ehrloser, niederträchtiger (junger) Mensch
eWDG

Bedeutung

vulgär laufende Nase, besonders eines Kindes
Beispiel:
Mutter will euch die Rotznasen putzen [ SeegerHabicht53]
übertragen Rotzjunge
Beispiel:
ein paar verwahrloste Rotznasen
Schimpfwort ehrloser, niederträchtiger (junger) Mensch
Beispiel:
Ich werd dir den Respekt auf den Hintern zählen, du Rotznase, du grüne [ SeegerHabicht77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotz · rotznäsig · Rotznase · rotzen
Rotz m. ‘Nasenschleim’, ahd. (h)roz m. n. (8. Jh.), mhd. ro(t)z m. n. ‘(Nasen)schleim’, asächs. hrot m. n., aengl. hrot ‘Schleim, Schaum’ (westgerm. *hruta-) ist am besten wohl zu der unter Ruß (s. d.) behandelten Wortgruppe zu stellen. Erwogen wird allerdings auch Deutung als Verbalnomen zum starken Verb ahd. (h)rūʒan ‘schnarchen, brüllen’ (9. Jh.), asächs. hrūtan ‘schnarchen’, aengl. hrūtan, anord. hrjōta ‘schnarchen, knurren, brummen’, schwed. ryta ‘brüllen’, das an die unter Harke (s. d.) angeführte schallnachahmende Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- anschließbar ist. Vgl. Rotz und Wasser heulen ‘heftig weinen’ (17. Jh.). rotznäsig Adj. ‘mit Nasenschleim beschmutzt, an Schnupfen leidend’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘frech, vorlaut, unverschämt’ (19. Jh.). Zu Rotznase f. ‘laufende, triefende Nase’, besonders Scheltwort für Kinder (16. Jh.) rotzen Vb. ‘sich geräuschvoll schneuzen, ausspucken’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · Flegel · Frechling · Lausbub · Lausbube · Lausebengel · Schelm · Schlingel · Strolch  ●  Fratz  süddt. · Lorbass  ostpreußisch · Range  veraltet · Bazi  ugs., österr., bayr. · Dreikäsehoch  ugs. · Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · Früchtchen  ugs. · Knilch  ugs. · Lauser  ugs. · Lümmel  ugs., veraltend · Pülcher  ugs., österr. · Racker  ugs. · Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · Rotzgöre  ugs. · Rotzjunge  ugs. · Rotzlöffel  ugs. · Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Nase läuft  ●  Rotznase  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Rotznase‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sich öffentlich die Rotznase zu schneuzen, das ist schlimm. [Der Tagesspiegel, 10.06.1998]
Ich wünsche mir eine Puppe und eine CD der Rotznasen. [Süddeutsche Zeitung, 19.12.1998]
Weil das Schulreferat die Räume braucht, ist für "Die Rotznasen" kein Platz. [Süddeutsche Zeitung, 08.04.1998]
Das war die sportliche Antwort einer großen Dame gegenüber einer frechen Rotznase. [Bild, 09.06.1999]
Kranke Kinder werden nicht aufgenommen, gegen Rotznasen ist nichts einzuwenden. [Die Zeit, 10.09.1998, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Rotznase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rotznase>.

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