Rotznase, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rotznase · Nominativ Plural: Rotznasen
Aussprache
WorttrennungRotz-na-se
WortzerlegungRotzNase
Wortbildung mit ›Rotznase‹ als Erstglied: ↗rotznasig · ↗rotznäsig
eWDG, 1974

Bedeutung

vulgär laufende Nase, besonders eines Kindes
Beispiel:
Mutter will euch die Rotznasen putzen [SeegerHabicht53]
übertragen Rotzjunge
Beispiel:
ein paar verwahrloste Rotznasen
Schimpfwort ehrloser, niederträchtiger (junger) Mensch
Beispiel:
Ich werd dir den Respekt auf den Hintern zählen, du Rotznase, du grüne [SeegerHabicht77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rotz · rotznäsig · Rotznase · rotzen
Rotz m. ‘Nasenschleim’, ahd. (h)roz m. n. (8. Jh.), mhd. ro(t)z m. n. ‘(Nasen)schleim’, asächs. hrot m. n., aengl. hrot ‘Schleim, Schaum’ (westgerm. *hruta-) ist am besten wohl zu der unter ↗Ruß (s. d.) behandelten Wortgruppe zu stellen. Erwogen wird allerdings auch Deutung als Verbalnomen zum starken Verb ahd. (h)rūʒan ‘schnarchen, brüllen’ (9. Jh.), asächs. hrūtan ‘schnarchen’, aengl. hrūtan, anord. hrjōta ‘schnarchen, knurren, brummen’, schwed. ryta ‘brüllen’, das an die unter ↗Harke (s. d.) angeführte schallnachahmende Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- anschließbar ist. Vgl. Rotz und Wasser heulen ‘heftig weinen’ (17. Jh.). rotznäsig Adj. ‘mit Nasenschleim beschmutzt, an Schnupfen leidend’ (18. Jh.), umgangssprachlich ‘frech, vorlaut, unverschämt’ (19. Jh.). Zu Rotznase f. ‘laufende, triefende Nase’, besonders Scheltwort für Kinder (16. Jh.) rotzen Vb. ‘sich geräuschvoll schneuzen, ausspucken’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bengel · ↗Flegel · ↗Frechling · ↗Lausbub · Lausbube · ↗Lausebengel · ↗Schelm · ↗Schlingel · ↗Strolch  ●  ↗Fratz  süddt. · ↗Lorbass  ostpreußisch · ↗Range  veraltet · ↗Bazi  ugs., österr., bair. · ↗Dreikäsehoch  ugs. · ↗Frechdachs  ugs. · Frechmops  ugs. · ↗Früchtchen  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Lauser  ugs. · ↗Lümmel  ugs., veraltend · ↗Pülcher  ugs., österr. · ↗Racker  ugs. · ↗Rotzbengel  ugs. · Rotzblag  ugs., ruhrdt. · Rotzbubi  ugs. · ↗Rotzgöre  ugs. · ↗Rotzjunge  ugs. · ↗Rotzlöffel  ugs. · Rotznase  ugs. · Schliffel  ugs., veraltet, altbairisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(die) Nase läuft  ●  Rotznase  ugs.
Assoziationen
  • Schnupfen  ●  Nasentripper  vulg. · Rüsselpest  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber sich öffentlich die Rotznase zu schneuzen, das ist schlimm.
Der Tagesspiegel, 10.06.1998
Das war die sportliche Antwort einer großen Dame gegenüber einer frechen Rotznase.
Bild, 09.06.1999
Ich wünsche mir eine Puppe und eine CD der Rotznasen.
Süddeutsche Zeitung, 19.12.1998
Kranke Kinder werden nicht aufgenommen, gegen Rotznasen ist nichts einzuwenden.
Die Zeit, 21.09.1998, Nr. 38
Vergnügte Rotznasen lachen sich in Wahrheit schief über die Rasenden in ihren unbrennbaren Rüstungen, denn bei dieser Hitze trägt man Lendenschurz.
Die Welt, 16.01.2004
Zitationshilfe
„Rotznase“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rotznase>, abgerufen am 26.04.2019.

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