Routine, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Routine · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Rou-ti-ne
Wortbildung  mit ›Routine‹ als Erstglied: ↗Routinearbeit · ↗Routineaufgabe · ↗Routinebesprechung · ↗Routinekontrolle · ↗Routinepatrouille · ↗Routinesache · ↗Routinesitzung · ↗Routineuntersuchung · ↗Routinier · ↗routinehaft · ↗routinemäßig
 ·  mit ›Routine‹ als Letztglied: ↗Alltagsroutine · ↗Geschäftsroutine · ↗Rettungsroutine
Herkunft aus gleichbedeutend routinefrz, eigentlich ‘Erfahrung hinsichtlich des Weges’ < routemfrz frz (Route)
eWDG

Bedeutung

durch Erfahrung erworbene Fertigkeit, Gewandtheit
Beispiele:
berufliche, langjährige Routine
etw. mit Routine tun, erledigen
Erfahrungen sammeln und Routine bekommen
nach einigen Stunden der Übung hatten wir schon eine gewisse Routine
die gegnerische Mannschaft hatte mehr Routine und konnte den Sieg erringen
abwertend Fertigkeit, Geläufigkeit, bei der der Ausführende nur das technische Können einsetzt, aber persönlich unbeteiligt bleibt
Beispiele:
bloße, bürokratische, kalte, seelenlose Routine
Alles schmeckte nach Routine wie in einem schlechten Büro [ StrittmatterBienkopp310]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Route · Routine · Routinier · routiniert
Route f. ‘geplanter (Reise)weg, vorgeschriebene Wegstrecke’, Übernahme (Mitte 17. Jh.) von frz. route ‘Weg, (ausgebaute) Straße’, auch ‘Richtung, in die man geht’, mfrz. ‘breiter Weg für Fußgänger und Wagen’, afrz. rote ‘Straße, Weg, Bahn, Spur’. Diesem geht vlat. (via) rupta ‘durch den Wald geschlagener Weg’ voraus, Part. Perf. Fem. von lat. rumpere ‘(zer)brechen, zerreißen, zersprengen’. Routine f. ‘durch Übung erworbene Gewandtheit, Fertigkeit, Erfahrung’ (Mitte 18. Jh.), pejorativ ‘zur Gewohnheit gewordene Tätigkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. routine, eigentlich ‘Erfahrung hinsichtlich des Weges’, abgeleitet von mfrz. frz. route (s. oben). Routinier m. ‘wer auf einem Gebiet Erfahrung, Übung besitzt’ (Anfang 19. Jh.), frz. routinier. routiniert Adj. ‘erfahren, geschickt, geübt’ (2. Hälfte 18. Jh.), gebildet wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. routiné, Part. Perf. von frz. routiner ‘nach der Gewohnheit, mit Erfahrung handeln, an etw. gewöhnen’; vgl. (vereinzeltes) sich routinieren Vb. ‘sich Erfahrung, Geschick erwerben’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alltag · ↗Alltagstrott · ↗Gewohnheit · ↗Joch · ↗Regelmäßigkeit · ↗Trott · täglicher Trott  ●  Routine  franz. · ↗Mühle  ugs.
Assoziationen
  • (etwas) gewohnt sein · (etwas) nicht anders kennen · (sich) gewöhnt haben (an) · gewöhnt sein (an)  ●  (für jemanden) ganz normal sein  ugs.
  • Sisyphusarbeit · immer (so) weitergehen · immer wieder von vorn(e) anfangen (können / müssen) · nie aufhören · nie zu Ende (sein)  ●  ↗(in) Endlosschleife  fig. · (sich) im Kreis drehen  fig. · ↗Drehtüreffekt  fig.
  • (der) Ernst des Lebens · tägliche Plackerei  ●  ↗Hamsterrad  fig. · ↗Tretmühle  fig. · (das) tägliche Kleinklein  ugs. · (die) Mühen der Ebene(n)  geh., Zitat · das tägliche Klein-Klein  ugs.
  • Alltag · ↗Tagesgeschäft  ●  Routine  franz. · täglich Brot  ugs.
  • Alltag · ↗Arbeitsalltag · Routine · ↗Tagesgeschehen · ↗Trott
  • betriebsblind
  • Einerlei · ↗Eintönigkeit · ↗Gleichförmigkeit · ↗Monotonie · ↗Stumpfsinn · ↗Ununterscheidbarkeit · ↗Öde · ↗Ödnis  ●  ↗Ennui  geh. · ↗Langeweile  ugs. · ↗Langweile  ugs.
  • Trampelpfade (des Althergebrachten, bereits Bekannten o.ä.)  fig. · eingefahrene Bahnen  fig. · eingefahrene Gleise  fig.
  • Lebensführung · ↗Lebenswandel
  • (die) Macht der Gewohnheit · (für jemanden) selbstverständlich werden · (sich) zu eigen (machen) · (sich) zur Gewohnheit machen · selbstverständlich werden (für) · ↗verinnerlichen · zur Selbstverständlichkeit werden  ●  (für jemanden) zur Gewohnheit werden  variabel · (für jemanden) zur zweiten Natur werden  variabel · (jemandem) zur Gewohnheit werden  variabel · (jemandem) zur zweiten Natur werden  variabel · in Fleisch und Blut übergehen (lassen)  fig. · ↗inkorporieren  geh. · ↗internalisieren  geh.
  • das tägliche Einerlei · der graue Alltag
Synonymgruppe
Alltag · ↗Tagesgeschäft  ●  Routine  franz. · täglich Brot  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Erfahrung · ↗Geübtheit · ↗Kenntnis · ↗Know-how · ↗Praxis · Routine · ↗Sicherheit · ↗Wissen · ↗Übung  ●  Erfahrungen  Plural · Kenntnisse  Plural
Assoziationen
Synonymgruppe
Alltag · ↗Arbeitsalltag · Routine · ↗Tagesgeschehen · ↗Trott
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Routine‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Routine‹.

Verwendungsbeispiele für ›Routine‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und deshalb muss man auf "Die kurze Geschichte der deutschen Literatur" anders als mit der üblichen Routine reagieren.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2002
Manche Instrumente, die wir nutzen, um unser Zusammenleben zu ordnen, schleifen sich durch die Routine ab.
Der Tagesspiegel, 23.12.2001
Die Routine ist unvermeidlich, der Fehler hingegen schleicht sich ein.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 15
Dagegen ist das Scannen von Graphik schon längst zur Routine geworden.
o. A. [mb.]: Scanner. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1989]
Er hatte sich dabei allein auf seine Routine stützen können.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 168
Zitationshilfe
„Routine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Routine>, abgerufen am 23.01.2021.

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