Routine, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Routine · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRou-ti-ne
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Routine‹ als Erstglied: ↗Routinearbeit · ↗Routinebesprechung · ↗Routinekontrolle · ↗Routinepatrouille · ↗Routinesache · ↗Routinesitzung · ↗Routineuntersuchung · ↗Routinier · ↗routinehaft · ↗routinemäßig
 ·  mit ›Routine‹ als Letztglied: ↗Alltagsroutine · ↗Geschäftsroutine · ↗Rettungsroutine
eWDG, 1974

Bedeutung

durch Erfahrung erworbene Fertigkeit, Gewandtheit
Beispiele:
berufliche, langjährige Routine
etw. mit Routine tun, erledigen
Erfahrungen sammeln und Routine bekommen
nach einigen Stunden der Übung hatten wir schon eine gewisse Routine
die gegnerische Mannschaft hatte mehr Routine und konnte den Sieg erringen
abwertend Fertigkeit, Geläufigkeit, bei der der Ausführende nur das technische Können einsetzt, aber persönlich unbeteiligt bleibt
Beispiele:
bloße, bürokratische, kalte, seelenlose Routine
Alles schmeckte nach Routine wie in einem schlechten Büro [StrittmatterBienkopp310]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Route · Routine · Routinier · routiniert
Route f. ‘geplanter (Reise)weg, vorgeschriebene Wegstrecke’, Übernahme (Mitte 17. Jh.) von frz. route ‘Weg, (ausgebaute) Straße’, auch ‘Richtung, in die man geht’, mfrz. ‘breiter Weg für Fußgänger und Wagen’, afrz. rote ‘Straße, Weg, Bahn, Spur’. Diesem geht vlat. (via) rupta ‘durch den Wald geschlagener Weg’ voraus, Part. Perf. Fem. von lat. rumpere ‘(zer)brechen, zerreißen, zersprengen’. Routine f. ‘durch Übung erworbene Gewandtheit, Fertigkeit, Erfahrung’ (Mitte 18. Jh.), pejorativ ‘zur Gewohnheit gewordene Tätigkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), Übernahme von gleichbed. mfrz. frz. routine, eigentlich ‘Erfahrung hinsichtlich des Weges’, abgeleitet von mfrz. frz. route (s. oben). Routinier m. ‘wer auf einem Gebiet Erfahrung, Übung besitzt’ (Anfang 19. Jh.), frz. routinier. routiniert Adj. ‘erfahren, geschickt, geübt’ (2. Hälfte 18. Jh.), gebildet wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. routiné, Part. Perf. von frz. routiner ‘nach der Gewohnheit, mit Erfahrung handeln, an etw. gewöhnen’; vgl. (vereinzeltes) sich routinieren Vb. ‘sich Erfahrung, Geschick erwerben’ (Anfang 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alltag · ↗Alltagstrott · ↗Gewohnheit · ↗Joch · ↗Regelmäßigkeit · ↗Trott · täglicher Trott  ●  ↗Hamsterrad  fig. · Routine  franz. · (die) Macht der Gewohnheit  ugs., Redensart · ↗Mühle  ugs. · ↗Tretmühle  ugs., fig.
Assoziationen
  • (etwas) gewohnt sein · (etwas) nicht anders kennen · (für jemanden) ganz normal sein · (sich) gewöhnt haben (an) · gewöhnt sein (an)
  • betriebsblind
  • Einerlei · ↗Eintönigkeit · ↗Gleichförmigkeit · ↗Monotonie · ↗Stumpfsinn · ↗Ununterscheidbarkeit · ↗Öde · ↗Ödnis  ●  ↗Ennui  geh. · ↗Langeweile  ugs. · ↗Langweile  ugs.
  • Trampelpfade (des Althergebrachten, bereits Bekannten o.ä.)  fig. · eingefahrene Bahnen  fig. · eingefahrene Gleise  fig.
  • Lebensführung · ↗Lebenswandel
  • (für jemanden) selbstverständlich werden · (sich) zu eigen (machen) · (sich) zur Gewohnheit machen · selbstverständlich werden (für) · ↗verinnerlichen · zur Selbstverständlichkeit werden  ●  (für jemanden) zur Gewohnheit werden  variabel · (für jemanden) zur zweiten Natur werden  variabel · (jemandem) zur Gewohnheit werden  variabel · (jemandem) zur zweiten Natur werden  variabel · in Fleisch und Blut übergehen (lassen)  fig. · ↗inkorporieren  geh. · ↗internalisieren  geh.
Synonymgruppe
Alltag · ↗Tagesgeschäft  ●  Routine  franz. · täglich Brot  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Erfahrung · ↗Geübtheit · ↗Kenntnis · ↗Know-how · ↗Praxis · Routine · ↗Sicherheit · ↗Wissen · ↗Übung  ●  Erfahrungen  Plural · Kenntnisse  Plural
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeklärtheit Alltag Cleverness Langeweile Perfektion Ritual alltäglich aufgerufen ausspielen bürokratisch durchbrechen eingefahren eingeschliffen eingespielt einkehren einschleichen erstarren geschäftsmäßig gewiss gewohnt handwerklich implementieren langweilig lästig mangelnd professionell rein täglich vorgestellt öde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Routine‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und deshalb muss man auf "Die kurze Geschichte der deutschen Literatur" anders als mit der üblichen Routine reagieren.
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2002
Manche Instrumente, die wir nutzen, um unser Zusammenleben zu ordnen, schleifen sich durch die Routine ab.
Der Tagesspiegel, 23.12.2001
Die Routine ist unvermeidlich, der Fehler hingegen schleicht sich ein.
Schuh, Franz: Schreibkräfte, Köln: DuMont 2000, S. 15
Dagegen ist das Scannen von Graphik schon längst zur Routine geworden.
o. A. [mb.]: Scanner. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1989]
Er hatte sich dabei allein auf seine Routine stützen können.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 168
Zitationshilfe
„Routine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Routine>, abgerufen am 08.12.2019.

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