Ruß, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rußes · Nominativ Plural: Ruße
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Ruß‹ als Erstglied: ↗Rußentwicklung · ↗Rußfilter · ↗Rußflocke · ↗Rußpartikel · ↗Rußteilchen · ↗rußfarben · ↗rußfarbig · ↗rußschwarz
 ·  mit ›Ruß‹ als Letztglied: ↗Dieselruß · ↗Kohlenruß · ↗Ofenruß
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
fein verteilter, flockenartiger schwarzer Kohlenstoff, der aus leuchtenden Flammen bei unvollkommener Verbrennung kohlenstoffreicher Substanzen entsteht
Beispiele:
die Ofentür ist innen schwarz von Ruß
flockiger Ruß hängt in der Luft
er hatte ein mit Ruß verschmiertes Gesicht
von Ruß geschwärzte Kamine
die polyzyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe ... kommen vor allem in Teeren und Rußen vor [ Gesundheit1969]
2.
landschaftlich, umgangssprachlich, abwertend, übertragen umständliches Gerede, lange Geschichten
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
langen Ruß machen
wenn's mal kein Öl im Laden gibt, macht ihr gleich einen Ruß, als würd's überhaupt kein Öl mehr geben [ R. BartschTür zu290]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruß · rußen · rußig
Ruß m. ‘schwarzer, pulverartiger Kohlenstoff’, ahd. (h)ruoz (9. Jh.), mhd. ruoz, (md.) rūz, asächs. hrōt, mnd. rōt, rūt, mnl. nl. roet ‘Ruß’, daneben mit unorganisch angefügtem -t mhd. ruost, frühnhd. Rust und mit m-Suffix an engl. hrūm ‘Ruß’, afries. (h)rūmech ‘rußig’ und mhd. Rūmolt, Name des Küchenmeisters im Nibelungenlied. Sie setzen germ. *hrō- voraus, das man verbinden kann mit ahd. horo ‘Sumpf, Schlamm’ (8. Jh.), mhd. hor(e) ‘kotiger Boden, Kot, Schmutz’, asächs. horu, mnd. hōr ‘Dreck, Unrat, Kot, Mist, Schlamm’, mnl. hor(e) ‘Kot, Schmutz’, aengl. horh ‘Schmutz, Schleim’, anord. horr (aus *hurhu̯az) ‘Nasenschleim, Schmutz’. Außergerm. vergleichen sich aind. kardamaḥ ‘Schlamm, Schmutz’, griech. kóryza (κόρυζα) ‘Erkältung, Schnupfen, Rotz’, mir. corcach ‘Sumpf’, so daß von einer Farbwurzel ie. *ker-, *k̑er- für dunkle, schmutzige und graue Farbtöne ausgegangen werden kann. rußen Vb. ‘Ruß absondern, mit Ruß schwärzen’ (17. Jh.), mhd. ruozen ‘schwarz, schmutzig machen’. rußig Adj. früher auch rußicht, ‘mit Ruß behaftet, durch Ruß verschmutzt’, ahd. (h)ruozag (9./10. Jh.), mhd. ruozec, ruozic.

Typische Verbindungen zu ›Ruß‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ruß‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich blicke auf meine Schuhe, Ruß wirbelt durch die Luft.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 94
Denn ein Lkw verursache so viel Ruß wie 42 Pkw.
Der Tagesspiegel, 07.09.1999
Nun ist der Ruß ab, eine neue Zeit knipst die Farben an.
Die Welt, 19.04.1999
Als ich an meinem Platz zurück war, war ich schwarz vom Ruß.
Widmer, Urs: Im Kongo, Zürich: Diogenes 1996, S. 119
Hier machte er sich besonders durch seine Förderung der Russ.
Lehmann, Dieter: Odójewski. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1961], S. 44163
Zitationshilfe
„Ruß“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ru%C3%9F>, abgerufen am 24.09.2020.

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