Ruchlosigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungRuch-lo-sig-keit
Wortzerlegungruchlos-igkeit
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben Gemeinheit, Niedertracht
Beispiele:
eine schändliche Ruchlosigkeit
er handelte mit kalter Ruchlosigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ruchlos · Ruchlosigkeit
ruchlos Adj. ‘gewissenlos, niederträchtig, gemein, verrucht’, ahd. ruohhalōs (9. Jh.), mhd. ruochelōs ‘sorglos, unbekümmert’ ist von ahd. ruohha f. ‘Fürsorge, Bemühung’ (8. Jh.), ruoh m. ‘Bedenken, Beachtung’ (9. Jh.), mhd. ruoche, ruoch ‘Acht, Bedacht, Sorge’ (s. ↗geruhen und ↗verrucht) abgeleitet; vgl. die Entsprechungen mnd. rōkelōs, mnl. roekeloos, nl. roekeloos. Aus ‘sorglos, unbekümmert gegenüber dem, was als geheiligt gilt’ entwickelt sich im 16. Jh. die Bedeutung ‘gottlos, frevelhaft’, die danach in ‘gewissenlos, gemein, verbrecherisch’ übergeht. Ruchlosigkeit f. ‘Gemeinheit, Niedertracht’, spätmhd. ruochelōsikeit ‘Sorglosigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · ↗Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · ↗Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · Ruchlosigkeit · ↗Teufelei · ↗Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  ↗Sadismus  fig. · ↗Schweinerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstand Grausamkeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruchlosigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der las es und war über soviel schwarze Ruchlosigkeit entsetzt.
Die Zeit, 10.03.1949, Nr. 10
Er ersuche nochmals die Herren Geschworenen, die Ruchlosigkeit des vorliegenden Verbrechens nicht ungesühnt zu lassen.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 28996
Die andere Liste haben wir uns einfach so ausgedacht, aus Spaß und Ruchlosigkeit.
Der Tagesspiegel, 14.08.1998
Wer die Ruchlosigkeit dieses Verdikts nicht fühlt, dem will ich sie nicht beweisen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10598
Die entscheidende moralische Trennlinie - das hat uns die Geschichte dieses Jahrhunderts im Übermaß gezeigt - verläuft nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen Anstand und Ruchlosigkeit.
Süddeutsche Zeitung, 21.07.1994
Zitationshilfe
„Ruchlosigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruchlosigkeit>, abgerufen am 17.11.2019.

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