Ruck, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ruck(e)s · Nominativ Plural: Rucke
Wortbildung mit ›Ruck‹ als Erstglied: ↗ruckartig · ↗ruckhaft · ↗ruckweise
 ·  mit ›Ruck‹ als Letztglied: ↗Linksruck
eWDG, 1974

Bedeutung

schnelle, kurze Bewegung, die durch einen plötzlichen Stoß, Zug ausgelöst wird
Beispiele:
ein leichter, jäher, harter, heftiger Ruck
ein Ruck nach vorwärts
ein plötzlicher Ruck der Lokomotive
ein Ruck am Zügel
ein Ruck mit dem Kopfe
ein Ruck, dann fuhren wir los
ein Ruck ging durch seinen Körper
es gab auf einmal einen Ruck
der Zug hielt mit einem scharfen Ruck
er hob die Kiste mit einem kräftigen Ruck hoch
Das Pendel der hohen Uhr ging in hörbaren Rucken hin und her [A. ZweigClaudia137]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
sich [Dativ] einen Ruck geben (= sich zusammenreißen)
es gab mir einen inneren Ruck (= es traf mich innerlich)
einer Sache einen Ruck geben (= sie vorantreiben)
die Wahlen ergaben einen starken Ruck nach links (= brachten der Linken einen erheblichen Stimmenzuwachs)
umgangssprachlich in einem Ruckohne Halt
Beispiel:
in einem Ruck ging es mit dem Schnellzug von Berlin zur Ostsee
mit einem Ruckauf einmal, plötzlich
Beispiel:
mit einem Ruck aufspringen, aufstehen
mit Ruck und Zuckflott, schnell, zügig
Beispiel:
die Kapelle spielte mit Ruck und Zuck
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruck · rucken1 · anrucken · ruckeln · ruckweise
Ruck m. ‘durch einen plötzlichen Stoß, Zug ausgelöste schnelle, kurze Bewegung’. Die Substantive ahd. ruc (um 1000; vgl. auch framruc ‘Fortschritt’, 9. Jh.), mhd. ruc ‘schnelle Ortsveränderung, Fortbewegung’, mnd. ruck, nl. ruk, anord. rykkr, schwed. ryck, dän. ryk ‘Ruck’ gehören zu den unter ↗rücken (s. d.) behandelten Verben. Vgl. die Fügung in einem Ruck ‘plötzlich und ohne Halt’ (16. Jh.), heute häufig mit einem Ruck ‘auf einmal, plötzlich’, ferner die Wendung sich einen (inneren) Ruck geben ‘sich zusammenreißen, sich überwinden, etw. gegen seine Neigung zu tun’. Vom Substantiv neu abgeleitet ist rucken1 Vb. ‘Rucke machen, sich in kurzen Stößen, Schüben, Zügen fortbewegen’ (18. Jh.) und anrucken Vb. ‘mit einem Ruck, unvermittelt anfahren’ (19. Jh.). Dazu das landschaftlich, besonders nordd. und md. gebrauchte Iterativ ruckeln Vb. ‘leichte Rucke machen, sich stoß-, schubweise fortbewegen’. ruckweise Adv. ‘in Rucken, stoßweise’ (17. Jh.; anfangs auch mit Umlaut rückweise).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Pflüger Ruck Stehen Wart Zuck angemahnt aufreißen befreiend behaglich beschworen durchfahren emporrichten energisch erhofft ersehnt gefordert gewaltig herumdrehen herumwerfen herunterziehen herzogsch hörbar jäh kräftig losreißen merklich verspüren vielbeschworen zuklappen zurückschieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruck‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Bild vom Ruck ist schon analytisch falsch, weil es suggeriert, es würde genügen, die Ärmel hoch zu krempeln.
Die Welt, 13.03.2004
Langsam, in vorsichtigen Rucken gleitet er im freien Raum nach unten.
Der Tagesspiegel, 05.04.1997
Mit einem Ruck, der ihm gar nicht weh tat, wandte er sich dem Licht zu.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 308
Davon erschrak das Kind so, wie man nur vor dem Einschlafen erschrickt, wenn man die Empfindung hat, mit einem Ruck tief hinab zu fallen.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 229
Plötzlich gibt er sich einen Ruck und reitet vor die Front.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Ruck“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruck>, abgerufen am 11.11.2019.

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