Rucksack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRuck-sack
Wortbildung mit ›Rucksack‹ als Erstglied: ↗Rucksackbombe · ↗Rucksackbomber · ↗Rucksacktourismus · ↗Rucksackverband
 ·  mit ›Rucksack‹ als Letztglied: ↗Trekkingrucksack
eWDG, 1974

Bedeutung

sackartiger Behälter aus Segeltuch mit breiten Traggurten, der auf dem Rücken getragen wird und besonders das für eine Wanderung Notwendige aufnehmen kann
siehe auch Rücken1
Beispiele:
ein leichter, schwerer, praller Rucksack
einen Rucksack packen, (auf dem Rücken) tragen
den Rucksack ablegen
sich [Dativ] den Rucksack aufladen
den Proviant im Rucksack verstauen
sich mit einem großen Rucksack abschleppen
umgangssprachlich, bildlich ein Rucksack volleine große Menge
Beispiele:
ein Rucksack voll Probleme, Fragen
So nahm auch ich einen tüchtigen Rucksack voll Vorurteilen und Starrheiten mit auf meine Lebensreise [WintersteinLeben1,93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rücken · zurück · Rückblick · Rückfall · rückfällig · Rückgang · rückgängig · Rückkehr · Rücksicht · rücksichtslos · rücksichtsvoll · berücksichtigen · Rücksprache · Rückstand · rückständig · Rückzug · Rückhalt · rücklings · Rucksack · Rückseite · rückwärts · rückwärtig
Rücken m. ‘Rückseite des menschlichen Oberkörpers, Oberseite des tierischen Rumpfes’, ahd. (h)ruggi (8. Jh.), mhd. rügge, rugge, rück(e), ruck(e), asächs. hruggi- (in hruggibēn ‘Rückenknochen’), mnd. rugge, mnl. rugghe, rigghe, regghe, nl. rug, aengl. hrycg (auch ‘Anhöhe’), engl. ridge (auch ‘Gebirgskamm, Erhöhung, First’), anord. hryggr, schwed. rygg (germ. *hrugja-) führen mit außergerm. Verwandten wie aind. krúñcati ‘krümmt sich, bewegt sich in Krümmungen’, lat. crux (Genitiv crucis) ‘Balken (mit Querholz), Marterpfahl’ (s. ↗Kreuz), ir. crūach ‘Haufen, Schober, Hügel’, korn. cruc ‘Hügel’, lit. kriáuklas ‘(Ge)rippe, Skelett’, kriaũklė ‘Schneckenhäuschen’ auf ie. *(s)kreuk-, eine Erweiterung von ie. *(s)kreu-, seinerseits Erweiterung der verbreiteten und vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. ↗Reis n.). Mhd. frühnhd. rück(e) nimmt im 16. Jh. die Endung -en aus den obliquen Kasus des zur schwachen Flexion übergetretenen ehemaligen ja-Stammes an. zurück Adv. ‘rückwärts, (nach) hinten, hinter, wieder zum Ausgangspunkt’, ahd. zi rugge (9. Jh.), mhd. ze rucke, zerucke, zerücke ‘hinter sich, rückwärts’, eigentlich ‘nach dem Rücken, auf dem, im Rücken, dem Rücken zu’, mnd. to rugge, mnl. terugghe, nl. terug. zurück bildet Zusammensetzungen mit Verben (vgl. zurückblicken, -gehen, -liegen, -rufen) und in der Regel deren Ableitungen auf -ung (vgl. Zurückbildung, -haltung), während Verbalnomina mit eigener Stammbildung die Kurzform Rück- bevorzugen. Rückblick m. ‘Blick auf Vergangenes’ (Ende 18. Jh.). Rückfall m. ‘Teil der Mitgift, der nach kinderlosem Absterben an die Verwandten zurückgeht, das Zufallen eines Lehens an den Lehnsherrn beim Tode des Lehnsträgers’ (Ende 17. Jh.); dann (wohl als Übersetzung von lat. bzw. medizin.-lat. recidīva) ‘Rückkehr in einen scheinbar überwundenen Krankheitszustand’, übertragen ‘Rückkehr in einen früheren (schlechteren) Zustand’ (18. Jh.); rückfällig Adj. (17. Jh.). Rückgang m. ‘Verringerung, Abnahme’; rückgängig Adj. ‘zum Ausgangspunkt zurückführend, sinkend’ (beide 17. Jh.). Rückkehr f. ‘das Zurückkehren, Heimkehr, Fahrt zum Ausgangspunkt zurück’ (Anfang 18. Jh.). Rücksicht f. ‘Achtsamkeit gegenüber Interessen, Gefühlen anderer, wohldurchdachte Erwägungen, Gründe’ (18. Jh.), Übersetzung von gleichbed. lat. respectus (s. ↗Respekt); rücksichtslos Adj. ‘ohne Rücksicht handelnd, unbedenklich, schonungslos, selbstsüchtig’ (Anfang 19. Jh.), rücksichtsvoll Adj. ‘voll Rücksicht handelnd, Rücksicht nehmend’ (19. Jh.); berücksichtigen Vb. ‘Rücksicht nehmen, in Betracht ziehen, beachten’ (Anfang 19. Jh.). Rücksprache f. ‘Besprechung noch ungeklärter Fragen’ (18. Jh.), eigentlich ‘Bericht des Verhandlungsbevollmächtigten an den Auftraggeber’, wohl aus der nd. Kanzleisprache, mnd. ruggesprāke. Rückstand m. ‘Zurückbleibendes, Rest, noch ausstehende Forderung’ (17. Jh.); rückständig Adj. ‘restlich, übrigbleibend, noch ausstehend (von Zahlungen), überholten Ansichten anhängend, au fniederer Entwicklungsstufe verharrend’ (Ende 17. Jh.). Rückzug m. ‘Zurückweichen vor dem Angriff eines Gegners und Aufgabe des bis dahin besetzten Gebietes’ (17. Jh.). Mit Rücken bzw. älterem Rück(e) sind zusammengesetzt Rückhalt m. ‘Stütze, Hilfe, Rückendeckung, Vorbehalt’ (16. Jh.). rücklings Adv. ‘rückwärts, nach hinten, mit dem Rücken nach vorn oder nach unten’, ahd. ruggilingūn ‘rückwärts, hinten’ (um 900), mhd. rückelingen, frühnhd. rücklings (16. Jh., Luther), s. ↗-lings. Rucksack m. ‘mit Traggurten versehener, auf dem Rücken zu tragender sackartiger Behälter’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus den obd. Alpenmundarten in umlautloser Form, vgl. schweiz. ruggsack (Mitte 16. Jh.). Rückseite f. ‘rückwärtige, hintere Seite, Kehrseite’ (18. Jh.). rückwärts Adv. ‘nach hinten, zurück, der ursprünglichen Bewegung entgegengesetzt, mit dem Rücken zuerst, hinten’ (17. Jh.), eigentlich ‘nach der Richtung, wo sich der Rücken befindet’ (s. ↗-wärts). Vgl. spätmhd. zurucke wart (14. Jh.). Auch, zumal bair. und öst., für ‘hinten’ (nach rückwärts ‘nach hinten’), wozu die Weiterbildung rückwärtig Adj. ‘dahinter, hinten, an der Rückseite befindlich oder geschehend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rucksack  ●  ↗Aser  fachspr., Jägersprache
Synonymgruppe
Felleisen · ↗Ranzen · Rucksack · ↗Tornister

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bergschuh Buckel Geldbörse Handtasche Isomatte Jacke Koffer Proviant Reisetasche Rücken Schlafsack Sporttasche Tasche Turnschuh Wanderschuh Wanderstock Wasserflasche Zelt gefüllt gepackt herrenlos herumtragen kramen packen schleppen schnallen schultern stopfen umschnallen verstauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rucksack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Geld befand sich in einem Rucksack, der aus einem Auto entwendet wurde.
Die Welt, 17.03.2005
Ohne Rucksack, der für dieses Vorhaben in der Hütte deponiert werden kann, geht es flott voran.
Der Tagesspiegel, 03.05.1997
Er nahm seinen Rucksack in die Hand, packte ein paar Dinge zusammen.
Plievier, Theodor: Stalingrad, München u. a.: Desch 1973 [1946], S. 288
Er hinkte immer mit einem leeren Rucksack ins Lager herein und vollbeladen hinkte er hinaus.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 311
Zitationshilfe
„Rucksack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rucksack>, abgerufen am 15.12.2018.

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