Rufname, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Ruf-na-me
Wortzerlegung RufName
eWDG, 1974

Bedeutung

Name, der vor dem Familiennamen steht und womit Familienmitglieder, Freunde gerufen, angeredet werden
Beispiel:
er heißt mit dem Rufnamen Hans
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rufen · Ruf1 · verrufen · Rufname
rufen Vb. ‘die Stimme laut ertönen lassen’. Das ursprünglich reduplizierende germ. Verb ahd. (h)ruofan (8. Jh.), mhd. ruofen, (md.) rūfen, rōfen, asächs. hrōpan, mnd. rōpen, mnl. nl. roepen, afries. hrōpa, aengl. hrōpan ‘rufen’ (germ. *hrōpan) ist ebenso wie schwach flektierendes ahd. (h)ruofen (9. Jh.), mhd. rüefen, ruofen, (md.) rūfen, rōfen, anord. hrōpa, hrœpa ‘verleumden, rufen’, schwed. ropa, got. hrōpjan ‘rufen’ (germ. *hrōpjan) vermutlich lautnachahmenden Ursprungs und gehört zu einer b-Erweiterung der Schallwurzel ie. *kar(ə)- ‘laut preisen, rühmen’, wozu auch ↗Ruhm (s. d.) und außergerm. aind. carkarti ‘erwähnt rühmend’, karkaríḥ, karkarī́ ‘eine Art Laute’, kīrtíḥ ‘Ruhm, Kunde, Erwähnung, Preis, Lob’, griech. karká͞irein (καρκαίρειν) ‘erdröhnen, erbeben, zittern’, kḗryx (κήρυξ), (dor.) kā́ryx (κάρυς) ‘Herold, Bote’, lit. kar̃das ‘Widerhall, Echo’, kardìntis ‘sich bemerkbar machen, von sich hören lassen’, ablautend alit. apkerdžiu ‘ich verkünde’ gestellt werden können. Ruf1 m. ‘lautliche Äußerung, Appell, Forderung, Berufung (in ein Amt), Leumund’, ahd. (h)ruof (11. Jh.), mhd. ruof, (md.) rūf, mnd. rōp ‘Ruf, Geschrei’, mnl. nl. roep, aengl. hrōp ‘Ruf, Geschrei, Klage’, anord. hrōp ‘Verleumdung, Gerücht’, got. hrōps ‘Ruf, Geschrei’ und ahd. (h)ruoft ‘Geschrei’ (8. Jh.), mhd. ruoft ‘Ruf, Geschrei, Schall, Leumund’ sind Abstraktbildungen zum Verb (vgl. auch ahd. gi(h)ruofti, mhd. geruofte, s. ↗Gerücht). verrufen Vb. (veraltet) ‘öffentlich bekanntmachen’, mhd. (stark und schwach) verruofen, verrüefen ‘öffentlich ausrufen’, danach ‘in schlechten Ruf bringen’ (17. Jh.). Heute nur noch verrufen Part.adj. ‘übel beleumdet, berüchtigt’ (18. Jh.). Rufname m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rufname · ↗Taufname  ●  ↗Vorname  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Rufname‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rufname‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rufname‹

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Die spanische Variante des französischen Rufnamens kommt zwar in Neukölln gleich hinter Justin an zweiter Stelle.
Die Welt, 30.12.2002
Auch die Begriffe "Zuname", "Nachname" und "Schreibname" für den Familiennamen belegen die Höherwertigkeit des Rufnamens.
Die Welt, 22.03.2004
Zitationshilfe
„Rufname“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rufname>, abgerufen am 08.08.2020.

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