Ruhestätte, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Worttrennung Ru-he-stät-te
Wortzerlegung RuheStätte
eWDG, 1974

Bedeutung

gehoben
Beispiel:
eine friedliche, behagliche Ruhestätte
gehoben, verhüllend, bildlich die letzte, ewige Ruhestättedas Grab
Beispiel:
einen Toten zur letzten Ruhestätte tragen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhe · ruhen · ruhelos · Ruhestatt · Ruhestätte · Ruhestand · ruhig · beruhigen · ruhsam · geruhsam · Unruhe
Ruhe f. ‘Stille, Untätigkeit, Entspannung’, ahd. ruowa (um 800), mhd. ruo(we), mnd. rouwe, rōwe, mnl. rouwe, rowe, aengl. rōw, anord. , schwed. ro ‘Ruhe’ setzen germ. *rōwō (ie. *rōu̯ā), ablautendes ahd. rāwa (9. Jh.), mhd. mnd. rāwe, mnl. rauwe dagegen germ. *rēwō (ie. *rēu̯ā) voraus. Außergerm. vergleichen sich awest. airime Adv. ‘still, ruhig sitzend’, griech. erōḗ (ἐρωή) ‘das Aufhören, Ruhe, Rast’, erōé͞in (ἐρωεῖν) ‘ruhen, rasten, nachlassen’, kymr. araf ‘ruhig, mild, langsam’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’ (wozu auch ↗Rast, s. d.). ruhen Vb. ‘Entspannung finden, still liegen, rasten, auf etw. fest liegen, stehen’, ahd. ruowēn (11. Jh.), mhd. ruo(we)n, mnd. ro(u)wen, mnl. rouwen, ruwen, daneben (ablautend) ahd. rāwēn (um 1000), mhd. mnd. rāwen ‘(aus)ruhen’ sind Bildungen zu den genannten Substantiven. ruhelos Adj. ‘von innerer Unruhe erfüllt, unstet, voll Unrast’, mhd. ruowelōs. Ruhestatt, Ruhestätte f. ‘Ruheplatz, Grabstätte’, mhd. ruowestat. Ruhestand m. ‘Zeit der Ruhe und des Friedens, Waffenstillstand’ (16. Jh.), ‘inneres Gleichgewicht’ (17. Jh.), ‘Lebensabschnitt nach dem Ausscheiden aus der beruflichen Tätigkeit’ (19. Jh.). ruhig Adj. ‘bewegungslos, still, nicht aufgeregt’, mhd. ruowec, ruowic, frühnhd. rūwig (15. Jh.). beruhigen Vb. ‘ruhig machen, zufriedenstellen, besänftigen’, reflexiv ‘ruhig werden, sich zufriedengeben’ (16. Jh.). ruhsam Adj. ‘ruhig, behaglich, ohne Eile, ohne Aufregung’ (15. Jh. ruosam, md. rusam, bei Luther rugsam); vgl. mnd. rou(we)sam; heute dafür geruhsam Adj. mhd. (md.) gerūgesam. Unruhe f. ‘anhaltende innere Erregung, Besorgnis, störende geräuschvolle Bewegung’, Unruhen (Plur.) ‘Empörung, Aufruhr einer größeren Gruppe von Menschen’, ahd. unruowa (8. Jh.), mhd. unruo(we), (md.) unrū sowie ahd. unrāwa (um 1000), mhd. unrāwe; auch ‘Uhrpendel’ (16. Jh.), dann ‘Schwungrad in Uhren, Gangregler’ (Mitte 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ruhestätte‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruhestätte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ruhestätte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die Stadt kümmert sich nicht um seine letzte Ruhestätte.
Bild, 03.07.2002
Die digitale Ruhestätte bleibt dann für mindestens 30 Jahre bestehen.
Der Tagesspiegel, 03.12.1998
Wenn es nicht ausgeschlossen wäre, würde ich mir hier meine letzte Ruhestätte reservieren.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 35
Sie wollte gesund werden, damit man ihr erlaubte, die letzte Ruhestätte ihres Sohnes zu besuchen.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 198
Er kam, eine Ruhestätte für seinen entschlafenen Meister im Frieden des Klosters zu erbitten.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Agave. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1903], S. 5776
Zitationshilfe
„Ruhestätte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruhest%C3%A4tte>, abgerufen am 10.08.2020.

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