Ruhestand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungRu-he-stand
WortzerlegungRuheStand1
Wortbildung mit ›Ruhestand‹ als Erstglied: ↗Ruhestandsbeamte · ↗Ruhestandsversorgung · ↗Ruheständler
 ·  mit ›Ruhestand‹ als Letztglied: ↗Vorruhestand
eWDG, 1974

Bedeutung

rechtliche Stellung, in der jmd., besonders ein aus Altersgründen aus dem Dienst ausgeschiedener Beamter, Richter oder Offizier, eine Pension, Altersversorgung erhält
Beispiel:
der vorzeitige, einstweilige, wohlverdiente Ruhestand
im Ruhestand
Beispiele:
ein Lehrer im Ruhestand
im Ruhestand sein, leben
er befindet sich schon im Ruhestand
in den Ruhestand gehen, treten
er wurde nach Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruhe · ruhen · ruhelos · Ruhestatt · Ruhestätte · Ruhestand · ruhig · beruhigen · ruhsam · geruhsam · Unruhe
Ruhe f. ‘Stille, Untätigkeit, Entspannung’, ahd. ruowa (um 800), mhd. ruo(we), mnd. rouwe, rōwe, mnl. rouwe, rowe, aengl. rōw, anord. , schwed. ro ‘Ruhe’ setzen germ. *rōwō (ie. *rōu̯ā), ablautendes ahd. rāwa (9. Jh.), mhd. mnd. rāwe, mnl. rauwe dagegen germ. *rēwō (ie. *rēu̯ā) voraus. Außergerm. vergleichen sich awest. airime Adv. ‘still, ruhig sitzend’, griech. erōḗ (ἐρωή) ‘das Aufhören, Ruhe, Rast’, erōé͞in (ἐρωεῖν) ‘ruhen, rasten, nachlassen’, kymr. araf ‘ruhig, mild, langsam’. Erschließbar ist eine Wurzel ie. *erə-, *rē- ‘ruhen’ (wozu auch ↗Rast, s. d.). ruhen Vb. ‘Entspannung finden, still liegen, rasten, auf etw. fest liegen, stehen’, ahd. ruowēn (11. Jh.), mhd. ruo(we)n, mnd. ro(u)wen, mnl. rouwen, ruwen, daneben (ablautend) ahd. rāwēn (um 1000), mhd. mnd. rāwen ‘(aus)ruhen’ sind Bildungen zu den genannten Substantiven. ruhelos Adj. ‘von innerer Unruhe erfüllt, unstet, voll Unrast’, mhd. ruowelōs. Ruhestatt, Ruhestätte f. ‘Ruheplatz, Grabstätte’, mhd. ruowestat. Ruhestand m. ‘Zeit der Ruhe und des Friedens, Waffenstillstand’ (16. Jh.), ‘inneres Gleichgewicht’ (17. Jh.), ‘Lebensabschnitt nach dem Ausscheiden aus der beruflichen Tätigkeit’ (19. Jh.). ruhig Adj. ‘bewegungslos, still, nicht aufgeregt’, mhd. ruowec, ruowic, frühnhd. rūwig (15. Jh.). beruhigen Vb. ‘ruhig machen, zufriedenstellen, besänftigen’, reflexiv ‘ruhig werden, sich zufriedengeben’ (16. Jh.). ruhsam Adj. ‘ruhig, behaglich, ohne Eile, ohne Aufregung’ (15. Jh. ruosam, md. rusam, bei Luther rugsam); vgl. mnd. rou(we)sam; heute dafür geruhsam Adj. mhd. (md.) gerūgesam. Unruhe f. ‘anhaltende innere Erregung, Besorgnis, störende geräuschvolle Bewegung’, Unruhen (Plur.) ‘Empörung, Aufruhr einer größeren Gruppe von Menschen’, ahd. unruowa (8. Jh.), mhd. unruo(we), (md.) unrū sowie ahd. unrāwa (um 1000), mhd. unrāwe; auch ‘Uhrpendel’ (16. Jh.), dann ‘Schwungrad in Uhren, Gangregler’ (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pensionsalter · ↗Rentenalter · Ruhestand  ●  ↗(in) Rente  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Zeit der Berufstätigkeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschlag Altersgrenze Altersgrund Beamter Dienstjahr Dienstunfähigkeit Eintritt General Jahresende Jahreswechsel Lebensjahr Pfarrer Rentenabschlag Versetzung einstweilig gehen genießen gleitend schicken sportlich treten verabschieden verdient versetzen vorgezogen vorsorgen vorzeitig wechseln wohlverdient Übergang

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruhestand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt, mit knapp 60 Jahren, geht er in den Ruhestand.
Der Tagesspiegel, 07.10.2004
Doch jetzt wird es nichts mit dem schönen Leben im Ruhestand.
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2004
Diese Funktionen übte er bis zu seinem Ruhestand 1989 aus.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - R. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 9949
Ich will in den Ruhestand treten, und das habe ich dem Führer übermittelt.
o. A.: Einhundertzweiter Tag. Montag, 8. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 17240
Als dann mein Vater nach einem arbeitsreichen Leben sich in den Ruhestand versetzen ließ, zogen sie sogleich wieder dahin - nach Horn.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 31107
Zitationshilfe
„Ruhestand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruhestand>, abgerufen am 08.12.2019.

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