Ruhr
f.
infektiöse Darmerkrankung.
Zu dem unter
rühren
(s. d.)
behandelten Verb steht im
Dt. und
Nl. im Sinne von
‘heftige, eilige Bewegung’
das Verbalabstraktum
ahd.
(h)ruora
‘Bewegung, Lauf, das Bewegen (Spielen) der Saiten’
(um 1000),
mhd.
ruor(e),
(
md.)
rūr(e)
‘eilige Bewegung (zu Fuß oder Pferd), Erregung, Hatz der Hunde auf das Wild’,
asächs.
hrōra
‘Bewegung, Erregung’
(9. Jh.),
mnd.
rōr(e),
mnl.
roere
f.,
roer
n.,
nl.
roer
m.
Im
Mhd. und
Mnd.
bezieht sich der Ausdruck auch auf die heftige Bewegung im Darm
und bezeichnet speziell den heftigen Durchfall
sowie die sich seuchenartig verbreitende,
oft mit Darmbluten verbundene Infektionskrankheit,
vgl.
frühnhd.
rote rur
(15. Jh.).
Vom 17. Jh. an
ist das Wort im
Dt.
nur noch in dieser Bedeutung gebräuchlich
(doch s.
Aufruhr).