Ruin, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ruins · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ru-in (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Ruin‹ als Grundform: ruinös1
Herkunft aus ruinefrz ‘Einsturz (eines Gebäudes), Verwüstung, Untergang’ < ruineafrz ‘Einsturz, Verfall, Verheerung, Verderben, Jammer’ < ruīnalat (Singular) ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’ (Ruine)
eWDG

Bedeutung

Zusammenbruch, Untergang
Beispiele:
ein drohender, sicherer, völliger Ruin seiner Gesundheit
ein sittlicher, moralischer Ruin
jmdn. an den Rand des Ruins (= Verderbens) bringen
jmdn., etw. vor dem Ruin bewahren, retten
umgangssprachlich, scherzhaftdu bist noch mein Ruin (= du richtest mich noch zugrunde)
Wirtschaft wirtschaftlicher Zusammenbruch, Verlust der geschäftlichen Existenz, des Vermögens
Beispiele:
ein wirtschaftlicher, finanzieller Ruin
diese Fehlspekulation bedeutet für ihn, für sein Geschäft den Ruin
vor dem Ruin stehen
diese Misswirtschaft führte zum Ruin des Staatshaushalts
Er hat seinen Ruin abwenden wollen [ StrittmatterBienkopp209]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruine · Ruin · ruinieren
Ruine f. ‘zerfallenes, eingestürztes Gebäude, Trümmerstätte’, zuerst Ruinen Plur. (Ende 16. Jh.), Entlehnung aus gleichbed. lat. ruīnae Plur. (neben seltenerem ruīna Sing. ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’), gelegentlich wohl auch aus früher als im Dt. bezeugtem afrz. frz. ruines Plur. Lat. ruīna ist Verbalabstraktum zu lat. ruere ‘rennen, stürzen, niederreißen, niederstürzen’. Ruin m. (anfangs auch f. nach frz. Vorbild) ‘Zusammenbruch, Untergang, Verderb, Verlust der wirtschaftlichen Existenz’, entlehnt (1. Hälfte 17. Jh.) aus frz. ruine f. ‘Einsturz (eines Gebäudes), Verwüstung, Untergang’, afrz. ‘Einsturz, Verfall, Verheerung, Verderben, Jammer’, dem lat. ruīna (s. oben) voraufgeht. ruinieren Vb. ‘verderben, zerstören, vernichten, zugrunde richten’ (2. Hälfte 16. Jh.; zuerst im militärischen Bereich), aus gleichbed. frz. ruiner, afrz. ‘einstürzen, niederfahren (vom Blitz), zugrunde richten’, Ableitung vom Substantiv afrz. frz. ruine. Doch vgl. auch mlat. ruinare ‘(ein)stürzen, zerstören’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bankrott · Bankrottfall · Insolvenz · Konkurs · Konkursfall · Ruin · Zahlungseinstellung · Zahlungsunfähigkeit  ●  Aus  ugs. · Illiquidität  fachspr. · Pleite  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ruin‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruin‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ruin‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Womöglich gelingt es ihm aber, die Uno vor dem Ruin zu bewahren. [Die Zeit, 05.03.1998, Nr. 11]
Immer wieder schlingern mittelständische Unternehmen an den Rand des Ruins, weil sie es beim bloßen Überspielen bewenden lassen. [Die Zeit, 02.01.1998, Nr. 2]
Sie ist auf bestem Wege, das Land in den Ruin zu wirtschaften. [Die Zeit, 22.08.1997, Nr. 35]
Unter seiner Leitung ist das Unternehmen an den Rand des Ruins geraten. [Die Zeit, 02.02.1996, Nr. 6]
Nicht weniger schlimm erscheint ihm der Ruin der Medizin und des Rechts. [Garin, Eugenio: Die Kultur der Renaissance. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 4900]
Zitationshilfe
„Ruin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruin>.

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