Ruine, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ruine · Nominativ Plural: Ruinen
Aussprache 
Worttrennung Ru-ine · Rui-ne
Wortbildung  mit ›Ruine‹ als Erstglied: Ruinenausbau · Ruinenfeld · Ruinengrundstück · Ruinenlandschaft · Ruinenstadt · ruinenhaft
 ·  mit ›Ruine‹ als Letztglied: Atomruine · Bauruine · Burgruine · Hausruine · Klosterruine · Schlossruine · Zahnruine
 ·  mit ›Ruine‹ als Grundform: ruinös2
Herkunft zu gleichbedeutend ruīnaelat (Plural), ruīnalat (Singular) ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’ < ruerelat ‘rennen, stürzen, niederreißen, niederstürzen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Überrest eines verfallenen, zerstörten Bauwerkes
Beispiele:
eine alte, verfallene, ausgebrannte, malerische, künstliche Ruine
die hochgelegene Ruine einer Burg
eine Ruine abbrechen, abtragen, ausbauen
salopp, scherzhaft, bildlich körperlich völlig zugrunde gerichteter Mensch
Beispiel:
Sie sind ja eine Ruine [ DöblinAlexanderpl.53]
2.
(verstreut liegende) Trümmer von 1
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Tote, Verletzte aus den Ruinen bergen
nach dem schweren Erdbeben lag die Stadt in Ruinen
die obdachlosen Einwohner mussten in Ruinen leben
die Ruinen eines römischen Tempels
Auferstanden aus Ruinen [ BecherNationalhymne DDR]
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, / Und neues Leben blüht aus den Ruinen [ SchillerTellIV 2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ruine · Ruin · ruinieren
Ruine f. ‘zerfallenes, eingestürztes Gebäude, Trümmerstätte’, zuerst Ruinen Plur. (Ende 16. Jh.), Entlehnung aus gleichbed. lat. ruīnae Plur. (neben seltenerem ruīna Sing. ‘Einsturz, eingestürztes Gebäude, Zusammenbruch’), gelegentlich wohl auch aus früher als im Dt. bezeugtem afrz. frz. ruines Plur. Lat. ruīna ist Verbalabstraktum zu lat. ruere ‘rennen, stürzen, niederreißen, niederstürzen’. Ruin m. (anfangs auch f. nach frz. Vorbild) ‘Zusammenbruch, Untergang, Verderb, Verlust der wirtschaftlichen Existenz’, entlehnt (1. Hälfte 17. Jh.) aus frz. ruine f. ‘Einsturz (eines Gebäudes), Verwüstung, Untergang’, afrz. ‘Einsturz, Verfall, Verheerung, Verderben, Jammer’, dem lat. ruīna (s. oben) voraufgeht. ruinieren Vb. ‘verderben, zerstören, vernichten, zugrunde richten’ (2. Hälfte 16. Jh.; zuerst im militärischen Bereich), aus gleichbed. frz. ruiner, afrz. ‘einstürzen, niederfahren (vom Blitz), zugrunde richten’, Ableitung vom Substantiv afrz. frz. ruine. Doch vgl. auch mlat. ruinare ‘(ein)stürzen, zerstören’.

Typische Verbindungen zu ›Ruine‹ (berechnet)

Abriß Abtei Burg Empire Festung Frauenkirche Haus Johanniskirche Klosterkirche Palast Tempel Wasserburg abreißen antik ausgebrannt einsturzgefährdet imposant malerisch qualmend ragen rauchend rauchgeschwärzt römisch sprengen verfallen verkohlt zerbombt zerschossen zeugen überwuchert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ruine‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ruine‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inmitten der Ruinen begann Elke, in ihrem Buch zu lesen. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 167]
Nur eingebaut in Paläste sind sie mitunter in den Ruinen erkennbar. [Schachermeyr, Fritz: Ursprung und Hintergrund der griechischen Geschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 23071]
Dafür sah ich mir die Ruinen des berühmten Klosters an, das 1523 von den aufständischen Bauern zerstört worden ist. [Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 2. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 1468]
Denn direkt neben den Ruinen haben die ersten kleineren Hotels wieder ihren Betrieb aufgenommen. [Die Zeit, 16.12.1999, Nr. 51]
Dies war vielleicht einmal eine Stadt gewesen, jetzt war es nur eine Ruine. [konkret, 2000 [1998]]
Zitationshilfe
„Ruine“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ruine>.

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