Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rumpelkammer, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rumpelkammer · Nominativ Plural: Rumpelkammern
Aussprache 
Worttrennung Rum-pel-kam-mer
Wortzerlegung rumpeln Kammer
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Abstellraum für Gerümpel
Beispiele:
eine enge, dunkle, elende Rumpelkammer
eine Rumpelkammer voll Kisten und Kästen
dieser Trödel gehört in die Rumpelkammer
bildlich
Beispiel:
eine alte liberale Forderung, die … in die Rumpelkammer geworfen wurde (= aufgegeben wurde) [ BebelAus meinem Leben543]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rumpeln · überrumpeln · Rumpelkammer · Rumpelstilzchen
rumpeln Vb. ‘ein dumpfes, polterndes Geräusch verursachen, (mit dem Wagen) polternd fahren’, mhd. rumpeln ‘mit Ungestüm, geräuschvoll sich bewegen oder fallen, lärmen, poltern’, mnd. rumpelen, engl. to rumble ‘poltern, rattern, rollen, grollen, knurren’ sind iterative lautmalende Bildungen (wie rummeln, s. Rummel). überrumpeln Vb. ‘unerwartet angreifen, überraschen, in Verwirrung bringen’ (Anfang 16. Jh.), eigentlich ‘lärmend, mit Getöse überfallen’. Rumpelkammer f. ‘Abstellraum für altes Gerät’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. nl. rommelkamer; d. i. die Kammer mit Gerümpel (s. d.), das polternd zusammenfällt, daher ‘Kammer, in der es poltert, geistert, spukt’, vgl. Rumpelgeist m. ‘polternder Kobold’ (Luther). Rumpelstilzchen n. zwerghafte Gestalt des deutschen Märchens (1812 in Grimms Kinder- und Hausmärchen), Deminutivum von Rumpelstilz ‘lärmender, rumpelnder, spukender Kobold’, älter Rumpele stilt (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. (heute veraltet) Stülz, Stülzer (15. Jh.), Stilzer (16. Jh.) ‘Hinkender’, das wohl zu der unter Stelze (s. d.) angeführten Wortgruppe gehört. Daneben Rumpenstünzchen (1808 in einer handschriftlichen Märchenaufzeichnung J. Grimms); dazu vgl. mnd. stunselvōt ‘Hinkefuß’ (als Beiname), nd. Stunzel ‘kleiner dicker Mensch’ (18. Jh.), mhd. stunz ‘stumpf, abgestumpft, kurz’, wohl n-Erweiterungen zu dem unter stutzen (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstellkammer · Abstellraum · Besenkammer · Putzkammer · Putzraum  ●  Kabuff  ugs. · Kabäuschen  ugs. · Rumpelkammer  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Rumpelkammer · unaufgeräumtes Zimmer
Synonymgruppe
Kammer · Stube  ●  Raum  Hauptform · Zimmer  Hauptform · Bude  ugs. · Gelass  geh. · Gemach  geh., veraltend · Kabinett  geh., österr. · Kabuff  ugs., abwertend · Loch  ugs., abwertend · Rumpelkammer  ugs., abwertend · Räumlichkeit  fachspr., Jargon
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rumpelkammer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rumpelkammer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rumpelkammer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immer älter, statt moderner wurden die Büros, manche glichen einer Rumpelkammer. [Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 464]
So liegen die Blätter noch heute in meiner Mutter Rumpelkammer. [Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 421]
Die Lounge des Hotels sieht aus wie eine spätkoloniale Rumpelkammer. [Die Zeit, 18.02.2008, Nr. 07]
Dafür habe ich ihn nun wirklich nicht aus der Rumpelkammer geholt. [Die Zeit, 28.08.1995, Nr. 35]
Dennoch gehören sie nicht in die literarhistorischen Rumpelkammern, in denen sie verschwunden sind. [Die Zeit, 06.01.1986, Nr. 01]
Zitationshilfe
„Rumpelkammer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rumpelkammer>.

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