Rund, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rund(e)s · Nominativ Plural: Runde · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Grundform rund
Wortbildung  mit ›Rund‹ als Letztglied: ↗Erdenrund · ↗Himmelsrund
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Rundung, Wölbung, kreisförmige oder kugelförmige Gestalt
Beispiele:
das Rund der Wangen, des Auges
das Rund des Sonnenballs, des Mondes, der Erde
das Rund des Brunnens, der Manege, der Arena
2.
im Rundim Umkreis, in der Umgebung
Beispiel:
in dem weiten Rund gab es nur vereinzelte Almhütten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rund · Rund · Runde · runden · abrunden · überrunden · rundlich · Rundung
rund Adj. ‘kugel-, kreisförmig, ohne Ecken’, (vom Körper) ‘füllig’, mhd. runt ‘rund, geschickt, gewandt’, mnd. runt sind wie mnl. ront, nl. rond Entlehnungen aus afrz. reont, älter roont, (anglonorm.) ruunt ‘rund, einfach, ruhig’ (frz. rond). Diesem geht vlat. *retundus vorauf, durch Dissimilation entstanden aus (noch in den frühesten afrz. Formen fortlebendem) lat. rotundus ‘scheibenrund’, dann ‘kugelrund’ und überhaupt ‘rund’, zu lat. rota ‘Rad’, übertragen ‘Sonnenscheibe, Kreis’ (verwandt mit ↗Rad, s. d.). Rund n. ‘Rundung, Wölbung, kreis- oder kugelförmige Gestalt, umliegendes Gebiet, Umkreis, Umgebung’ (17. Jh.), aus dem substantivierten Adjektiv frz. rond m. ‘das Runde, Kreis, Ring’, früher daher auch der Rund. Runde f. ‘Umkreis’ (vgl. spätmhd. ze rund ‘ringsum’, afrz. a la reonde), ‘das Rundsein, runde Form, Kreis’ (16. Jh., auch umgelautet Ründe), Substantivierung des Adjektivs. Im Sinne von ‘gesellige Zusammenkunft, Kreis von Personen, die sich zum Essen und Trinken zusammenfinden’ hervorgegangen aus Tafelrunde, das im 18. Jh. von Wieland aufgenommen wird nach mhd. tavelrunde, einer Entlehnung von afrz. la Table Reonde ‘Tafelrunde des Königs Artus’ (eigentlich ‘die runde Tafel’). Runde in der Bedeutung ‘Kontrollgang zur Überprüfung militärischer Wachtposten’ (Anfang 17. Jh., zuerst Ronde), ‘die den Kontrollgang durchführende(n) Person(en)’ (Ende 17. Jh.) ist eine Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. ronde. Dies wird als Substantivierung des Adjektivs rond empfunden (auch im Dt. beim Entlehnungsvorgang), ist jedoch eine Rückbildung aus dem Verb mfrz. ronder ‘einen Kontrollgang machen, die Wachtposten überprüfen’, das auf aspan. arrobdar mit den Nebenformen robdar, roldar, rondar ‘mit der Wache herumziehen, patrouillieren, bewachen’ (span. rondar) beruht, einer Bildung zu arab. ar-ruḅt ‘fünf oder mehr zusammengekoppelte Pferde, die zur Verwendung auf Grenzwacht bereitstehen’. Dazu die verbale Fügung (die) Runde(n) gehen ‘Posten kontrollieren’ (17. Jh.), dann allgemein die Runde machen ‘einen Rundgang machen’. runden Vb. (früher auch ründen) ‘rund machen, abrunden, vervollkommnen, vollenden’, reflexiv ‘rund werden, sich vervollkommnen, Gestalt annehmen’, vgl. gerunt Part. Prät. (Ende 15. Jh.), ronden (15. Jh.). abrunden Vb. (früher auch abründen) ‘(annähernd) rund, glatt machen, bei Zahlen, Geldbeträgen die Endziffer(n) durch Null(en) ersetzen’ (17. Jh.). überrunden Vb. ‘jmdn. bei einem Wettlauf oder einer Wettfahrt um eine oder mehrere Runden überholen’ (20. Jh.). rundlich Adj. ‘annähernd rund, mollig, füllig, ein wenig dick’ (18. Jh.), älter rundlicht (17. Jh.), rundlächt (16. Jh.); doch vgl. runtlich Adv. (15. Jh.). Rundung f. ‘runde Form, Wölbung’, frühnhd. ‘Umdrehung im Kreise’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Rund‹

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Cut DFB-Pokal Einzug Erreichen Hinspiel Präsidentenwahl Präsidentschaftswahl RSC Tisch UEFA-Cup UEFA-Pokal Uefa-Pokal auscheiden ausscheiden besiegen cheiden dritt einziehen erst fünft nah neunt qualifizieren scheitern sechst siebt viert vorletzt zehnt zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An diesem Abend grient er die meiste Zeit ins Rund.
Die Welt, 28.06.2005
Aber wie viele Künstler schaffen es, das weite Rund zu füllen?
Der Tagesspiegel, 29.05.2005
Wieder zurück auf der Erde, trottet jeder noch einmal über das unermeßliche Rund des Alex.
Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR - ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 260
Auf dem weißen Rund meiner Trommel läßt sich schlecht experimentieren.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 336
Die rund 40.000 Fans im weiten Rund sahen, wie die Sechziger zwar ordentlich spielten, aber zunächst ihre Chancen nicht nutzten.
Die Zeit, 01.10.2006 (online)
Zitationshilfe
„Rund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rund>, abgerufen am 13.08.2020.

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