Runzel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Runzel · Nominativ Plural: Runzeln · wird meist im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Run-zel
Wortbildung  mit ›Runzel‹ als Erstglied: ↗Runzelgesicht · ↗Runzelhand · ↗Runzelstirn · ↗runzelig · ↗runzlig
 ·  mit ›Runzel‹ als Letztglied: ↗Querrunzel · ↗Sorgenrunzel · ↗Speckrunzel
eWDG

Bedeutung

Falte, Furche in der Haut
Beispiele:
die ersten feinen Runzeln zeigen sich an den Schläfen
Runzeln durch kosmetische Mittel glätten, ebnen
ein freundliches Gesicht voller Runzeln
Wenn er lachte, zog sich das feine Spinngewebe von Runzeln glatt auseinander [ FedererPapst17]
bildlich
Beispiele:
nimm zuerst von den Äpfeln, die schon Runzeln haben!
[Reitstiefel] die in Runzeln um seine Knöchel fielen [ G. HermannWordelmann393]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Runzel · runz(e)lig · runzeln
Runzel f. ‘Hautfalte, Falte auf der Oberfläche, Furche’, ahd. (h)runzilo m. (10. Jh.), (h)runzila f. (11. Jh.), mhd. runzel ‘Runzel’, Deminutivum von ahd. (h)runza (um 1000), mhd. runze. Setzt man älteres *hrunkza aus germ. *hrunkita voraus, aus dem ahd. (h)runza durch Konsonantenerleichterung hervorgegangen sein könnte, so lassen sich vergleichen mhd. runke ‘Runzel’, anord. hrukka (*hrunkwōn), schwed. rynka (aus *hrunkwjōn) ‘Runzel’ und (ablautend) anord. hrøkkva (aus *hrenkwan) ‘sich krümmen, ringeln, zurückweichen’ sowie kausatives hrøkkva (aus *hrankwjan) ‘schlingen, schleudern, fortjagen’, ferner mit anlautendem sk- anord. skrukka ‘Rindenkorb’, eigentlich ‘altes runzliges Weib’, schwed. (mundartlich) skrokka ‘runzlige alte Frau, Korb aus Birkenrinde’, schwed. skrynkla ‘Runzel; knittern’, aengl. scrincan ‘sich zusammenziehen, schrumpfen, welken’, engl. to shrink ‘(ein-, zusammen)schrumpfen, eingehen, einlaufen, abnehmen’, mnl. schrinken ‘sich zurückziehen’. Alle Formen führen auf ie. *(s)kreng-, nasalierte Form von ie. *(s)kerg-, einer Erweiterung der verbreiteten (s. ↗Ring, ↗Rücken, ↗schräg, ↗Schrank, ↗Schranke, ↗schreiten) Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ und auch ‘einschrumpfen, runzeln’. runz(e)lig Adj. ‘von Runzeln durchzogen, faltig’ (18. Jh.), älter runzlicht, ahd. runziloht (11. Jh.), mhd. runzeleht. runzeln Vb. ‘Runzeln bilden, in Falten legen, ziehen’, reflexiv ‘Runzeln bekommen’, mhd. runzeln.

Thesaurus

Synonymgruppe
Falte · Runzel

Typische Verbindungen zu ›Runzel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Runzel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Runzel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch der alte Mann wurde rot, seine Runzeln verfärbten sich.
Die Zeit, 22.03.1963, Nr. 12
Neuerdings können Runzeln durch Herausschneiden der überschüssigen Haut vom Arzt entfernt werden.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 259
Ich fühlte, daß sie zu fett war und Runzeln hatte.
Lichtenstein, Alfred: Konrad Krause. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 43566
Auf der faltigen Stirn der alten Frau erschienen hundert neue Runzeln.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 1109
Es gehe ihm dabei um die Spuren des Lebens, um "Falten und Runzeln".
Süddeutsche Zeitung, 21.09.2000
Zitationshilfe
„Runzel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Runzel>, abgerufen am 11.04.2021.

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