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Rupfen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rupfens · Nominativ Plural: Rupfen
Aussprache  [ˈʀʊpfn̩]
Worttrennung Rup-fen
Wortbildung  mit ›Rupfen‹ als Letztglied: Seidenrupfen
eWDG

Bedeutung

grobes Gewebe aus Jute
Beispiele:
die Wände waren mit Rupfen bespannt
das Zimmer ist mit dunkelblauem Rupfen ausgeschlagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rupfen m. grobes Gewebe aus Jute für Säcke und Wandbespannungen, mhd. rupfen n. ‘Leinwand aus Werg’, substantiviert aus mhd. rupfīn, rupfen Adj. ‘aus Werg’, wohl zum Verb mhd. rupfen, rüpfen ‘ausreißen, zupfen, zausen, pflücken’ (s. rupfen) gehörig; zuerst (12. Jh.) in Verbindung mit den Substantiven mhd. ziuc ‘Zeug, Stoff’, wāt ‘Kleidung’, tuoch ‘Tuch’, dann mit Ersparung des Substantivs ‘Leinwand aus Werg’. Als Substantiv eigentlich wohl ‘aus dem von der Hechel Abgerauften, Abgezupften, aus Flachs- und Hanfabfall Hergestelltes’.

rupfen · ruppig
rupfen Vb. ‘herausziehen, ruckartig ab-, ausreißen, pflücken, übervorteilen’, ahd. rophōn (11. Jh.), mhd. rupfen, rüpfen, ropfen ‘ausreißen, zupfen, zausen, pflücken’, mnd. mnl. nl. (landschaftlich) roppen, nd. ruppen, anord. ruppa ‘ausrupfen, plündern’ ist Intensivbildung zu dem unter raufen (s. d.) angeführten Verb. – ruppig Adj. ‘unhöflich, flegelhaft, grob, ungepflegt, struppig’, im 18. Jh. aus dem Nd. und Md. in die Literatursprache aufgenommen, zu nd. ruppen ‘ausreißen, zupfen’ (s. oben), ursprünglich wohl ‘wieein gerupfter Vogel aussehend’.

Typische Verbindungen zu ›Rupfen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rupfen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rupfen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seine rhetorischen Künste sind so attraktiv wie der ökologisch korrekte Einkaufsbeutel aus Rupfen. [Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37]
An jedem geschlachteten Geflügel finden sich nach dem Rupfen noch kleine Haare und Reste von Flaum. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 10]
Die dort wohnhafte Frau Jabs ist von früh bis spät am Pflanzen und Rupfen. [Bild, 29.08.2000]
Leider löst sich beim Rupfen von Wildgeflügel leicht die Haut, da die Kiele fester sitzen als bei Hausgeflügel. [Süddeutsche Zeitung, 18.12.1997]
Meist ist das Rupfen aber eine Psychose, bedingt durch Einzelhaltung. [Bild, 17.07.1998]
Zitationshilfe
„Rupfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rupfen>.

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