Rute, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rute · Nominativ Plural: Ruten
Aussprache  [ˈʀuːtə]
Worttrennung Ru-te
Wortbildung  mit ›Rute‹ als Erstglied: Rutenbesen · Rutengänger · Rutenpflanze · Rutenstreich
 ·  mit ›Rute‹ als Letztglied: Angelrute · Birkenrute · Feldrute · Goldrute · Haselrute · Kopfrute · Leimrute · Spießrute · Stahlrute · Stipprute · Stummelrute · Weidenrute · Wünschelrute · Zauberrute · Zuchtrute
eWDG

Bedeutungen

1.
langer dünner Zweig
Beispiele:
die kahlen langen Ruten einer Birke, Weide
da selbst nach einem stärkeren Frostausfall die Ruten [der Himbeere] bereits im darauffolgenden Jahr wieder vollwertige Erträge bringen [ Tageszeitung1962]
Gerte, Bündel aus Gerten zum Züchtigen
Beispiel:
der Weihnachtsmann mit Sack und Rute
bildlich
Beispiel:
Ihr wart eine Geißel für seine [des Vaterlandes] Feinde, Ihr wart eine Rute für seine Freunde [ BrechtCoriolanII 3]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichsich [Dativ] eine Rute auf den Rücken binden (= sich mit einer lästigen Verpflichtung belasten)
2.
langer, sich verjüngender Stock, an dessen Ende eine Schnur mit einem Haken befestigt ist, die zum Fischfang ausgeworfen wird, Angelrute
Beispiel:
[er] dem innerhalb weniger Stunden 140 Pfund Lachs an die Rute gingen [ Tageszeitung1956]
3.
Jägersprache Schwanz des Hundes, Haarraubwildes und Eichhörnchens
Beispiele:
eine buschige Rute
mit der Rute wedeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rute f. ‘langer, dünner Stock, Zweig, Gerte’, ahd. ruota ‘Gerte, Stange, Meßstange’ (8. Jh.), mhd. ruote ‘Gerte, Zucht-, Zauber-, Wünschelrute, Stab, Stange, Ruder-, Meßstange’, asächs. rōda, mnd. rōde, rūde, mnl. nl. roede, afries. rōde, aengl. rōd, in christlicher Missionssprache auch ‘Kreuz’, engl. rood ‘Kreuz, Längen- und Flächenmaß’, anord. rōða ‘Rute, Kreuz, Heiligenbild’ (die ursprüngliche Bedeutung ist in anord. hjalmrōða ‘Stange, die das Dach eines Heuschobers trägt’ bewahrt; die Bedeutung ‘Kreuz’ ist aus dem Aengl. entlehnt), dän. rode ‘Maß, Rute’ (germ. *rōdo(n)) ist vergleichbar mit kslaw. ratište ‘Lanze’, ratovište ‘Lanzenschaft’, aruss. ratišče ‘Lanze’, russ. (älter) rátovišče (ратовище) ‘Lanzenschaft’, lat. rētae Plur. ‘am Ufer des Flusses oder aus dem Flußbett hervorragende Bäume’, ratis ‘Floß’, so daß eine Wurzel ie. *rēt-, *rōt-, *rət- ‘Stange, Stamm, Balkengefüge’ angesetzt werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angel · Angelgerät · Angelrute · Rute
Synonymgruppe
Rute · Stab · Stange · Stecken · Stock
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerte · Rute · Zweig
Synonymgruppe
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · Penis  Hauptform · Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · Bolzen  derb · Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lurch  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · Lümmel  ugs. · Phallus  fachspr. · Piephahn  ugs. · Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · Pillermann  ugs. · Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · Riemen  vulg. · Rohr  ugs. · Rute  derb · Schniedel  ugs. · Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · Schwanz  derb · Schwengel  ugs. · Schwert  ugs. · Stößel  ugs. · Zauberstab  ugs. · Zipfel  derb · Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Geißel · Gerte · Peitsche · Reitgerte · Rute
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rute‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rute‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rute‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zunächst läßt er ihnen all die Ruten abnehmen und sie mitten auf dem Platz zusammentragen, und siehe da, es war ein ansehnlicher Berg geworden. [Schütte, Carl: Willst du erfahren was sich ziemt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1934], S. 6751]
Sie seien prinzipiell auch in der Lage, mit einer Rute zu arbeiten. [Die Zeit, 03.09.2013, Nr. 36]
Denn wer sich nicht gut benommen hat, muss keine Rute fürchten. [Die Zeit, 22.12.2008, Nr. 51]
Er hat mich so lange geschlagen, bis die Rute kaputt war. [Die Zeit, 29.09.1989, Nr. 40]
Heimlich gab mir die Frau ein Zeichen, ihm mit der Rute zu drohen; ich schwankte, die Frau wiederholte ihr Zeichen. [Die Zeit, 19.12.1957, Nr. 51]
Zitationshilfe
„Rute“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rute>.

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