Rute, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rute · Nominativ Plural: Ruten
Aussprache
WorttrennungRu-te
Wortbildung mit ›Rute‹ als Erstglied: ↗Rutenbesen · ↗Rutengänger · ↗Rutenstreich
 ·  mit ›Rute‹ als Letztglied: ↗Angelrute · ↗Birkenrute · ↗Goldrute · ↗Haselrute · ↗Leimrute · ↗Spießrute · ↗Weidenrute · ↗Wünschelrute · ↗Zauberrute · ↗Zuchtrute
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
langer dünner Zweig
Beispiele:
die kahlen langen Ruten einer Birke, Weide
da selbst nach einem stärkeren Frostausfall die Ruten [der Himbeere] bereits im darauffolgenden Jahr wieder vollwertige Erträge bringen [Tageszeitung1962]
Gerte, Bündel aus Gerten zum Züchtigen
Beispiel:
der Weihnachtsmann mit Sack und Rute
bildlich
Beispiel:
Ihr wart eine Geißel für seine [des Vaterlandes] Feinde, Ihr wart eine Rute für seine Freunde [BrechtCoriolanII 3]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichsich [Dativ] eine Rute auf den Rücken binden (= sich mit einer lästigen Verpflichtung belasten)
2.
langer, sich verjüngender Stock, an dessen Ende eine Schnur mit einem Haken befestigt ist, die zum Fischfang ausgeworfen wird, Angelrute
Beispiel:
[er] dem innerhalb weniger Stunden 140 Pfund Lachs an die Rute gingen [Tageszeitung1956]
3.
Jägersprache Schwanz des Hundes, Haarraubwildes und Eichhörnchens
Beispiele:
eine buschige Rute
mit der Rute wedeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rute f. ‘langer, dünner Stock, Zweig, Gerte’, ahd. ruota ‘Gerte, Stange, Meßstange’ (8. Jh.), mhd. ruote ‘Gerte, Zucht-, Zauber-, Wünschelrute, Stab, Stange, Ruder-, Meßstange’, asächs. rōda, mnd. rōde, rūde, mnl. nl. roede, afries. rōde, aengl. rōd, in christlicher Missionssprache auch ‘Kreuz’, engl. rood ‘Kreuz, Längen- und Flächenmaß’, anord. rōða ‘Rute, Kreuz, Heiligenbild’ (die ursprüngliche Bedeutung ist in anord. hjalmrōða ‘Stange, die das Dach eines Heuschobers trägt’ bewahrt; die Bedeutung ‘Kreuz’ ist aus dem Aengl. entlehnt), dän. rode ‘Maß, Rute’ (germ. *rōdo(n)) ist vergleichbar mit kslaw. ratište ‘Lanze’, ratovište ‘Lanzenschaft’, aruss. ratišče ‘Lanze’, russ. (älter) rátovišče (ратовище) ‘Lanzenschaft’, lat. rētae Plur. ‘am Ufer des Flusses oder aus dem Flußbett hervorragende Bäume’, ratis ‘Floß’, so daß eine Wurzel ie. *rēt-, *rōt-, *rət- ‘Stange, Stamm, Balkengefüge’ angesetzt werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angel · ↗Angelgerät · ↗Angelrute · Rute
Synonymgruppe
Rute · ↗Stab · ↗Stange · ↗Stecken · ↗Stock
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerte · Rute · ↗Zweig
Synonymgruppe
Bürzel (Jägerspr.) · Rute · ↗Schwanz · ↗Schweif · ↗Sterz
Anatomie
Synonymgruppe
Glied · ↗Prachtexemplar · männliches Glied  ●  (jemandes) bestes Stück  verhüllend · ↗Penis  Hauptform · ↗Schaft  fig. · gutes Stück  verhüllend · ↗Bolzen  derb · ↗Dödel  ugs. · Kindermacher  ugs. · Lörres  ugs., rheinisch · ↗Lümmel  ugs. · ↗Phallus  fachspr. · ↗Piephahn  ugs. · ↗Piepmatz  ugs. · Pillemann  ugs., rheinisch · Pillemännchen  ugs., rheinisch, verniedlichend · ↗Pillermann  ugs. · ↗Pimmel  derb · Pimmelmann  derb · Prengel  ugs., ruhrdt. · Pullermann  derb · ↗Riemen  vulg. · ↗Rohr  ugs. · Rute  derb · ↗Schniedel  ugs. · ↗Schniedelwutz  ugs., verniedlichend · ↗Schwanz  derb · ↗Schwengel  ugs. · ↗Schwert  ugs. · ↗Stößel  ugs. · ↗Zauberstab  ugs. · ↗Zipfel  derb · ↗Zumpferl  ugs., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Erektion  ●  ↗Latte  ugs. · ↗Morgenlatte  ugs. · ↗Ständer  ugs.
  • Phimose · Vorhautverengung
  • Penisamputation  ●  Penektomie  fachspr.
  • Penisdeviation · Penisverkrümmung
  • Urologe  ●  Zipfeldoktor  derb
Synonymgruppe
Geißel · ↗Gerte · ↗Peitsche · ↗Reitgerte · Rute
Assoziationen
  • Nilpferdpeitsche · dicke Peitsche
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Geschenk Knecht Köder Mantel Nikolaus Peitsche Sack Schlag Schnur Spitze Stock Weide Weihnachtsmann Züchtigung angeln auspacken ausschlagen auswerfen bestrafen biegen buschig dünn eisern magisch peitschen rausholen schneiden schonen schwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rute‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tatsächlich habe sie Aron D. daraufhin mit einer Rute untersucht.
Der Tagesspiegel, 14.08.2000
Die Rute schlägt aus, und sie tut es wie von selbst.
Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000
Zunächst läßt er ihnen all die Ruten abnehmen und sie mitten auf dem Platz zusammentragen, und siehe da, es war ein ansehnlicher Berg geworden.
Schütte, Carl: Willst du erfahren was sich ziemt? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1934], S. 6751
Der Hund winselte und trommelte mit der Rute den Staub.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1066
Ich wollte heute eine gute Tat tun und wurde mit Ruten gepeitscht.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Zitationshilfe
„Rute“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rute>, abgerufen am 06.12.2019.

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