Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rutsch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rutsches · Nominativ Plural: Rutsche
Aussprache 
Grundformrutschen
Wortbildung  mit ›Rutsch‹ als Letztglied: Bergrutsch · Dammrutsch · Erdrutsch · Felsrutsch · Kursrutsch · Linksrutsch · Preisrutsch · Steinrutsch
Mehrwortausdrücke  auf einen Rutsch · in einem Rutsch

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. gleitende Abwärtsbewegung
    1. [umgangssprachlich, übertragen] ⟨in, auf einem Rutsch, auf einen Rutsch⟩
  2. 2. [umgangssprachlich] kleine Reise, Spritztour
eWDG

Bedeutungen

1.
gleitende Abwärtsbewegung
Beispiel:
[…] so vermag eine Pflanzendecke […] Rutsche und Abbrüche einzuschränken[.] [ Natur u. Heimat1960]
umgangssprachlich, übertragen in, auf einem Rutsch, auf einen Rutsch (= ohne Aufenthalt)
Beispiel:
»Von Minsk nach Berlin?« […] »Das machen wir, wenn's sein muß, auf einen Rutsch [ BredelEnkel554]
2.
umgangssprachlich kleine Reise, Spritztour
Beispiele:
Zum Wochenende einen Rutsch an die See, ins Gebirge, nach H machen
guten Rutsch! (= gute Fahrt!)
guten Rutsch ins neue Jahr! (= Glückwunsch vor Silvester)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rutschen · rutsch · Rutsch1 · rutschig · Rutsch2 · Rutsche · Rutschbahn
rutschen Vb. ‘sich gleitend auf einer Fläche fortbewegen, (aus)gleiten’ (16. Jh.), rütschen (15. Jh.) steht mit affektischer Lautverschärfung (-tsch- aus -tz-, s. fletschen) zu lautmalendem spätmhd. rutzen, rützen. Vielleicht (vgl. Ahd. Wb. 7, 1304) hierher ahd. rūtezzen ‘etw. überstürzt tun’ (9. Jh.). Aus dem Verb rückgebildet rutsch Interjektion Schallwort für gleitende Bewegung, kindersprachlich (mit Sekundärablaut) rirarutsch. Rutsch1 m. ‘gleitende Abwärtsbewegung’, obd. Erdrutsch ‘Bergsturz’, im 19. Jh. in die Literatursprache aufgenommen. Auch (scherzhaft) ‘kleiner, kurzer Ausflug’, im Anschluß an rutschen ‘(aus)fahren, reisen’. rutschig Adj. ‘glatt, schlüpfrig’ (19. Jh.), älter rutschicht, rütschicht (17. Jh.). Rutsch2 m. im Neujahrswunsch Guten Rutsch (ins Neue Jahr)! (um 1900). Herkunft ungewiß. Durchaus möglich ist ein Anschluß der Wendung an Rutsch im Sinne von ‘Ausflug, Fahrt, Reise’ (s. oben). Doch erwägenswert ist auch der Herleitungsversuch aus jidd. rosch ‘Kopf, Erstes, Anfang’, rosch ha schono ‘Neujahr’ (vgl. Wolf Rotw. 269); im Dt. an Rutsch1 (s. o.) angeglichen und aufgefaßt als ‘fröhliches Hinübergleiten’. Rutsche f. ‘(steiler) Bergabhang, Böschung’, mhd. rütsche, heute ‘Gleitbahn’ (für Holz-, Gerölltransport), auch (Not)rutsche in Flugzeugen (20. Jh.). Rutschbahn f. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Rutsch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rutsch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rutsch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer eine Partition nur vorübergehend löschen will, etwa um ihren Typ zu ändern, sollte das in einem Rutsch bewerkstelligen. [C’t, 1999, Nr. 18]
Die Treiber für alle Clients lassen sich mit beiden Methoden in einem Rutsch auf den Server kopieren. [C’t, 1998, Nr. 24]
So kann man in einem Rutsch gleich den Inhalt mehrerer Partitionen verlieren. [C’t, 1993, Nr. 8]
Das rette manchen Betrieb vor dem Rutsch in die roten Zahlen. [Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12]
Dabei kommt die Elektronik nicht in einem Rutsch aus dem Drucker. [Die Zeit, 28.10.2012, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Rutsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rutsch>.

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