Süße, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Süße · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSü-ße
Grundformsüß
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
der süße Geschmack, Geruch
Beispiele:
die Süße des Weins
die künstliche Süße von Sacharin
Ihr Parfüm war sehr stark ... von einförmiger betäubender Süße [BrodZauberreich22]
2.
gehoben das Süßsein
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart 3 a–c)
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart 3 a)
Beispiel:
die Süße seines Geigenspiels
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart 3 b)
Beispiel:
Clawdias Profil sei von der weichsten Jugendlichkeit und Süße [Th. MannZauberb.2,297]
entsprechend der Bedeutung von süß (Lesart 3 c)
Beispiel:
die Süße der Erinnerung
3.
abwertend übertriebene, oft heuchlerische Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit
Beispiele:
[er] fügte mit ungewohnter Süße hinzu ... [C. F. MeyerJenatsch1,68]
Nachdem das Ködern durch Süße mißlungen war, sollte ich nun durch den Haß zermalmt werden [FalladaTrinker292]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

süß · Süße · süßen · versüßen · Süßigkeit · süßlich · Süßholz · Süßholzraspler · Süßstoff
süß Adj. ‘wie Zucker oder Honig schmeckend’ (von Speisen), im Geruch diesem Geschmack vergleichbar, übertragen ‘lieblich, wohlklingend, entzückend, wohltuend’, später auch abschätzig (2. Hälfte 18. Jh.) ‘geziert, weichlich, fade’, ahd. suoʒi (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe, (md.) sūʒe, sōʒe ‘süß, mild, angenehm, lieblich, freundlich’, asächs. swōti, mnd. sȫte, mnl. soete, nl. zoet, aengl. swēte, engl. sweet, anord. sœtr, schwed. söt (germ. *swōtja-, aus *swōtu-) führen mit aind. svādúḥ ‘wohlschmeckend, süß’, griech. hēdýs (ἡδύς, aus *Ϝαδύς) ‘erfreulich, süß, lieblich’, hḗdesthai (ἥδεσθαι) ‘sich freuen’, lat. suāvis ‘lieblich, angenehm, anziehend’ auf eine Wurzel ie. *su̯ād- ‘süß, an etw. Geschmack, Freude finden’. Der Anlaut germ. sw- verliert w vor dumpfen Vokal. Süße f. ‘das Süßsein, süßer Geschmack, Geruch, süße Art, (übertriebene) Freundlichkeit, Liebenswürdigkeit’, ahd. suoʒī (8. Jh.), mhd. süeʒe, suoʒe ‘Süßigkeit, Lieblichkeit, Freundlichkeit, Wohlgeruch’. süßen Vb. ‘(Speisen, Getränke) süß machen, zuckern’, ahd. suoʒen ‘süß machen’ (9. Jh.), mhd. süeʒen, suoʒen, auch ‘angenehm machen, erquicken, erfreuen’. versüßen Vb. ‘angenehm machen, erleichtern’, mhd. versüeʒen ‘ganz süß machen’. Süßigkeit f. ‘das Süßsein, Süße’, mhd. süeʒecheit, süeʒekeit, zu dem weitergebildeten Adjektiv mhd. süeʒec ‘süß, lieblich’; heute vor allem Süßigkeiten (Plur.) ‘Naschereien, Süßes in Form von Schokolade, Pralinen, Bonbons o. ä.’ (18. Jh.). süßlich Adj. ‘ein wenig süß schmeckend, riechend, freundlich, angenehm’, auch (seit 2. Hälfte 18. Jh.) abschätzig im Sinne von ‘unangenehm, geziert, fade, kitschig, weichlich’, ahd. suoʒlīh (9. Jh.; vgl. suoʒlīhho Adv., 8. Jh.), mhd. süeʒlich, (md.) sūʒlich ‘süß, milde, angenehm, lieblich, freundlich’. Süßholz n. süßschmeckende, zur Lakritzengewinnung verwendete Wurzel des Süßholzstrauches, mhd. süeʒholz, für griech.-lat. glycyrrhiza ‘Süßwurzel, -holz’ (s. ↗Lakritze); dafür auch Süßwurz(el) (16. Jh.); in übertragenem Sinne seit dem 16. Jh. verwendet; vgl. dazu Süßholz raspeln ‘einer Frau in auffallender Weise schmeicheln, ihr den Hof machen, mit ihr schöntun’, Süßholzraspler m. ‘Schmeichler, Schöntuer’ (beide Mitte 19. Jh.). Süßstoff m. synthetisch hergestellte organische Verbindung, die ohne Nährwert süßt (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Herzallerliebster · ↗Herzblatt · ↗Liebste(r)  ●  ↗Darling  engl. · (du) Traum meiner schlaflosen Nächte  ugs., ironisch · ↗Augenstern  ugs. · ↗Babe  ugs., engl. · ↗Baby  ugs. · Beauty  ugs., engl. · ↗Bienchen  ugs. · ↗Biene  ugs. · ↗Bunny  ugs., engl. · ↗Bärchen  ugs. · ↗Engel  ugs. · ↗Engelchen  ugs. · Engelmaus  ugs. · Engelsschein  ugs. · ↗Flamme  ugs. · ↗Gummibärchen  ugs. · ↗Hase  ugs. · Hasi  ugs. · Hasibär  ugs. · Hasibärchen  ugs. · Hasili  ugs. · Hasimaus  ugs. · Hasipupsi  ugs. · ↗Herzbube  ugs. · ↗Herzchen  ugs. · Honey  ugs., engl. · Hübsche  ugs. · Kleine  ugs. · Kleiner  ugs. · Kleines  ugs. · ↗Knuddelbär  ugs. · Knuddelmaus  ugs. · Knufelbär  ugs. · Knuffel  ugs. · Knuffelchen  ugs. · Knuffelschatzi  ugs. · ↗Kuschelbär  ugs. · Kuschelbärchen  ugs. · ↗Kuschelhase  ugs. · Kuschelmaus  ugs. · Kuschelmäuschen  ugs. · Kuschelschnuppe  ugs. · Kuscheltiger  ugs. · Kuschli  ugs. · ↗Kätzchen  ugs. · ↗Liebchen  ugs. · ↗Liebesgöttin  ugs. · ↗Liebesperle  ugs. · ↗Liebling  ugs., Hauptform · ↗Maus  ugs. · Mausbär  ugs. · ↗Mausi  ugs. · ↗Mäuschen  ugs. · Mäusle  ugs. · Perlchen  ugs. · Puschi  ugs. · Puschibär  ugs. · ↗Püppchen  ugs. · Püppi  ugs. · ↗Schatz  ugs. · Schatzi  ugs. · Schatzimaus  ugs. · Schatzimausi  ugs. · Schnubbi  ugs. · ↗Schnucke  ugs. · ↗Schnuckel  ugs. · ↗Schnuckelchen  ugs. · Schnuckelmausi  ugs. · Schnucki  ugs. · Schnuckiputzi  ugs. · ↗Schätzchen  ugs. · Schätzelein  ugs. · ↗Schöne  ugs. · ↗Schönheit  ugs. · ↗Sonnenschein  ugs. · ↗Spatz  ugs. · ↗Spätzchen  ugs. · Süße  ugs. · Süßes  ugs. · ↗Teufelchen  ugs. · ↗Traummann  ugs. · ↗Traumprinz  ugs. · ↗Zuckerpuppe  ugs. · ↗Zuckerpüppchen  ugs. · ↗Zuckerschnecke  ugs. · ↗Zuckerschnute  ugs. · Zuckertäubchen  ugs. · ↗Zuckerwürfel  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aroma Balance Bitterkeit Bitternis Frucht Hauch Honig Kuß Saft Schmelz Schärfe Sentimentalität Speis Säure Süße Tee Traube Weichheit Wein Wüste Zucker auskosten bitter dezent fruchtig herb jagen klebrig mild schmecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Süße‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von so einer Süßen würde ich mich auch zeichnen lassen.
Bild, 19.05.2005
Als Kind war ich nicht so scharf auf alles Süße.
Der Tagesspiegel, 06.04.2001
Niemals gäbe der Kanzler seiner Lust am Süßen so offensichtlich nach.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 235
Die meisten Drops hielt sie zum Süßen des Tees zurück.
Loest, Erich: Völkerschlachtdenkmal, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1987 [1984], S. 154
Aus den Massen, die in uns gebrannt waren, strömt Süße.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5187
Zitationshilfe
„Süße“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Süße>, abgerufen am 16.10.2019.

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