Süden, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Südens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSü-den (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Süden‹ als Erstglied: ↗Südabfall · ↗Südabhang · ↗Südamerika · ↗Südbahnhof · ↗Süddeutsch · ↗Süddeutsche2 · ↗Süddeutschland · ↗Südeuropa · ↗Südeuropäer · ↗Südfenster · ↗Südflanke · ↗Südflügel · ↗Südfront · ↗Südfrucht · ↗Südgrenze · ↗Südhalbkugel · ↗Südhang · ↗Südhimmel · ↗Südhälfte · ↗Südkurs · ↗Südkurve · ↗Südküste · ↗Südland · ↗Südlicht · ↗Südost · ↗Südosten · ↗Südpol · ↗Südpolargebiet · ↗Südprovinz · ↗Südpunkt · ↗Südrand · ↗Südsee · ↗Südseite · ↗Südslawe · ↗Südspitze · ↗Südstaat · ↗Südsudan · ↗Südsüdost · ↗Südsüdosten · ↗Südsüdwest · ↗Südsüdwesten · ↗Südtangente · ↗Südteil · ↗Südturm · ↗Südwand · ↗Südwein · ↗Südwest · ↗Südwesten · ↗Südwind · ↗süddeutsch · ↗südlich · ↗südromanisch · ↗südseitig · ↗südwestlich · ↗südwärts · ↗südöstlich
 ·  mit ›Süden‹ als Binnenglied: ↗Nord-Süd-Achse · ↗Nord-Süd-Dialog · ↗Nord-Süd-Gefälle · ↗Nord-Süd-Konflikt
 ·  mit ›Süden‹ als Grundform: ↗Süd
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
meist ohne Artikel
Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandpunktes
Gegenwort zu Norden
Beispiele:
die Zugvögel fliegen, ziehen schon nach Süden
dichterisch die Zugvögel fliegen, ziehen schon gen Süden
das Zimmer liegt nach Süden
die Fenster gehen nach Süden
das Boot treibt nach Süden
das Flugzeug nahm Kurs auf Süden
im Süden stand eine schwarze Wolkenwand
2.
mit bestimmtem Artikel
Gegenwort zu Norden
a)
die südlichen Länder der Erde
Beispiele:
der warme, sonnige Süden
nach dem Süden reisen
den Winter im Süden verbringen
diese Tiere stammen, kommen aus dem Süden
die ersten Stare sind aus dem Süden zurückgekehrt
b)
der südliche Teil eines bestimmten Gebietes
Beispiele:
im Süden von Berlin
im Süden Frankreichs
er stammt aus dem Süden Italiens
3.
die Bewohner von 2 a u. b
Gegenwort zu Norden
Beispiel:
der Süden hat andere Lebensgewohnheiten als der Norden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Süd · Süden · südlich · Südpol · Südwester
Süd m. (ohne Artikel, besonders in der Seemannssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes, die vom tiefsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Südwind’. Ahd. sund m. ‘Süden’ (9. Jh.), mhd. sunt m. ‘Süden’ (erhalten in Ortsnamen wie Sonthofen, Sundgau), (mit aus dem Nd. Nl. stammendem n-Ausfall) sūd (zuerst Veldeke), nhd. Sud und (seit 15. Jh. nl. Aussprache folgend) Süd, asächs. sūð Adv. ‘im Süden’, mnl. suut Adv. ‘im, nach Süden’, nl. zuid f. und Adv. ‘Süden, südwärts’, aengl. sūþ Adj. Adv. ‘südlich, im, nach Süden’, engl. south Adj. Adv. und Subst. ‘südlich, südwärts, Süden’ stehen neben einem älteren Richtungsadverb, erhalten in ahd. sundar ‘südlich’ (um 800), asächs. sūðar, mnd. sǖder, anord. suðr ‘südlich’, das mit dem Komparationssuffix ie. -tero- (vgl. aengl. sūþerra ‘südwärts’) zu einem Stamm germ. *sun- ‘Sonne’ zu der unter ↗Sonne (s. d.) genannten Wurzel ie. *sau̯el-, *s(u)u̯el-, *sūl- bzw. *su̯en-, *sun- ‘Sonne’ gebildet sein kann, so daß von einer Bedeutung ‘der Sonnenseite zugewandt’ auszugehen ist, was auch (analog zu ↗Nord, s. d.) als ‘rechts’, also die rechte Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters, deutbar ist, ohne daß zur Begründung dieser Bedeutung eine Verwandtschaft mit den unter ↗geschwind (s. d.) genannten Formen um mhd. swinde, swint ‘gewaltig, stark, heftig, schnell’, also vielleicht auch ‘rechts’, angesetzt werden muß. Zweifelhaft bleibt auch, ob eine dentale Bildung im Anschluß an griech. hýper (ὕπερ) ‘über, über … hinweg’, lat. super ‘(von, nach) oben’ zu ie. *upér(i) ‘über, oberhalb’ (s. ↗über) angenommen werden kann, was eine Deutung ‘oben, die Gegend, wo die Sonne oben ist’ erlauben würde. Süden m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des höchsten Sonnenstandes’, (mit Artikel) ‘das südliche Gebiet der Erde, der südliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. sundan (9. Jh.), mhd. sunden und (seit etwa 1200, s. oben) sūden ‘Süden, Südwind’, mnd. sǖden, nl. zuiden sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. sundan ‘aus dem Süden’ (um 800), mhd. sunden, sūden ‘von Süden her, südlich’, asächs. sūðan ‘von Süden’, mnd. sǖden ‘südlich, im Süden’, aengl. sūþan, anord. sunnan ‘aus dem Süden, südwärts’ (vgl. ahd. fon sundana, mhd. von sūden, wo das Adverb als artikellos gebrauchtes Substantiv aufgefaßt werden kann). Süden bezeichnet in neuerer Sprache in der Regel die Himmelsrichtung und das dort gelegene Gebiet; Süd dagegen wird fachsprachlich (s. oben) und dichterisch verwendet. Unter nd. nl. Einfluß treten besonders im Md. (seit etwa 1200) n-lose Formen auf. Die Lautung mit -ü-, beruhend auf nl. Aussprache, begegnet seit dem 15. Jh. auch in md. und obd. Quellen und setzt sich bis zum Ende des 18. Jhs. in der Literatursprache durch. In obd. Mundarten dafür lange Mittag, das noch bis ins 18. Jh. als Verdeutlichung von Süd(en) (vgl. Süd oder Mittag, 18. Jh.) gebraucht wird. südlich Adj. ‘im Süden gelegen, nach Süden weisend’ (15. Jh.), mnd. sǖtlīk, mnl. zuydelik (15. Jh.). Südpol m. ‘südliches Ende der Erdachse’ (17. Jh.), auch Süderpol (20er Jahre des 18. Jhs., Ende 18. Jh. von Südpol verdrängt). Südwester m. ‘Sturm, Unwetter aus Südwesten’, dann der gegen dieses Wetter schützende ‘Seemannshut mit breiter Krempe’ aus ölgetränkter Leinwand (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesstaat Flugverbotszone Gaza-Streifen Gazastreifen Halbinsel Hauptstadt Insel Kontinent Kreuz Land Nachbar Nord Norden Osten Provinz Reise Republik Schiit Stadt Südosten Südwesten Weste Westen arm griechisch schiitisch sonnig tief wehen äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Süden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Jahre zuvor hatte der kommunistische Norden den Süden überfallen.
Die Zeit, 05.03.2013 (online)
Aber im Juni zieht es mich immer nach dem Süden.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 320
In einer Stadt im Süden brachen einige Brände aus, die rasch gelöscht werden konnten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1941]
Und selbst im Süden verfügt er schon über ein nicht unbeträchtliches Gebiet.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 165
Sie nimmt an Größe von Süden nach Norden stetig ab.
Lais, Robert: Dr. Hans Kauffmann's hinterlassene Schneckensammlung, Naumburg: Lippert 1925, S. 64
Zitationshilfe
„Süden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Süden>, abgerufen am 16.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sudelwetter
sudeln
Sudelkoch
sudelig
Sudelheft
Sudete
sudetendeutsch
Sudetendeutsche
Sudetengebiet
Sudetin