Sabotage, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sabotage · Nominativ Plural: Sabotagen
Aussprache
WorttrennungSa-bo-ta-ge (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Sabotage‹ als Erstglied: ↗Sabotageakt · ↗Sabotagehandlung · ↗Sabotagetätigkeit
 ·  mit ›Sabotage‹ als Letztglied: ↗Werksabotage
eWDG, 1974

Bedeutung

Störung, Behinderung des ordnungsgemäßen Ablaufs einer Tätigkeit, geplanter Maßnahmen oder Beschädigung von Produktionsmitteln und Arbeitsmitteln, die getarnt und vorsätzlich erfolgt, um politische, wirtschaftliche, militärische Ziele aus bewusster Gegnerschaft zu vereiteln
Beispiele:
Sabotage treiben, planen, begehen, aufdecken
staatsgefährdende, bewusste Sabotage
jmdn. der Sabotage verdächtigen
jmdn. wegen Sabotage verurteilen
die Werkanlagen vor, gegen Sabotage schützen, sichern
jede Sabotage an den Anlagen muss verhütet werden
Vater und Sohn hatten nach dem 22. Juni 1941 gemeinsam in einem Rüstungsbetrieb Sabotage organisiert [NollHolt2,16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sabotieren · Sabotage · Saboteur
sabotieren Vb. ‘wirtschaftliche, politische oder militärische Maßnahmen vorsätzlich behindern, sie durch heimlich betriebene Störtätigkeit zu vereiteln suchen’. Das in dieser Bedeutung zuerst um 1920 begegnende, doch bereits in der 1. Hälfte des 19. Jhs. im Sinne von ‘mit dem Kreisel spielen’ und ‘necken, foppen’ bekannte Verb ist entlehnt aus frz. saboter ‘in Holzschuhen umhertappen, derb auftreten, mit dem Kreisel spielen’ (älter auch ‘stoßen, quälen’), das im 19. Jh. neben verschiedenen technischen Verwendungen die Bedeutung ‘pfuschen, eine Arbeit schnell und schlecht ausführen’ entwickelt, woraus der oben angegebene, im Frz. zu Beginn des 20. Jhs. aufkommende moderne Gebrauch hervorgeht. Frz. saboter gehört als Ableitung zu afrz. çabot ‘Kreisel’, frz. sabot ‘Holzschuh, Kreisel, Huf, Beschlag an Möbelfüßen’, seit dem 19. Jh. auch (die Semantik des Verbs mit beeinflussend?) ‘Hemmschuh, Bremsklotz’. Dieses Substantiv gilt als Kreuzung aus afrz. çavate, frz. savate f. ‘abgetragener Schuh, Pantoffel’ (vgl. aprov. sabata, span. zapato ‘Schuh’, ital. ciabatta ‘Hausschuh’ mit lautähnlichen Entsprechungen im Arab., in Turksprachen und in mehreren slaw. Sprachen, wobei die genetischen Zusammenhänge ungeklärt bleiben; hierzu FEW 21, 535 ff. und Corominas 4, 832 ff.) und (allerdings erst im 16. Jh. und nur in Westfrankreich bezeugtem) mfrz. bot m. ‘Holzschuh’ (vgl. afrz. bote, frz. botte f. ‘Stiefel’, afrz. bot m. ‘Klumpfüßiger’, frz. pied bot ‘Klumpfuß’, nach FEW 15, 2, 39 ff. germ. Ursprungs und verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’, nl. bot ‘stumpf’, anord. butr ‘abgehauener Klotz’, s. auch ↗Butt). Sabotage f. ‘im Verborgenen betriebene planmäßige Störtätigkeit’ (Anfang 20. Jh.), nach frz. sabotage ‘vorsätzlich fehlerhafte Arbeit, Sachbeschädigung’ (um 1900, vorher ‘Holzschuhfabrikation’). Saboteur m. ‘wer Sabotage treibt’ (30er Jahre des 20. Jhs.), nach gleichbed. frz. saboteur (dieses zuvor ‘schlechter Arbeiter, Pfuscher’, auch ‘derb auftretende, in Holzschuhen trampelnde Person’ und ‘kreiselndes Kind’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Manipulation · ↗Manipulierung · Sabotage · Sabotierung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brandstiftung Cyberkriminalität Datenbeschaffung Datennetz Desinformation Diversion Flugzeugabsturz Friedensprozeß Hetze Hochverrat Infiltration Konterrevolution Landesverrat Obstruktion Plünderung Schlamperei Spionage Subversion Terror Terrorakt Terrorakte Terrorismus Verrat Zersetzung absichtlich gezielt grenzen konterrevolutionär verfassungsfeindlich verüben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sabotage‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einstweilen beschränkt sich die Sabotage noch auf die politische Zusammenarbeit;
Süddeutsche Zeitung, 10.02.1996
Sie sprechen über Sabotage, und ich fragte Sie wegen terroristischer Handlungen dieser Organisationen.
o. A.: Neunter Tag. Freitag, 30. November 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 22117
Die Definition sowie die Abgrenzung zur Sabotage waren zunächst unklar.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - D. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 22542
Die kleinliche Sabotage seines doch sicher selbstlosen und in ihren beschränkten Augen nützlichen Werkes begriff er nicht.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 449
Das kostet jedoch Geld, und das ist knapp, zumal die Ölexporte ständig von Sabotage bedroht sind.
Die Welt, 29.06.2004
Zitationshilfe
„Sabotage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sabotage>, abgerufen am 07.12.2019.

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