Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sabotage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sabotage · Nominativ Plural: Sabotagen
Aussprache  [zaboˈtaːʒə]
Worttrennung Sa-bo-ta-ge
formal verwandt mitsabotieren
Wortbildung  mit ›Sabotage‹ als Erstglied: Sabotageakt · Sabotagehandlung · Sabotagetätigkeit · Sabotageversuch
 ·  mit ›Sabotage‹ als Letztglied: Werksabotage · Wirtschaftssabotage
Herkunft aus sabotagefrz ‘vorsätzlich fehlerhafte Arbeit, Sachbeschädigung’
Dieser Eintrag war DWDS-Artikel des Tages am 20.11.2022.
eWDG und DWDS

Bedeutung

Störung oder Behinderung des ordnungsgemäßen Ablaufs einer Tätigkeit, geplanter Maßnahmen oder der dazu notwendigen Mittel, die absichtlich erfolgt, um politischen, wirtschaftlichen, militärischen o. ä. Schaden zu verursachen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: bewusste, gezielte, versuchte, wirtschaftliche Sabotage
als Genitivobjekt: jmdn. der Sabotage beschuldigen, bezichtigen
als Akkusativobjekt: Sabotage ausschließen, vermuten, betreiben; jmdm. Sabotage vorwerfen
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. wegen Sabotage verhaften, verurteilen; etw. grenzt an Sabotage; von Sabotage sprechen; etw. durch Sabotage beschädigen, zerstören
in Koordination: Sabotage und Spionage, Terrorismus
als Genitivattribut: der Verdacht, Vorwurf der Sabotage
als Prädikativ: etw. als Sabotage bezeichnen, werten
Beispiele:
Sabotage treiben, planen, begehen, aufdeckenWDG
staatsgefährdende, bewusste SabotageWDG
jmdn. der Sabotage verdächtigenWDG
die Werkanlagen vor, gegen Sabotage schützen, sichernWDG
Unter Sabotageversteht man die vorsätzliche Störung des Arbeitsablaufs und die Beschädigung oder Zerstörung von dem Betrieb dienenden Sachen wie Anlagen, Maschinen oder Installationen öffentlicher oder wirtschaftlicher Unternehmen zur Beeinträchtigung des Betriebs oder der Produktion. Sabotage wird mit Geldstrafen oder bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet, wobei auch der Versuch bereits strafbar ist. [Sabotage, 24.11.2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Die Deutsche Bahn will zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um künftig die Sabotage ihres Funknetzes wie am vergangenen Wochenende zu verhindern. [Deutsche Bahn verstärkt Schutz vor Sabotage, 14.10.2022, aufgerufen am 14.10.2022]
Wer von dem Vorhaben oder der Ausführung einer Meuterei (§ 27) oder einer Sabotage (§ 109e Abs. 1 des Strafgesetzbuches) zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und es unterläßt [sic!], unverzüglich Meldung zu machen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft. [WStrG, 2020, aufgerufen am 07.12.2020]
Öffentliche Gebäude[…] seien »leichte Ziele für Sabotage«. [Die Zeit, 08.05.1995]
Dies aber führte wieder zu […] Sabotagen und das wieder zur Einschränkung der Produktion in den besetzten Gebieten. [[o. A.]: Einhundertneunundfünfzigster Tag. Donnerstag, 20. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß. Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11192]
Vater und Sohn hatten nach dem 22. Juni 1941 gemeinsam in einem Rüstungsbetrieb Sabotage organisiert […] [ NollHolt2,16]WDG
übertrieben Gesundheitsausschuss‑Vorsitzender Wolfgang Barth‑Völkel […] bedauerte hingegen, »dass SPD und GAL (= Grüne Alternative Liste) den Boden parlamentarischer Sacharbeit endgültig verlassen haben und sich ausschließlich in Sabotage üben«. [Hamburger Abendblatt, 21.11.2003]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sabotieren · Sabotage · Saboteur
sabotieren Vb. ‘wirtschaftliche, politische oder militärische Maßnahmen vorsätzlich behindern, sie durch heimlich betriebene Störtätigkeit zu vereiteln suchen’. Das in dieser Bedeutung zuerst um 1920 begegnende, doch bereits in der 1. Hälfte des 19. Jhs. im Sinne von ‘mit dem Kreisel spielen’ und ‘necken, foppen’ bekannte Verb ist entlehnt aus frz. saboter ‘in Holzschuhen umhertappen, derb auftreten, mit dem Kreisel spielen’ (älter auch ‘stoßen, quälen’), das im 19. Jh. neben verschiedenen technischen Verwendungen die Bedeutung ‘pfuschen, eine Arbeit schnell und schlecht ausführen’ entwickelt, woraus der oben angegebene, im Frz. zu Beginn des 20. Jhs. aufkommende moderne Gebrauch hervorgeht. Frz. saboter gehört als Ableitung zu afrz. çabot ‘Kreisel’, frz. sabot ‘Holzschuh, Kreisel, Huf, Beschlag an Möbelfüßen’, seit dem 19. Jh. auch (die Semantik des Verbs mit beeinflussend?) ‘Hemmschuh, Bremsklotz’. Dieses Substantiv gilt als Kreuzung aus afrz. çavate, frz. savate f. ‘abgetragener Schuh, Pantoffel’ (vgl. aprov. sabata, span. zapato ‘Schuh’, ital. ciabatta ‘Hausschuh’ mit lautähnlichen Entsprechungen im Arab., in Turksprachen und in mehreren slaw. Sprachen, wobei die genetischen Zusammenhänge ungeklärt bleiben; hierzu FEW 21, 535 ff. und Corominas 4, 832 ff.) und (allerdings erst im 16. Jh. und nur in Westfrankreich bezeugtem) mfrz. bot m. ‘Holzschuh’ (vgl. afrz. bote, frz. botte f. ‘Stiefel’, afrz. bot m. ‘Klumpfüßiger’, frz. pied bot ‘Klumpfuß’, nach FEW 15, 2, 39 ff. germ. Ursprungs und verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’, nl. bot ‘stumpf’, anord. butr ‘abgehauener Klotz’, s. auch Butt). – Sabotage f. ‘im Verborgenen betriebene planmäßige Störtätigkeit’ (Anfang 20. Jh.), nach frz. sabotage ‘vorsätzlich fehlerhafte Arbeit, Sachbeschädigung’ (um 1900, vorher ‘Holzschuhfabrikation’). Saboteur m. ‘wer Sabotage treibt’ (30er Jahre des 20. Jhs.), nach gleichbed. frz. saboteur (dieses zuvor ‘schlechter Arbeiter, Pfuscher’, auch ‘derb auftretende, in Holzschuhen trampelnde Person’ und ‘kreiselndes Kind’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Manipulation · Manipulierung · Sabotage · Sabotierung

Typische Verbindungen zu ›Sabotage‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sabotage‹.

Zitationshilfe
„Sabotage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sabotage>.

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