Sachsen

GrammatikEigenname
Aussprache
WorttrennungSach-sen
Wortbildung mit ›Sachsen‹ als Erstglied: ↗sächsisch  ·  mit ›Sachsen‹ als Grundform: ↗Sachse
DWDS-Basisartikel, 2014

Bedeutung

LändernameQuelle: DWDS, 2014
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Messer · Sachs · Sax · Scharsach · Sachsen
Messer n. ‘Schneidwerkzeug mit Griff und Klinge’, ahd. meʒʒisahs (9. Jh.), mhd. meʒʒer, asächs. mezas (vgl. dazu mezaskōp ‘Messerkauf’), mnd. messet, me(t)s(e)t, mnl. me(t)s, nl. mes, aengl. metseax. Wie das Ahd. und Aengl. zeigen, ist Messer eine verdunkelte Zusammensetzung, hervorgegangen aus westgerm. *matizsahsa-. Das erste Kompositionsglied geht auf das in verschiedenen Wortstämmen (ursprünglich als i- und a-Stamm) vorliegende germ. *mat- ‘Speise, Essen’ zurück, das hier in der Kompositionsform germ. *mati- erscheint; vgl. ahd. maʒ (9. Jh.; auch tagamaʒ ‘Tagesmahlzeit’, 8. Jh.), mhd. maʒ, asächs. mat, anord. matr, got. mats ‘Speise’ sowie ahd. meʒʒi (8. Jh.), asächs. meti, mnl. met, aengl. mete (vgl. engl. meat ‘Fleisch’ und s. ↗Mettwurst). Es gehört zur Wurzel ie. *mad- ‘naß, triefen’, auch ‘von Fett triefen, saftig, fett, gemästet’ (s. ↗Mast f.). Das Grundwort wird gebildet von ahd. (9. Jh.), mhd. sahs (md. sas) n. ‘kurzes Schwert, Messer’, asächs. sahs, mnd. sach, sak, sāks, afries. sax, aengl. seax, anord. sax (germ. *sahsa- n.), das zur Wurzel ie. *sē̌k- ‘schneiden’ (wozu auch ↗Säge, ↗Sense, s. d.) gehört. Das im Nhd. untergegangene Wort wird bei Beschäftigung mit der mhd. Literatur mit Sachs, auch Sax n. m. ‘Kurzschwert’ historisierend wieder aufgenommen. Es blieb erhalten in der Zusammensetzung ahd. scarasahs, scarasah, mhd. scharsah, nhd. Scharsach n. m. ‘Schermesser’ (zu ↗scheren, s. d.). Das alte Kompositum westgerm. *matizsahsa-, aus dem heutiges Messer hervorgegangen ist, ist demnach als ‘Schwert bzw. Schneidewerkzeug für Speisen’ zu deuten. Auf die genannte Wurzel ie. *sē̌k- führt ferner lat. saxum ‘Stein, Fels’, so daß die Bezeichnung germ. *sahs- anfänglich ein steinzeitliches Gerät, ein ‘Steinschwert’ bezeichnet haben kann. Davon abgeleitet ist schließlich der Name der Sachsen, der wohl als ‘die mit dem *sahs- Bewaffneten’ zu erklären ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freistaat Sachsen · Sachsen
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Altsachsen · Stammesherzogtum Sachsen
  • Gellertstadt · Hainichen
  • Meißner Kanzleideutsch · sächsische Kanzleisprache
  • Böhmischer Steig · Böhmweg
  • Mutgroschen · Schneeberger · ↗Zinsgroschen
  • Mitteldeutsches Seenland · Sächsisches Seenland
  • Sachse

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sachsen prosperierte, die Bürger verlangten eine Beteiligung an der Macht.
Die Zeit, 11.07.2012, Nr. 27
Dazu plant die Union einen von Sachsen erarbeiteten Antrag einzubringen.
Die Welt, 22.02.2003
In den folgenden Tagen durchzieht er mit einer bewaffneten Gruppe Sachsen.
o. A.: 1920. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 698
Das Jahr 1866 brachte das letzte selbständige Auftreten Sachsens in der europäischen Politik.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1929, S. 897
Er hat vielleicht damals schon daran gedacht, Luther irgendwo in Sachsen zu verbergen 11.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 21676
Zitationshilfe
„Sachsen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sachsen>, abgerufen am 17.09.2019.

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