Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sack, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sack(e)s · Nominativ Plural: Säcke
Nebenform Sack · Substantiv · Nominativ Plural: Sack (bei Maßangaben)
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Sack‹ als Erstglied: Sackbahnhof · Sackerl · Sackgarn · Sackgasse · Sackgebühr · Sackgesicht · Sackgleis · Sackhalter · Sackkarre · Sackkleid · Sackleinen · Sackleinwand · Sacklunge · Sackmesser · Sacknadel · Sackpfeife · Sackpfeifer · Sackträger · Sacktuch · Säckchen · Säckel · Säcklein · sackartig · sackförmig · sackgrob · sackweise · säckeweise
 ·  mit ›Sack‹ als Letztglied: Abfallsack · Augensack · Bettelsack · Bettsack · Bultsack · Dicksack · Dottersack · Drecksack · Dressiersack · Dudelsack · Effektensack · Eitersack · Embryosack · Fettsack · Fress-Sack · Fresssack · Futtersack · Fußsack · Geldsack · Grabbelsack · Grobsack · Habersack · Hafersack · Handsack · Hautsack · Hodensack · Hosensack · Jutesack · Kaffeesack · Kartoffelsack · Kehlsack · Kehrichtsack · Klammersack · Kleidersack · Klöppelsack · Knappsack · Kohlensack · Kornsack · Labersack · Lachsack · Leinensack · Lidsack · Luftsack · Lumpensack · Lügensack · Mantelsack · Mehlsack · Mottensack · Müllsack · Papiersack · Pfeffersack · Plastiksack · Plumpsack · Pollensack · Postsack · Press-Sack · Presssack · Proviantsack · Quersack · Reisesack · Rucksack · Ruppsack · Saftsack · Sandsack · Saufsack · Sausack1 · Sausack2 · Schlafsack · Schlappsack · Schnappsack · Schubsack · Schulsack · Schultersack · Seemannssack · Seesack · Strampelsack · Strohsack · Tränensack · Wassersack · Weidsack · Windsack · Zementsack · Zentnersack · Zuckersack · Zwerchsack
eWDG

Bedeutungen

1.
Behälter
a)
größerer, länglicher Behälter aus grobem Stoff, Papier oder Kunststoff, der zum Aufbewahren oder Transportieren von festen, meist körnigen oder stückförmigen Stoffen dient
Beispiele:
ein großer, kleiner, schwerer, leichter, fester, alter, zerrissener, geflickter, leerer, zugebundener Sack
der Sack ist aufgeplatzt, hat ein Loch
fünf Säcke (mit, voll) Mehl, Zucker, Kartoffeln, Gemüse
ein Sack aus blaugrauem Leinen
ein Säckchen mit Murmeln, Holzperlen
einen Sack flicken, ausbessern, zubinden, ausschütten, leeren, wiegen, heben, tragen
etw. in einen Sack stecken, stopfen, schütten
Briketts in Säcke abfüllen
die Frauen sortierten die eingegangenen Briefe in Säcke
ein mit Säcken beladener Leiterwagen
umgangssprachlichdieses Kleid ist ein Sack (= sitzt schlecht)
umgangssprachlicher fiel wie ein Sack hin, um
salopper schläft wie ein Sack (= schläft sehr tief, unbeweglich)
salopper ist voll wie ein Sack (= stark betrunken)
bildlich
umgangssprachlich ein Sack voll (= sehr viel, sehr viele)
Beispiele:
er hat einen Sack (voll) Illusionen, Hoffnungen, Wünsche, Fragen, Vorschläge, Neuigkeiten, Anekdoten, Arbeit mitgebracht
davon hat er einen (ganzen) Sack voll
umgangssprachlich mit Sack und Pack (= mit aller Habe)
Beispiele:
sie zogen, fuhren mit Sack und Pack fort
er zog mit Sack und Pack in das Zimmer ein
übertragen
Beispiele:
die Katze aus dem Sack lassen (= seine wahre Meinung zeigen)
er hat die Katze im Sack gekauft (= er hat etw. gekauft, angenommen, ohne es vorher genau betrachtet, geprüft zu haben)
gehobenin Sack und Asche gehen (= Buße tun, trauern)
saloppin den Sack hauen (= sich davonmachen, verschwinden) (= die Arbeit aufgeben, kündigen)
saloppjmdn. in den Sack stecken (= jmdn. betrügen) (= jmdm. überlegen sein)
salopp etw., jmdn. im Sack haben (= einer Sache, jmds. sicher sein, jmdn. beherrschen)
Beispiele:
er hat den Rest seiner Mannschaft im Sack
Wenn wir gar nichts mehr vorbringen, haben wir das Urteil im Sack [ BrechtKaukas. Kreidekreis6]
b)
Maßeinheit, besonders für Schüttgut
Grammatik: Plural ‘Sack’
Beispiel:
er brachte drei Sack Getreide, Zucker, Mehl, Kartoffeln, Briketts
c)
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Hosentasche, Geldbeutel
Synonym zu Säckel
Beispiele:
er steckte den Schlüssel in seinen Sack
Geld im Sack haben
tief in den Sack langen
2.
sackförmige Erweiterung der Haut unterhalb des Auges am Ausgang des Tränennasengangs, Tränensack
Beispiele:
der alte Mann hat dicke, schwere Säcke unter seinen Augen
Sein Gesicht ist grau, und unter seinen Augen hängen Säcke [ RemarqueSchwarzer Obelisk230]
3.
vulgär, Schimpfwort Mann, Mensch
Grammatik: oft in Verbindung mit Adjektiven
Beispiele:
du fauler, blöder, dummer Sack!
er ist ein lahmer, müder, trauriger, schlapper, armer Sack!
ihr nassen Säcke!
Wenn ihr Farbe habt, ihr Säcke, könnt ihr die Ringe an die Rohre pinseln [ NollHolt1,222]
Der [Wilhelm II.] läßt sich von seinen alten Säcken im Reichstag einwickeln [ HartungWunderkinder36]
4.
vulgär Hodensack
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sack · sacken · einsacken · Sacktuch · Sackgasse
Sack m. ‘länglicher Behälter aus grobem Stoff oder Papier’, ahd. (um 800), mhd. sac, asächs. sakk, mnd. sak, mnl. sac, nl. zak, aengl. sacc, engl. sack, got. sakkus beruhen (wie die unter Arche, Kiste, s. d., genannten Formen) auf früher, mit dem römisch-germanischen Handel erfolgter Entlehnung. Zugrunde liegt lat. saccus ‘Sack, Filter’, griech. sákkos (σάκκος) ‘Sack (aus Ziegenhaar), Seihsack, Sackleinwand, ein daraus gemachter grober Mantel’, ein semit. Lehnwort (vgl. hebr. phön. śaq ‘härenes Zeug, Sack, Trauerkleid’; als Ausgangswort wird assyr. šaḳḳu ‘Sack, Büßergewand’ vermutet). sacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (15. Jh.); vgl. spätmhd. secken ‘in einem Sack ertränken, in einen Sack stecken’ (14. Jh.). einsacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (Anfang 16. Jh.). Nicht hierher gehört sacken ‘sich senken’; dazu s. versacken. Sacktuch n. ‘grober Stoff zur Herstellung von Säcken’, mhd. sactuoch; obd. ‘Taschentuch’ (um 1800), zu Sack in der obd. üblichen Bedeutung ‘Tasche an Rock und Hose’. Sackgasse f. ‘Straße, die nicht weiterführt, nur einen Zugang hat’, also wie ein Sack nur eine Öffnung hat (Anfang 18. Jh.), älter dafür Sack (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · Sack · Tasche · Tragetasche · Tüte  ●  Sackerl  österr., süddt. · Gugg  ugs., schwäbisch · Stanitzel  ugs., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Tütchen · kleine Tüte  ●  Giggle  ugs., schwäbisch
Synonymgruppe
Hodensack · Scrotum · Skrotum  ●  Sack  vulg.
Oberbegriffe
Anatomie
Synonymgruppe
Hoden  ●  Eier  ugs. · Familienjuwelen  ugs. · Klöten  derb · Sack  derb · Testikel  fachspr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Hundesohn  ●  Affenarsch  derb · Arsch  derb · Arschloch  derb · Drecksack  derb · Dreckskerl  ugs. · Flachwichser  derb · Hackfresse  derb · Hund  derb · Hurensohn  derb · Kackbratze  derb · Kackstiefel  derb · Mistkerl  ugs. · Sack  derb · Sackgesicht  derb · Saubeutel  vulg. · Sauhund  derb · Sausack  derb · Scheißkerl  derb · Schwein  derb · Schweinehund  derb · Stück Scheiße  vulg. · Wichser  vulg.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sack‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Entsetzt öffnet er den Sack und findet – seine tödlich verwundete Tochter. [Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 276]
Hier ist wiederum von Säcken voll von Gold die Rede. [Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 288]
Ihr Opfer steckte bereits in einem Sack mit Gewichten an den Beinen. [Die Zeit, 19.12.1997, Nr. 52]
Sie schleppt in den Armen ein schlafendes Kind, auf dem Rücken einen zerfetzten Sack. [Die Zeit, 28.02.1997, Nr. 10]
Soweit ich das beurteilen konnte, kratzten sich die meisten in meiner Straße allenfalls am Sack. [Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 193]
Zitationshilfe
„Sack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sack>.

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