Sacktuch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungSack-tuch (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

südwestdeutsch, österreichisch, schweizerisch Taschentuch
Beispiel:
[sie] zog dabei ihr Sacktuch aus dem Handtäschchen, obwohl keine Träne in ihren Augen aufstieg [NablOrtliebsche Frauen101]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sack · sacken · einsacken · Sacktuch · Sackgasse
Sack m. ‘länglicher Behälter aus grobem Stoff oder Papier’, ahd. (um 800), mhd. sac, asächs. sakk, mnd. sak, mnl. sac, nl. zak, aengl. sacc, engl. sack, got. sakkus beruhen (wie die unter ↗Arche, ↗Kiste, s. d., genannten Formen) auf früher, mit dem römisch-germanischen Handel erfolgter Entlehnung. Zugrunde liegt lat. saccus ‘Sack, Filter’, griech. sákkos (σάκκος) ‘Sack (aus Ziegenhaar), Seihsack, Sackleinwand, ein daraus gemachter grober Mantel’, ein semit. Lehnwort (vgl. hebr. phön. śaq ‘härenes Zeug, Sack, Trauerkleid’; als Ausgangswort wird assyr. šaḳḳu ‘Sack, Büßergewand’ vermutet). sacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (15. Jh.); vgl. spätmhd. secken ‘in einem Sack ertränken, in einen Sack stecken’ (14. Jh.). einsacken Vb. ‘in einen Sack stecken’ (Anfang 16. Jh.). Nicht hierher gehört sacken ‘sich senken’; dazu s. ↗versacken. Sacktuch n. ‘grober Stoff zur Herstellung von Säcken’, mhd. sactuoch; obd. ‘Taschentuch’ (um 1800), zu Sack in der obd. üblichen Bedeutung ‘Tasche an Rock und Hose’. Sackgasse f. ‘Straße, die nicht weiterführt, nur einen Zugang hat’, also wie ein Sack nur eine Öffnung hat (Anfang 18. Jh.), älter dafür Sack (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Papiertaschentuch · ↗Schnupftuch · ↗Stofftaschentuch · ↗Taschentuch  ●  ↗Nastuch  ugs., schweiz. · ↗Rotzfahne  ugs. · Sacktuch  ugs., süddt. · ↗Schneuztuch  ugs., bair., österr. · Schnuderlumpen  ugs., schweiz. · ↗Tempo  ugs., Markenname · ↗Tempotaschentuch  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

wischen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sacktuch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und als die alte Frau anfing, in ihr Sacktuch hineinzuschluchzen, ging er wieder an den Tisch zurück.
Nabl, Franz: Die Augen. In: ders., Der Tag der Erkenntnis, Graz u. a.: Stiasny 1961 [1919], S. 72
Manchen hingen ihre Sacktücher aus dem Munde, und ihre großen Zähne kauten darauf herum, langsam, wie Maschinen.
Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 9610
Der hatte sein Sacktuch gezogen und drückte es zwischen den Fäusten.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 134
Unser Vater kommt hereingewankt, preßt sein graues Sacktuch gegen die Stirn, wirft sich auf die Dielen und stöhnt.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 410
Jochen sitzt auf einem Prellstein, hat das Hosenbein aufgekrempelt, hantiert mit seinem Sacktuch.
Zuckmayer, Carl: Der fröhliche Weinberg. In: ders., Der fröhliche Weinberg, Frankfurt a. M.: Fischer 1995 [1925], S. 282
Zitationshilfe
„Sacktuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sacktuch>, abgerufen am 13.11.2019.

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