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Sadismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sadismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Sa-dis-mus
Wortbildung  formal verwandt mit: ↗Sadist
Herkunft aus gleichbedeutend sadismefrz < Marquis de Sadefrz, dem Namen eines französischen Schriftstellers
eWDG

Bedeutung

Lust an Quälereien, Grausamkeiten
Beispiele:
Er zeigt uns Schläger [SS‑Leute] aus Sadismus, aber auch Schläger aus Streberei und Schläger aus Angst [ Weiskopf8,137]
Wie die Damen sich weiden an den Gemeinheiten, die Kapeller dem armen Mädchen zufügt ... das grenzt ja an Sadismus! [ H. MannSchlaraffenland1,215]
geschlechtliche Verirrung, die sexuelle Erregung oder Befriedigung durch Zufügung von Schmerzen oder Erniedrigung anderer sucht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sadismus · Sadist · sadistisch
Sadismus m. krankhafte Veranlagung, durch Zufügung von körperlichen oder psychischen Quälereien sexuelle Lust und Befriedigung zu erreichen, entlehnt (durch den Psychiater R. Krafft-Ebing Ende 19. Jh.) aus gleichbed. frz. sadisme, einer Bildung zum Namen des französischen Schriftstellers Marquis de Sade, bekannt durch die Darstellung sexueller Grausamkeiten in seinen Werken. Der Terminus der Psychologie entwickelt, zunächst im Frz. (2. Hälfte 19. Jh.), dann auch im Dt. (1. Hälfte 20. Jh.), die allgemeine Bedeutung ‘Lust, Freude am Quälen, an Grausamkeit und Gewalttätigkeit’. Sadist m. (Ende 19. Jh.); sadistisch Adj. (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Gemeine (an) · ↗Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · ↗Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · ↗Gerissenheit · ↗Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · ↗Ruchlosigkeit · ↗Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  Sadismus  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Sadismus [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen
Antonyme
  • Sadismus

Typische Verbindungen zu ›Sadismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sadismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sadismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings greift er in vielem über die Beschreibung des bloßen Sadismus’ hinaus.
Die Zeit, 21.08.1987, Nr. 35
Nur im gegenseitigen verbalen Sadismus finden sie noch ein wenig Rest-Lust.
Die Welt, 28.02.2003
Diese Verbrechen kamen keineswegs nur sporadisch oder vereinzelt vor, je nach dem Sadismus eines Koch hier oder der Grausamkeit eines Frank dort.
o. A.: Einhundertachtundachtzigster Tag. Samstag, 27. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18586
Ebenso hier wie auch in den anderen Lagern vernichteten sie mit dem bei ihnen üblichen Sadismus die gefangenen Soldaten der Roten Armee.
o. A.: Achtundfünfzigster Tag. Mittwoch, 13. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 7673
Der Sexualpsychologe aber sieht hier einwandfreien Sadismus in der unverbildeten Natur.
Welt und Wissen, 1929, Nr. 3, Bd. 18
Zitationshilfe
„Sadismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sadismus>, abgerufen am 22.01.2021.

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