Saft, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Saft(e)s · Nominativ Plural: Säfte
Aussprache
Wortbildung mit ›Saft‹ als Erstglied: ↗Saftfasten · ↗Saftflasche · ↗Saftfutter · ↗Saftkur · ↗Saftladen · ↗Saftpresse · ↗Saftschubse · ↗Saftservice · ↗Safttag · ↗saftgrün · ↗saftlos · ↗saftreich · ↗saftvoll
 ·  mit ›Saft‹ als Letztglied: ↗Baumsaft · ↗Beerensaft · ↗Birkensaft · ↗Birnensaft · ↗Bratensaft · ↗Darmsaft · ↗Fleischsaft · ↗Gallensaft · ↗Gemüsesaft · ↗Gerstensaft · ↗Himbeersaft · ↗Holundersaft · ↗Hustensaft · ↗Kirschsaft · ↗Körpersaft · ↗Lakritzensaft · ↗Lebenssaft · ↗Magensaft · ↗Multivitaminsaft · ↗Muttersaft · ↗Möhrensaft · ↗Obstsaft · ↗Orangensaft · ↗Pflanzensaft · ↗Preiselbeersaft · ↗Press-Saft · ↗Presssaft · ↗Rohsaft · ↗Sauerkrautsaft · ↗Tomatensaft · ↗Zitronensaft
 ·  mit ›Saft‹ als Grundform: ↗entsaften
eWDG, 1974

Bedeutung

Flüssigkeit
a)
Flüssigkeit, die einen Bestandteil der Pflanzen bildet
Beispiele:
im Frühjahr steigen die Säfte in den Bäumen, tritt der Saft in die Bäume
der Baum hatte noch zu viel Saft, um geschlagen zu werden
den Saft (der Birken) abzapfen
bildlich
Beispiele:
ein Mensch voll gesunder, drängender Säfte
er hat kranke, schlechte Säfte (im Körper)
umgangssprachlich seine Rede, das Bühnenstück war ohne Saft und Kraft (= kraftlos, schwächlich)
Allmählich erholten sie sich, ihre abgezehrten Leiber gewannen neuen Saft [Feuchtw.Jüd. Krieg76]
Blut ist ein ganz besondrer Saft [GoetheFaustI 1740]
b)
Flüssigkeit, die aus reifen Früchten, Gemüsen oder Kräutern gewonnen wird
Beispiele:
der Saft von Pflaumen, Mohrrüben, Rhabarber, Thymian
einen Saft aus Beeren, Quitten, Tomaten, Löwenzahn bereiten
den Saft einer Zitrone auspressen
Erdbeeren einzuckern und stehen lassen, bis sie Saft gezogen haben
den Saft einkochen, eindicken, mit Wasser verdünnen
Pudding mit Saft
eine Flasche, ein Glas (voll) Saft
c)
Flüssigkeit, die beim Braten aus dem Fleisch austritt und zu Soßen verwendet wird
Beispiel:
Fleisch im eigenen Saft (= ohne Verwendung von Wasser und mit wenig Fett) braten, schmoren
salopp, übertragen
Beispiele:
jmdn. im eigenen Saft schmoren lassen (= jmdn. in Ungewißheit lassen, jmdm. vorerst nicht in der selbstverschuldeten schlechten Situation beistehen)
im eigenen Saft schmoren (= sich selbst überlassen sein, über die eigene Lage nachdenken)
d)
salopp elektrischer Strom
Beispiel:
auf der Leitung ist (kein) Saft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saft · saftig · saften · entsaften · Entsafter
Saft m. ‘Flüssigkeit in Pflanzen und Früchten, daraus hergestelltes Getränk’. Das alte Neutrum ahd. saf, Genitiv saffes (9. Jh.), mhd. saf ‘Saft der Pflanzen, des menschlichen Körpers’, mnd. mnl. nl. sap, aengl. sæp, engl. sap (westgerm. *sapi-) ist außergerm. mit illyr. sabaium ‘Bier’, mehreren mit Sab- beginnenden antiken (im wesentlichen illyr.) Flußnamen Italiens und Belgiens und mit aind. sabardhúk (Name der Milchkuh) zu verbinden. Sie lassen den Ansatz einer Wurzel ie. *sab- zu. Sieht man darin eine Variante von ie. *sap- ‘schmecken, wahrnehmen’, so können auch die dieser Wurzelform folgenden Bildungen anord. safi, schwed. sav ‘Baumsaft’, lat. sapa ‘Most, Saft’, sapere ‘schmecken, Geschmack haben, riechen, weise, einsichtig sein’, armen. ham (aus *sā̌pmo-) ‘Saft, Geschmack’ sowie die unter ↗sabbern (s. d.) angeführten Formen verglichen werden. Sekundäres -t (wie in ↗Obst, ↗Werft, s. d.) tritt im 14. Jh. auf und herrscht seit dem 16. Jh.; maskulines Genus setzt sich im 16. Jh. durch. saftig Adj. ‘voller Saft’ (15. Jh.), mhd. saffec, saffic, seffic; übertragen ‘derb, zotig’ (18. Jh.). saften Vb. ‘Obst auspressen, Saft gewinnen, saftig sein oder werden’ (16. Jh.), mhd. saffen. entsaften Vb. ‘Obst den Saft entziehen’, mhd. entsaffen; Entsafter m. ‘Saftgewinnungsgerät’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Elektrizität · ↗Strom  ●  Saft  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Saft [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apfelsine Erfrischungsgetränk Frucht Gelee Gemüsebrühe Kaffee Keks Kuchen Limette Limonade Marmelade Milch Mineralwasser Obst Orange Salbe Schale Schmoren Sekt Tee Traube Wein Zitrone abdrehen ausgepreßt frischgepreßt gepreßt schmoren süß vergoren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir wirken überhaupt nicht kraftlos, wir stehen voll im Saft.
Die Welt, 24.07.2001
Statt dessen habe sie "im eigenen Saft geschmort", klagten Teilnehmer.
Der Tagesspiegel, 29.04.1998
Vor einigen Jahren konnte man erleben, daß man in der ärztlichen Praxis von den Müttern förmlich bestürmt wurde, diesen begehrten Saft abzugeben.
Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 46
Der Saft wird weder ausgeschlürft noch ausgelöffelt, er bleibt auf dem Teller zurück.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18958
Damit lecken die Tiere den aus verletzten Bäumen fließenden Saft.
Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 7
Zitationshilfe
„Saft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Saft>, abgerufen am 24.05.2019.

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