Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Saite, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Saite · Nominativ Plural: Saiten
Aussprache 
Worttrennung Sai-te
Wortbildung  mit ›Saite‹ als Erstglied: Saitenbrett · Saitenhalter · Saiteninstrument · Saitenklang · Saitenspiel · Saitenwurm · Saitling
 ·  mit ›Saite‹ als Letztglied: A-Saite · Aliquotsaite · Bass-Saite · Basssaite · D-Saite · Darmsaite · Doppelsaite · E-Saite · G-Saite · Geigensaite · Stahlsaite
 ·  mit ›Saite‹ als Binnenglied: einsaitig · fünfsaitig · kreuzsaitig · sechssaitig · siebensaitig
 ·  mit ›Saite‹ als Grundform: besaiten
eWDG

Bedeutung

längerer, aus Schafsdarm, Stahl, Messing, Haar, Seide oder synthetischer Faser hergestellter dicker Faden
a)
dicker Faden, der ein Teil einiger Musikinstrumente ist und durch Schlagen, Zupfen oder Streichen in Schwingungen versetzt und zum Tönen gebracht wird
Beispiele:
die Saiten einer Geige, Harfe, Gitarre, eines Klaviers
die Saiten vibrieren, zittern, tönen, summen, rauschten, zersprangen, platzten
eine Saite war gesprungen, verzogen, verstimmt, zerrissen
eine Saite aufziehen, stimmen, spannen
die Saiten zupfen, (an)schlagen, streichen
gehobendie Harfenistin griff in die Saiten, ließ die Saiten ertönen, brachte die Saiten zum Klingen
er strich leise mit dem Bogen über die Saiten
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlicher zieht jetzt andere, strengere, mildere Saiten auf (= er geht anders, strenger, milder vor)
eine Saite in jmdm., in jmds. Herz zum Klingen bringen, bei jmdm. anschlagen (= ein Gefühl, eine Regung in jmdm. wecken)
er hat in seinen Darlegungen eine neue Saite angeschlagen (= neue Ideen, Probleme vorgetragen)
b)
dicker Faden, der zur Bespannung von Tennisschlägern, Federballschlägern dient
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Saite · besaitet
Saite f. ‘aus Pflanzenfasern, Tierdärmen, Metalldraht oder Kunststoff gedrehter Faden für Zupf- und Streichinstrumente’, ahd. seito m. (9. Jh.), daneben seita f. (um 900), mhd. seite m. f. ‘Strick, Schlinge, Fallstrick, Fessel, Darmsaite’, mnd. seyde f. ‘Saite, Sehne’, aengl. sāda m. ‘Strick, Halfter, Saite’, anord. seiðr m. ‘Band, Gürtel’ sind wie die Verwandten aind. sḗtuḥ ‘bindend, fesselnd, Fessel, Band, Damm, Brücke’, lat. saeta, sēta ‘starkes Haar, Tierhaar, Borste, Angelschnur’, lit. saĩtas, siẽtas, lett. saite ‘Band, Strick, Fessel, Schnur’, aslaw. sětь, russ. set’ (сеть) ‘Netz, Schlinge’ mit Dentalsuffix zur Wurzel ie. *sē(i)-, *sə(i)-, *sī- und *sei-, *si- ‘binden, Strick, Riemen’ gebildet (wozu auch Sehne und Seil, s. d., gehören). Gegen Ende des 17. Jhs. setzt sich als Unterscheidungsmerkmal zu nicht verwandtem Seite Schreibung mit ai durch. Redensartlich: gelindere Saiten aufziehen ‘sanfter vorgehen’ (17. Jh.), andere Saiten aufziehen ‘andere, härtere Mittel anwenden’ (18. Jh.), eine alte Leier mit einer neuen Saite beziehen ‘bereits Bekanntes wiederholen’ (18. Jh.). besaitet Part.adj. ‘mit Saiten versehen’ (15. Jh.), zart besaitet ‘von sensiblem Wesen’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Saite‹ (berechnet)

E-gitarre Gitarre Harfe Lyra abgespreizt anschlagen aufgezogen aufziehen befestigen doppelchörig gegriffen gerissen gespannt gesprungen gestimmt gezupft gleichgestimmt gleichlang greifen mitschwingend reißen schnurrend schwingen schwingend stimmen umsponnen zupfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saite‹.

Verwendungsbeispiele für ›Saite‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Saiten laufen über einen losen Steg wie bei den V. [Brandlmeier, Josef u. a.: Zupfinstrumentenbau. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 9390]
An Saiten zählt man auf den Bildern von dreizehn bis zwanzig. [Wegner, Max: Trigonon. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 1147]
Dann streicht er vorsichtig über die eine Saite des mittelalterlichen Instruments und beginnt zu singen. [Die Zeit, 11.02.1999, Nr. 7]
Ich liebte seine Bücher, und mancher Ton, den er anschlug, rührte in mir an schlummernde Saiten. [Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26218]
Er hatte die Saiten austauschen lassen, so dass er linkshändig spielen konnte, und er übte stundenlang. [Die Zeit, 16.06.2005, Nr. 25]
Zitationshilfe
„Saite“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Saite>.

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