Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Samen, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Samens · Nominativ Plural: Samen
Nebenform gehoben Same
Aussprache  [ˈzaːmən] · [ˈzaːmə]
Worttrennung Sa-men ● Sa-me
Wortbildung  mit ›Samen‹ als Erstglied: Samenanlage · Samenbank · Samenbau · Samenbehälter · Samenblase · Samendarre · Samenerguss · Samenfaden · Samenfaser · Samenfluss · Samenflüssigkeit · Samengalle · Samenhandlung · Samenhändler · Samenhülle · Samenjahr · Samenkapsel · Samenkern · Samenkoller · Samenkorn · Samenkäfer · Samenleiter · Samenpflanze · Samenprobe · Samenraub · Samenschale · Samenspende · Samenspender · Samenstrang · Samentasche · Samenträger · Samenzelle · Samenübertragung · Sämling
 ·  mit ›Samen‹ als Letztglied: Baumwollsamen · Blumensamen · Chia-Samen · Chiasamen · Flachssamen · Flohsamen · Flugsamen · Grassamen · Hanfsamen · Leinsamen · Pflanzensamen · Rapssamen · Rizinussamen · Rübsamen · Unkrautsamen · Zitwersamen
 ·  mit ›Samen‹ als Binnenglied: bedecktsamig · nacktsamig
eWDG

Bedeutungen

1.
der Verbreitung und Erhaltung der Art dienendes Gebilde der Blütenpflanzen, das die Anlagen einer gleichartigen Pflanze in sich trägt, nach seiner Reifung von der Pflanze abfällt und (im Erdboden) zu keimen beginnt
Beispiele:
den Samen züchten, gewinnen, beizen, streuen, aussäen
der Samen keimt, ist aufgegangen, treibt
gehoben, übertragen
Beispiele:
der Samen des Neides, der Zwietracht wurzelt in ihren Herzen
der Samen einer Lehre geht auf
den Samen des Guten in die Herzen der Kinder pflanzen
2.
reife Samenzellen enthaltendes Sekret der männlichen Geschlechtsdrüse, Sperma
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Samen ergießt sich
der Samen der Fische wird Milch genannt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Samen · Same · Sämerei · Sämling
Samen m. (mit Endungs-n aus den obliquen Kasus), älter, noch dichterisch Same ‘pflanzlicher Keim, Sperma’. Das innerhalb der germ. Sprachen nur im Dt. bezeugte Substantiv ahd. sāmo (8. Jh.), mhd. mnd. sām(e) ‘Samen, Samenkorn, männlicher Samen, Nachkommenschaft, Saat(feld), Feld’, asächs. sāmo (germ. *sēman-) ist mit dem Konkreta bildenden Suffix ie. -men- von der unter säen (s. d.) genannten Wurzelform ie. *sē- abgeleitet. Das Alter dieser Bildung ergibt sich aus dem Vergleich mit lat. sēmen ‘Samen, Geschlecht, Nachkomme’, aslaw. sěmę, russ. sémja (семя) ‘Samen’, apreuß. semen, die das gleiche Suffix, nur neutrales Genus aufweisen gegenüber der maskulinen Form im Dt. und lit. sė́menys (Plur.) ‘Saat, Leinsaat’. Sämerei f. ‘Saatgut, Samenhandlung’ (18. Jh.). Sämling m. ‘aus Samen gezogene junge Pflanze’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Samen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Samen‹ und ›Same‹.

Verwendungsbeispiele für ›Samen‹, ›Same‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Samen – bei einer Pflanze hat man 12000 gezählt – reifen meist früher als das Korn. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen - Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 86]
Der Mann muß den Samen verlieren, andernfalls wird er traurig. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 61]
Sein Interesse, evolutionsbiologisch gesehen, ist es, seinen Samen so weit wie möglich zu verteilen. [Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 37]
Der Samen wird relativ eng ausgesät, man braucht nur kleine Portionen von Samen zu kaufen. [Reinhardt Höhn, Blumen für den Balkon: Berlin: VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag 1976, S. 90]
Die Pflanzen blühten auch – doch sie setzten keine Samen an. [o. A.: Salat im All Grünzeug und reine Luft für Mars-Kolonisten. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1999 [1998]]
Zitationshilfe
„Samen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Samen#1>.

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Same, der

Alternative Schreibung Saame
Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Samen · Nominativ Plural: Samen
Aussprache [ˈzaːmə]
Worttrennung Sa-me ● Saa-me
Wortbildung  mit ›Samen‹ als Erstglied: Saamin · Samin · saamisch · samisch1
Herkunft Die Bezeichnung geht auf die samische Eigenbezeichnung Sámisaam zurück.
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Angehöriger eines indigenen Volkes in der Region Fennoskandia
Synonym zu Sami
Die Eigenbezeichnung löst die frühere, oftmals als abwertend empfundene Bezeichnung Lappe zunehmend ab.
Beispiele:
Bis ins frühe 20. Jahrhundert war bei den Völkern rund um das Polarmeer – von den Saamen in Nordskandinavien über Samojeden, Jakuten und Tschuktschen in Sibirien bis zu den Inuit in Nordamerika – die Jagd auf Bären mit Ritualen verknüpft, deren Wurzeln bis in die Steinzeit zurückreichen. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.2015]
Mindestens 60 bis 80 [Rentiere] muss ein Same haben, damit die Zucht rentabel ist, 500 Tiere sind die rechtlich festgelegte Obergrenze. [Der Spiegel, 16.02.2014 (online)]
Eine quirlige, dralle Frau, 48 Jahre alt und gekleidet in Samentracht: kobaltblaues Kleid mit roten Bändern und kunterbunten Bordüren. In ihrer Kota (= Hütte) am Straßenrand gibt es »traditional Lappfood« und »traditional Sámi handicrafts«, wie ein Handzettel verrät. Lappe oder Same, damit nimmt es Karen nicht so genau. [Der Tagesspiegel, 08.01.1999]
Die Rentierhaltung ist eng mit der nationalen Minderheit der Samen verbunden, denn jeder zweite Same (Lappe) in Finnland betrachtet sie als Haupterwerbszweig. [Neues Deutschland, 01.09.1973]
Wimme Saari [Musiker] stammt aus dem finnischen Sámiland, geht wie seine norwegische Kollegin Mari Boine eigene Wege und verbindet den Joik, den traditionellen unbegleiteten Sologesang der Sámen[,] mit elektronischen Sounds und Geräuschen. [Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2001] ungewöhnl. Schreibung

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Same‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Same‹.

Zitationshilfe
„Same“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Same#2>.

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