Samt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Samt(e)s · Nominativ Plural: Samte
Aussprache
Wortbildung mit ›Samt‹ als Erstglied: ↗Samtanzug · ↗Samtauge · ↗Samtband · ↗Samtdecke · ↗Samthandschuh · ↗Samthut · ↗Samtimitation · ↗Samtjacke · ↗Samtkappe · ↗Samtkissen · ↗Samtkleid · ↗Samtmieder · ↗Samtpantoffel · ↗Samtpfötchen · ↗Samtportiere · ↗Samtrock · ↗Samtvorhang · ↗samtartig · ↗samtbesetzt · ↗samtbraun · ↗samten · ↗samtgrün · ↗samtweich
 ·  mit ›Samt‹ als Letztglied: ↗Cordsamt · ↗Kordsamt · ↗Purpursamt · ↗Rippensamt · ↗Rippsamt · ↗Rohsamt · ↗Seidensamt
eWDG, 1974

Bedeutung

weiches, meist aus Baumwolle bestehendes Gewebe mit kurzem, aufrecht stehendem, geschnittenem Flor auf leinwandartigem Grundgewebe
Beispiele:
ein Kleid aus dunkelblauem Samt
Decken, Kissen aus kostbarem Samt
sie hat Hände, eine Haut wie Samt (= hat zarte, weiche und glatte Hände, Haut)
veraltend in Samt und Seidemit den teuersten, kostbarsten Sachen gekleidet
Beispiele:
sie ging in Samt und Seide
sich in Samt und Seide kleiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Samt · samten
Samt m. weiches, dichtes Stoffgewebe (ursprünglich aus Seide) mit kurzem, aufrecht stehendem Flor. Mhd. samīt, samāt, semīt, frühnhd. Sammet (15. Jh.) ist eine Entlehnung von afrz. samit ‘dicker, farbiger Seidenstoff’, das auf mgriech. hexámiton (ἑξάμιτον) zurückgeht (woraus auch mlat. (e)xamitum, samitum). Diese Substantivierung von griech. hexámitos (ἑξάμιτος) ‘aus sechs Fäden gewebt, sechsfädig’, einem mit hexa- (ἑξα-) ‘sechs-’ gebildeten Possessivkompositum zu griech. mítos (μίτος) ‘(Kett)faden’, bezeichnet einen sechsfädigen, schweren, wohl in Byzanz hergestellten Seidenstoff, der durch die Kreuzzüge nach Westeuropa gelangt. Die heute unter Samt verstandene Stoffart stammt möglicherweise aus Italien. samten Adj. ‘aus Samt, wie Samt’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Samt [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abendkleid Blattgold Brokat Chiffon Cord Damast Hermelin Leder Organza Plüsch Robe Satin Seide Tweed Tüll ausschlagen bespannen betten blau blutrot dunkelblau dunkelgrün dunkelrot nachtblau purpurn rot schwarz verschossen violett weinrot

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Samt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hinter dem Altar steht eine spanische Wand aus dunkelrotem Samt.
Bild, 20.11.2003
Bei klarem Licht sehen die Wälder aus wie ein achtlos hingeworfener Mantel aus sattgrünem Samt.
Die Welt, 07.07.2003
Die drei kleinen Kinder saßen eng aneinandergeschmiegt in rotem Samt.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 2
Kann man ein solches Rot wohl mit schwarzem Samt verbinden?
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Kannst Du denn noch einmal Samt besorgen in blau oder dunkelrot?
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 08.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Samt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Samt>, abgerufen am 09.12.2019.

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