Sand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sand(e)s · Nominativ Plural: Sande/Sände
Aussprache
Wortbildung mit ›Sand‹ als Erstglied: ↗Sandart · ↗Sandbad · ↗Sandbahn · ↗Sandbank · ↗Sandblatt · ↗Sandboden · ↗Sandbüchse · ↗Sanddorn · ↗Sandfeld · ↗Sandfilter · ↗Sandfloh · ↗Sandgrube · ↗Sandgräber · ↗Sandhafer · ↗Sandhaufen · ↗Sandhose · ↗Sandhügel · ↗Sandkasten · ↗Sandkiste · ↗Sandkorn · ↗Sandkuchen · ↗Sandkuhle · ↗Sandkäfer · ↗Sandkörnchen · ↗Sandlaufkäfer · ↗Sandläufer · ↗Sandmann · ↗Sandmasse · ↗Sandmergel · ↗Sandmännchen · ↗Sandotter · ↗Sandpapier · ↗Sandpfanne · ↗Sandpflanze · ↗Sandpilz · ↗Sandröhrling · ↗Sandsack · ↗Sandschaufel · ↗Sandschicht · ↗Sandschliff · ↗Sandstein · ↗Sandstrand · ↗Sandsturm · ↗Sandtorte · ↗Sanduhr · ↗Sandweg · ↗Sandwehe · ↗Sandwespe · ↗Sandwüste · ↗sandartig · ↗sandfarben · ↗sandfarbig · ↗sandstrahlen
 ·  mit ›Sand‹ als Letztglied: ↗Buddelsand · ↗Dünensand · ↗Flugsand · ↗Fluss-Sand · ↗Flusssand · ↗Gehirnsand · ↗Goldsand · ↗Löschsand · ↗Mahlsand · ↗Pulversand · ↗Quarzsand · ↗Rheinsand · ↗Scheuersand · ↗Schlicksand · ↗Schwemmsand · ↗Seesand · ↗Strandsand · ↗Streusand · ↗Teersand · ↗Treibsand · ↗Triebsand · ↗Ufersand · ↗Wüstensand · ↗Ölsand
 ·  mit ›Sand‹ als Grundform: ↗sanden · ↗versanden
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
lockere und feinkörnige, meist vorwiegend aus Quarz bestehende Substanz des Erdbodens
Beispiele:
gelber, weißer, grober, nasser, trockener, lehmiger Sand
der feine Sand des Meeres, Ufers, der Düne, Wüste
eine Handvoll Sand
die Wege waren mit Sand bestreut
die Kinder spielen, backen Kuchen mit Sand
die Jungen bewarfen sich gegenseitig mit Sand
etw. mit Sand (= Scheuersand) scheuern, reinigen
historisch er […] streute aus einer Büchse blauen Sand auf die Schrift [Th. MannTod in Venedig9,470]
bildlich
Beispiel:
Kindersprache der Sandmann hat dir wohl Sand in die Augen gestreut? (= wird gesagt, wenn ein müdes Kind sich die Augen reibt)
etw. ist vorhanden wie Sand am Meeretw. ist in sehr großer Menge vorhanden
Beispiele:
er hat Geld wie Sand am Meer
es gibt in diesen Tagen Spielklubs wie Sand am Meer [FalladaWolf1,43]
Beispiel:
jmdm. Sand in die Augen streuen (= jmdm. etw. Falsches vorspiegeln, jmdn. täuschen)
Sandboden
Beispiele:
der Bach verläuft sich im Sand
mühsam mahlten schwere Wagen […] durch den Sand [SchomburgkAfrika29]
An der Geschichte vom Vogel Strauß, der aus Furcht den Kopf in den Sand steckt, soll kein wahres Wort sein [FalladaWolf1, 338]
bildlich
Beispiele:
den Kopf in den Sand stecken (= vor den Tatsachen die Augen verschließen)
die Sache, Angelegenheit ist im Sand verlaufen (= es ist nichts daraus geworden)
die Ermittlungen verliefen im Sand
er hat auf Sand gebaut (= hat sich auf unsichere Dinge verlassen)
seinen Gegner auf den Sand setzen (= kampfunfähig und wehrlos machen)
So wenn der Präsident […] von Liebknecht gehörig auf den Sand gesetzt wurde [BebelAus meinem Leben443]
2.
Pl. Sande, nur im Plural
Sandarten
Beispiele:
alluviale Sande
eine aus Sanden und Kiesen bestehende glaziale Hügellandschaft
diese Verfahren werden bei Schotter, Sanden, Tonen und Mergel angewandt
die Braunkohlenlagerstätten sind von stark wasserhaltigen Kiesen und Sanden eingeschlossen
3.
Sandbank
Beispiele:
das Schiff ist auf Sand geraten
Zwanzig Schritte weiter zerbrach das Wasser mit eifrigem Plätschern auf einem Sand [LuserkeErzwungener Bruder16]
Wo die Schiffahrtswege der Welt sich den Küsten zufädeln und Barren, Riffe und Sände das schmaler werdende Fahrwasser gefährlich machen [LeipBergung8]
bildlich
Beispiel:
auf den Sand geraten (= nicht weiterkönnen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sand · sandig · Sandbank · (ver)sanden
Sand m. ‘feinkörniges, lockeres Gestein’, ahd. (8. Jh.), mhd. sant, asächs. sand, mnd. mnl. sant, nl. zand, afries. sond, sand, aengl. engl. sand, anord. sandr, schwed. sand weisen auf germ. *sanda-, assimiliert aus *samda-, dessen m in der Nebenform (mit labialem Gleitlaut) mhd. sambt, sampt, nhd. (bair. tirol.) Samt bewahrt ist; vgl. griech. ámathos (ἄμαθος, mit Hauchdissimilation aus *ἅμαθος) f. ‘Sand’. Als Grundform läßt sich ie. *sam(ə)dho- ansetzen. Vorausgesetzt, daß sich der s-Anlaut aus ursprünglichem ie. *bhs- vereinfacht hat, kann noch lat. sabulum ‘Sand, Kies’, griech. psámmos (ψάμμος) f., psámathos (ψάμαθος) f. ‘(Küsten)sand, Staub’, psḗn, psā́n (ψῆν, ψᾶν) ‘zerreiben, zermalmen’ und aind. bábhasti, bápsati ‘kaut, zerkaut, zerbeißt, verzehrt’ herangezogen und letztlich eine Wurzel ie. *bhes- ‘abreiben, zerreiben, ausstreuen’ angesetzt werden. sandig Adj. ‘wie Sand, voller Sand’, mhd. sandec, sandic. Sandbank f. ‘flache Sandinsel’ (17. Jh.). (ver)sanden Vb. ‘mit Sand bestreuen, mit Sand bedeckt werden’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Augensteine · Krenak · Schlafkörnchen  ●  Matzel  ugs., pfälzisch · Sand (in den Augen)  ugs., fig. · ↗Schlaf  ugs. · Schlaf in den Augen  ugs. · Schlafsand  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Auge · ↗Sehwerkzeug  ●  Glubscher  ugs. · ↗Gucker  ugs. · Oculus  fachspr. · ↗Sehorgan  fachspr.
  • Meibom-Drüse · Tarsaldrüse

Typische Verbindungen
computergeneriert

Düne Geröll Getriebe Kalk Kies Kopf Lehm Meer Palme Schlamm Schotter Sonne Staub Stein Strand Wüste Zement buddeln fein feucht graben heiß märkisch nass rot stecken streuen verlaufen weich weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gibt sie nun mal nicht wie Sand am Meer.
Die Welt, 17.06.2005
Und am nächsten Morgen muss man nicht Eimer mit ortsfremdem Sand aus den Schuhen schaufeln.
Der Tagesspiegel, 02.07.2004
Rund 40 Tage später beginnt der Sand sich zu regen.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 82
Das Flüstern der betenden Mäuse rieselte wie Sand über ihn.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 13
Kurzum, das jüdisch-bolschewistische Netz ist feingesponnen, man streut dem englischen Volk Sand in die Augen.
Gütt, Arthur: Volksgesundung und Wehrkraft. In: Archiv f. Rassen- u. Gesellschafts- Biologie einschließlich Rassen- u. Gesellschafts- Hygiene, Bd. 30, Nr. 3, 1936, S. 192
Zitationshilfe
„Sand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sand>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sanctus
Sanctum Officium
Sanctitas
sancta simplicitas
Sancho Pansa
Sandaal
Sandal
Sandale
Sandalette
Sandarak