Sand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sand(e)s · Nominativ Plural: Sande/Sände
Aussprache 
eWDG

Bedeutungen

1.
lockere und feinkörnige, meist vorwiegend aus Quarz bestehende Substanz des Erdbodens
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
gelber, weißer, grober, nasser, trockener, lehmiger Sand
der feine Sand des Meeres, Ufers, der Düne, Wüste
eine Handvoll Sand
die Wege waren mit Sand bestreut
die Kinder spielen, backen Kuchen mit Sand
die Jungen bewarfen sich gegenseitig mit Sand
etw. mit Sand (= Scheuersand) scheuern, reinigen
historischer […] streute aus einer Büchse blauen Sand auf die Schrift [ Th. MannTod in Venedig9,470]
bildlich
Beispiel:
Kinderspracheder Sandmann hat dir wohl Sand in die Augen gestreut? (= wird gesagt, wenn ein müdes Kind sich die Augen reibt)
etw. ist vorhanden wie Sand am Meeretw. ist in sehr großer Menge vorhanden
Beispiele:
er hat Geld wie Sand am Meer
es gibt in diesen Tagen Spielklubs wie Sand am Meer [ FalladaWolf1,43]
Beispiel:
jmdm. Sand in die Augen streuen (= jmdm. etw. Falsches vorspiegeln, jmdn. täuschen)
Sandboden
Beispiele:
der Bach verläuft sich im Sand
mühsam mahlten schwere Wagen […] durch den Sand [ SchomburgkAfrika29]
An der Geschichte vom Vogel Strauß, der aus Furcht den Kopf in den Sand steckt, soll kein wahres Wort sein [ FalladaWolf1, 338]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlichden Kopf in den Sand stecken (= vor den Tatsachen die Augen verschließen)
umgangssprachlichdie Sache, Angelegenheit ist im Sand verlaufen (= es ist nichts daraus geworden)
die Ermittlungen verliefen im Sand
er hat auf Sand gebaut (= hat sich auf unsichere Dinge verlassen)
seinen Gegner auf den Sand setzen (= kampfunfähig und wehrlos machen)
So wenn der Präsident […] von Liebknecht gehörig auf den Sand gesetzt wurde [ BebelAus meinem Leben443]
2.
Sandarten
Grammatik: Plural ‘Sande’, nur im Plural
Beispiele:
alluviale Sande
eine aus Sanden und Kiesen bestehende glaziale Hügellandschaft
diese Verfahren werden bei Schotter, Sanden, Tonen und Mergel angewandt
die Braunkohlenlagerstätten sind von stark wasserhaltigen Kiesen und Sanden eingeschlossen
3.
Sandbank
Beispiele:
das Schiff ist auf Sand geraten
Zwanzig Schritte weiter zerbrach das Wasser mit eifrigem Plätschern auf einem Sand [ LuserkeErzwungener Bruder16]
Wo die Schiffahrtswege der Welt sich den Küsten zufädeln und Barren, Riffe und Sände das schmaler werdende Fahrwasser gefährlich machen [ LeipBergung8]
bildlich
Beispiel:
auf den Sand geraten (= nicht weiterkönnen)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sand · sandig · Sandbank · (ver)sanden
Sand m. ‘feinkörniges, lockeres Gestein’, ahd. (8. Jh.), mhd. sant, asächs. sand, mnd. mnl. sant, nl. zand, afries. sond, sand, aengl. engl. sand, anord. sandr, schwed. sand weisen auf germ. *sanda-, assimiliert aus *samda-, dessen m in der Nebenform (mit labialem Gleitlaut) mhd. sambt, sampt, nhd. (bair. tirol.) Samt bewahrt ist; vgl. griech. ámathos (ἄμαθος, mit Hauchdissimilation aus *ἅμαθος) f. ‘Sand’. Als Grundform läßt sich ie. *sam(ə)dho- ansetzen. Vorausgesetzt, daß sich der s-Anlaut aus ursprünglichem ie. *bhs- vereinfacht hat, kann noch lat. sabulum ‘Sand, Kies’, griech. psámmos (ψάμμος) f., psámathos (ψάμαθος) f. ‘(Küsten)sand, Staub’, psḗn, psā́n (ψῆν, ψᾶν) ‘zerreiben, zermalmen’ und aind. bábhasti, bápsati ‘kaut, zerkaut, zerbeißt, verzehrt’ herangezogen und letztlich eine Wurzel ie. *bhes- ‘abreiben, zerreiben, ausstreuen’ angesetzt werden. sandig Adj. ‘wie Sand, voller Sand’, mhd. sandec, sandic. Sandbank f. ‘flache Sandinsel’ (17. Jh.). (ver)sanden Vb. ‘mit Sand bestreuen, mit Sand bedeckt werden’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Augensteine · Schlafkörnchen · Traumsand  ●  Augenbutter  fachspr. · Augenschleim  fachspr. · Knies(t) inne Augen  ugs., rheinisch · Matzel  ugs., pfälzisch · Sand (in den Augen)  ugs., fig. · Schlaf  ugs. · Schlaf in den Augen  ugs. · Schlafsand  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sand‹ (berechnet)

Düne Lieblingsbelag Sahara Wüste aufgeschüttet aufgewirbelt fein feinkörnig feucht goldgelb griesheimer grobkörnig heiß knirschen lehmig lose maerkischen märkisch naß rieseln rot schaufeln schneeweiß schütten streuen weich weissem weissen weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sand‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kurzum, das jüdisch‑bolschewistische Netz ist feingesponnen, man streut dem englischen Volk Sand in die Augen. [Gütt, Arthur: Volksgesundung und Wehrkraft. In: Archiv f. Rassen- u. Gesellschafts- Biologie einschließlich Rassen- u. Gesellschafts- Hygiene, Bd. 30, Nr. 3, 1936, S. 192]
Eine vorherige chemische Untersuchung des Sandes ist daher dringend erforderlich. [Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 26]
Zu seinen Füßen robbt ein Herr im Smoking durch den Sand. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Nein, den Kopf hat er dort nicht in den Sand gesteckt. [Die Zeit, 16.05.1997, Nr. 21]
Irgendwer, der mal hereinschneite, wunderte sich über den Sand, nicht aber über die Uhren. [Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 50]
Zitationshilfe
„Sand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sand>.

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