Sang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sang(e)s · Nominativ Plural: Sänge
Aussprache
Wortbildung mit ›Sang‹ als Erstglied: ↗Sangesbruder · ↗Sangesgut · ↗sangesfreudig · ↗sangesfroh · ↗sangeskundig · ↗sangeslustig · ↗sanglich
 ·  mit ›Sang‹ als Letztglied: ↗Meistergesang · ↗Meistersang · ↗Minnesang · ↗Singsang · ↗Trauersang · ↗Vogelsang
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
veraltet, dichterisch das Singen
Beispiele:
[es scholl] als ob drinnen leichte Füße die Treppe ... hinunterhuschten, und dabei schwang ein süßer Sang sich durch die Luft [Storm6,112]
die Amseln finden mit den ersten Würmern auch ihren Sang wieder [StrittmatterOchsenkutscher174]
2.
umgangssprachlich mit Sang und Klangmit Musik, fröhlich singend
Beispiel:
mit Sang und Klang zog die Wandergruppe durch das Dorf
bildlich
Beispiel:
salopp er ist mit Sang und Klang durch das Examen gefallen (= hat völlig versagt)
umgangssprachlich ohne Sang und Klangohne viel Aufhebens, in aller Stille
Beispiele:
jmdn. ohne Sang und Klang verlassen
sie verschwand ohne Sang und Klang
3.
veraltet, dichterisch vertonte Dichtung, Lied
Beispiele:
für immer mengt sich das Wort Hafen in ihrem Kopf mit ... dem oberdeutschen Sang: »Muß i denn, muß i denn ...« [H. KantAula135]
oben am Grat begleiten uns die Sänge [FedererRegina Lob257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sang · Sänger
Sang m. ‘das Singen, Gesang’, ahd. sang (8. Jh.), mhd. sanc ‘Gesang, Lied, Musik, von Gesang begleiteter Tanz’, asächs. sang, mnd. mnl. sanc, nl. zang, aengl. sang, engl. song, anord. sǫngr, auch ‘Gottesdienst’, schwed. sång (germ. *sangwa-) und got. (i-Stamm, germ. *sangwi-) saggws, mit Ablaut gebildetes Abstraktum zu dem unter ↗singen (s. d.) behandelten Verb. Heute vor allem redensartlich mit Sang und Klang ‘mit Musik, mit viel Aufwand’, ohne Sang und Klang ‘ohne Aufsehen’ (ursprünglich beerdigen), beide seit 18. Jh. Sänger m. ‘wer singt’, ahd. sangāri (8. Jh.), mhd. senger.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Klang Sage Tanz Uraufführung Wein süß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da komme er in andere deutsche Gaue, das schleife den sächsischen Sang.
Die Zeit, 13.01.2005, Nr. 03
Als er wieder sichtbar wurde, war sein Sang schon verschollen.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 390
Dann warte ich das Sieden ab, den Sang des Wassers.
Altenberg, Peter: Pròdromos. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1906], S. 2299
Da summte vom Münster drüben die Mittagsglocke ihren tiefen Sang.
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 5
Der König, der neben Violante steht, ist unwillig, ihm ist dieser Sang verhaßt.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1909
Zitationshilfe
„Sang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sang>, abgerufen am 23.07.2019.

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