Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sanguiniker, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sanguinikers · Nominativ Plural: Sanguiniker
Aussprache 
Worttrennung San-gu-ini-ker · San-gui-ni-ker
Herkunft sanguinisch
eWDG

Bedeutung

lebhafter, temperamentvoller, vorwiegend heiter gestimmter Mensch
Beispiel:
Vollblütig, leidenschaftlich, ein hitziger Sanguiniker, muß er ein Mann gewesen sein, der Dürer im Temperament fernstand [ WölfflinDürer282]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sanguinisch · Sanguiniker
sanguinisch Adj. ‘temperamentvoll, leicht erregbar, lebhaft, heiter’, im Anschluß an die antike Temperamentenlehre (s. cholerisch) im Sinne von ‘leichtblütig’ gebildet (16. Jh.) zu mlat. sanguineus m. ‘leichtblütiger, temperamentvoller Mensch’, das auf lat. sanguineus Adj. ‘zum Blut gehörig, aus Blut, blutig, blutfarbig’, abgeleitet von lat. sanguis (Genitiv sanguinis) ‘Blut’, beruht. – Sanguiniker m. ‘Mensch mit sanguinischem Temperament, Hitz-, Feuerkopf’ (18. Jh.), medizin.-lat. auch Sanguinikus (1. Hälfte 19. Jh.), das seinerseits älteres Sanguineus (seit etwa 13. Jh. mit lat. Flexion in dt. Texten, s. oben) ablöst.

Thesaurus

Synonymgruppe
Sanguiniker · frischer Mensch · lebhafter Mensch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Sanguiniker‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Mann aus dem Süden ist in der Tat ein Sanguiniker, ebenso verletzend wie verletzlich. [Die Zeit, 30.10.1992, Nr. 45]
Er hatte dunkle Augenbrauen und weiße Hände mit einem goldenen Ring, er war der einzige Sanguiniker unter all den blutarmen Übersetzern. [Der Tagesspiegel, 22.12.2001]
Der polterndste Choleriker wird durch eine liebenswürdige Begrüßung zu einem reizenden Sanguiniker. [Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A – Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 19097]
Man tastet sich an Ernst Cramer heran, er ist kein Sanguiniker, kein quicker Pykniker, zurückhaltend, wenn auch nicht scheu. [Die Welt, 28.01.2003]
Das früh ergraute Haar trägt der saftlose Sanguiniker, eher kraftloser Skeptiker, gebunden im Nacken zum Schwänzchen. [Die Welt, 02.04.2001]
Zitationshilfe
„Sanguiniker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sanguiniker>.

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