Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Sarg, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sarg(e)s · Nominativ Plural: Särge
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Sarg‹ als Erstglied: Sargbrett · Sargdecke · Sargdeckel · Sargkissen · Sargnagel · Sargschreiner · Sargtischler · Sargträger · sargartig
 ·  mit ›Sarg‹ als Letztglied: Baumsarg · Bleisarg · Brettersarg · Eichensarg · Glassarg · Holzsarg · Kindersarg · Metallsarg · Schneewittchensarg · Steinsarg · Zinksarg · Zinnsarg
Mehrwortausdrücke  Nagel zu jmds. Sarg
eWDG

Bedeutung

großer, länglicher, meist hölzerner Kasten mit Deckel, in den der Leichnam gelegt wird
Beispiele:
ein einfacher, schlichter, prunkvoller Sarg
ein Sarg aus Fichtenholz, Eiche
einen Sarg anfertigen, machen lassen, kaufen
den Sarg schließen, mit Blumen und Kränzen schmücken, tragen, hinabgleiten lassen, in die Erde senken
einen Toten in den Sarg legen
gehobeneinen Toten in den Sarg betten
im Sarg liegen
am Sarg verweilen
Erde auf den Sarg werfen
die Trauernden gingen hinter dem Sarg her
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichdu bist der Nagel zu meinem Sarg (= machst mir großen Kummer)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sarg · Sarkophag
Sarg m. ‘Holzkiste zur Bestattung von Toten’, ahd. sarc (9. Jh.), mhd. sarc, sarch ist wie asächs. mnd. sark, mnl. sarc, saerc, serc, nl. zerk eine Entlehnung aus vlat. *sarcus, einer Kürzung von lat. sarcophagus, griech. sarkophágos (σαρκοφάγος) ‘Totenkiste, Sarg’. Dieses ist eine Substantivierung des Adjektivs lat. sarcophagus, griech. sarkophágos ‘fleischfressend’, zu griech. sárx, Genitiv sarkós (σάρξ, σαρκός) ‘Fleisch’ und griech. phagé͞in (φαγεῖν) ‘aufessen, verzehren’, das in der Verbindung líthos sarkophágos (λίθος ‘Stein’) einen bei Assos (Kleinasien) gebrochenen und zu Särgen verwendeten Kalkstein bezeichnet. Vermutlich handelt es sich ursprünglich um eine Bezeichnung für ‘Ätzkalk’, womit Tierkadaver bedeckt und dadurch aufgelöst wurden, die dann auf eine gemaserte, für vornehme Grabmäler geeignete (Kalk)steinart übertragen wurde; vgl. Knobloch in: Glotta 60 (1982) 2 ff. Direkt aus dem Griech.-Lat. entlehnt (vereinzelt um 1600) ist Sarkophag m. ‘prunkvoller Sarg, Steinsarg’ (geläufig seit dem 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sarg · Totenlade · Totenschrein  ●  Totenbaum  schweiz. · Döschen  ugs., regional · Erdmöbel  ugs. · Kiste  ugs. · Totenkiste  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sarg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sarg‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sarg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Tage später gingen wir hinter den Särgen her. [Becker, Jürgen: Aus der Geschichte der Trennungen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999, S. 324]
Ein Sarg ging mir nicht in den Kopf, nur ein Fenster. [Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 240]
Ein Ort ist wie ein Sarg: eine Stadt, ein Dorf scheint ausgestorben, ist menschenleer. [Röhrich, Lutz: Sarg. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 8817]
Aus dem Sarg ragt sein rechter Arm mahnend in die Luft. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
So hätte man an seinem Sarg hänseln können, wäre man ein Mann von Welt, von seiner »Welt«. [konkret, 1985]
Zitationshilfe
„Sarg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sarg>.

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