Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Satellit, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Satelliten · Nominativ Plural: Satelliten
Aussprache  [zatɛˈliːt]
Worttrennung Sa-tel-lit
Häufige Falschschreibung Sattelit
Herkunft zu satelleslat ‘beschützender Begleiter (eines Fürsten), Leibwächter, Trabant’
eWDG

Bedeutungen

1.
Astronomie Himmelskörper, der sich gesetzmäßig um einen Planeten bewegt, Trabant
Beispiel:
der Mond ist ein Satellit der Erde
2.
mit Hilfe mehrstufiger Raketen auf eine Umlaufbahn um die Erde gebrachter, mit Instrumenten ausgestatteter künstlicher Himmelskörper zur Erforschung des Weltraums oder zur Nachrichtenübermittlung
Beispiele:
ein künstlicher, bemannter, unbemannter Satellit
Satelliten erforschen den Weltraum, kreisen um die Erde
einen Satelliten starten, auf seine Umlaufbahn bringen
die Funksignale eines Satelliten empfangen
eine Übertragung über Satelliten
Juri Gagarin flog als erster Mensch in einem Satelliten um die Erde
3.
abwertend Satellitenstaat
Beispiel:
die imperialistischen Staaten und ihre Satelliten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satellit · Satellitenstaat · Satellitenstadt
Satellit m. ‘Anhänger, Leibwächter’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. satelles (Plur. satellitēs) ‘beschützender Begleiter (eines Fürsten), Leibwächter, Trabant’ (Plur. ‘Gefolge’). Davon unabhängig übernimmt Kepler in seiner Schrift „Narratio de observatis a se quatuor Iovis Satellitibus erronibus“ (1611) das lat. Wort für die einen Planeten begleitenden Himmelskörper. In dieser Verwendung entwickelt sich der Ausdruck zum Terminus der Astronomie und wird im 18. Jh. (zunächst noch mit lat. Flexion) ins Dt. übernommen; er bezeichnet in der Raumfahrt des 20. Jhs. auch den künstlichen, die Erde zu wissenschaftlichen oder nachrichtentechnischen Zwecken umkreisenden Himmelskörper. Mit seiner alten, abschätzigen Bedeutung ‘Handlanger, Spießgeselle’ wird lat. satelles erneut ins Dt. entlehnt, und Satellit steht für den ‘untergebenen, abhängigen Diener, Handlanger’ (Anfang 19. Jh.), in der Sprache der Politik für einen ‘unselbständigen, von einer imperialistischen Großmacht abhängigen Staat’ (1. Hälfte 20. Jh.); dazu Satellitenstaat m. (2. Hälfte 20. Jh.) und (in Anlehnung an den Gebrauch in Astronomie und Raumfahrt) Satellitenstadt f. ‘einer Großstadt benachbarte größere Wohnsiedlung, Trabantenstadt’ (2. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Satellit · Trabant · künstlicher Trabant
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Astronomie
Synonymgruppe
Begleiter · Mond · Satellit · Trabant
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Satellit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Satellit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Satellit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem sind viele Satelliten nur für etwa ein Jahr nach dem Start versichert. [Die Zeit, 08.04.1998, Nr. 16]
Tausende von Satelliten richten ihre künstlichen Augen auf die Erde. [Die Zeit, 21.03.1997, Nr. 13]
Denn auch ihnen sind die kommerziell vertriebenen Bilder anderer Satelliten oft zu teuer. [Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46]
Es gäbe leistungsstarke Satelliten, und die Leistungen unserer technischen Geräte wären immer mehr gesteigert worden. [Der Spiegel, 17.06.1985]
Diese sind oft sehr klein und werden als Satelliten bezeichnet. [Nultsch, Wilhelm: Allgemeine Botanik, Stuttgart: Thieme 1986 [1964], S. 83]
Zitationshilfe
„Satellit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satellit>.

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