Satellitenstadt, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungSa-tel-li-ten-stadt (computergeneriert)
WortzerlegungSatellitStadt
eWDG, 1974

Bedeutung

baulich in sich geschlossene Stadt mittlerer Größe in der Nachbarschaft einer Großstadt, mit der sie durch leistungsfähige Verkehrsmittel eng verbunden ist, Trabantenstadt
Beispiel:
Rostocks Satellitenstadt Lütten Klein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Satellit · Satellitenstaat · Satellitenstadt
Satellit m. ‘Anhänger, Leibwächter’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. satelles (Plur. satellitēs) ‘beschützender Begleiter (eines Fürsten), Leibwächter, Trabant’ (Plur. ‘Gefolge’). Davon unabhängig übernimmt Kepler in seiner Schrift „Narratio de observatis a se quatuor Iovis Satellitibus erronibus“ (1611) das lat. Wort für die einen Planeten begleitenden Himmelskörper. In dieser Verwendung entwickelt sich der Ausdruck zum Terminus der Astronomie und wird im 18. Jh. (zunächst noch mit lat. Flexion) ins Dt. übernommen; er bezeichnet in der Raumfahrt des 20. Jhs. auch den künstlichen, die Erde zu wissenschaftlichen oder nachrichtentechnischen Zwecken umkreisenden Himmelskörper. Mit seiner alten, abschätzigen Bedeutung ‘Handlanger, Spießgeselle’ wird lat. satelles erneut ins Dt. entlehnt, und Satellit steht für den ‘untergebenen, abhängigen Diener, Handlanger’ (Anfang 19. Jh.), in der Sprache der Politik für einen ‘unselbständigen, von einer imperialistischen Großmacht abhängigen Staat’ (1. Hälfte 20. Jh.); dazu Satellitenstaat m. (2. Hälfte 20. Jh.) und (in Anlehnung an den Gebrauch in Astronomie und Raumfahrt) Satellitenstadt f. ‘einer Großstadt benachbarte größere Wohnsiedlung, Trabantenstadt’ (2. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Satellitenstadt · ↗Schlafstadt · Trabantensiedlung · ↗Trabantenstadt
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bau Bewohner Rand Unruhen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Satellitenstadt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Tagsüber ist das Leben in der tristen Satellitenstadt ganz normal.
Die Welt, 07.11.2005
Rund 9000 Menschen wohnen inzwischen in der Satellitenstadt; etwa 3000 davon sind evangelische Christen.
Die Zeit, 13.11.1970, Nr. 46
Weitgehend unabhängig von geografischen und historischen Vorgaben planten die Architekten diese Satellitenstadt für das neue Jahrtausend.
Süddeutsche Zeitung, 29.03.2000
Um Städte und Vororte zu entlasten, ist an den Bau von Satellitenstädten gedacht.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1968]
In Liverpooler Satellitenstädten wie Kirkby ist der Alptraum wirtschaftlicher Stagnation und Krise noch erdrückender.
Der Spiegel, 18.11.1985
Zitationshilfe
„Satellitenstadt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Satellitenstadt>, abgerufen am 24.04.2019.

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